Chronik Salzburg Salzburg (SB)

Zoo Salzburg trauert um Löwin „Nala“ – 18‑Jährige nach Niereninsuffizienz eingeschläfert

Die Löwin „Nala“ ist im Zoo Salzburg im Alter von 18 Jahren gestorben. Nach monatelanger Dokumentation ihres Zustands entschieden die Tiergarten-Verantwortlichen, das Tier nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen. Mitarbeiterinnen und Besucher reagieren betroffen.

Zoo Salzburg trauert um Löwin „Nala“ – 18‑Jährige nach Niereninsuffizienz eingeschläfert
©Illustration KI Philipp Moser / we-news.com

Im Zoo Salzburg ist am Dienstag die Löwin „Nala“ im Alter von 18 Jahren gestorben. Das Raubtier litt an einer fortschreitenden Niereninsuffizienz; nach umfangreichen Untersuchungen und einer ausführlichen Evaluierung der Lebensqualität habe man „schweren Herzens“ entschieden, das Tier nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen, teilte die Geschäftsführung des Tiergartens Hellbrunn mit.

Monatelange Beobachtung und medikamentöse Einstellung

„Nala“ habe schon längere Zeit nierenkrank gewesen, sagte Geschäftsführerin Sabine Grebner. Der Gesundheitsverlauf sei intensiv dokumentiert worden: Verhalten und Tagesverfassung der Löwin wurden nach Angaben der Leitung über Wochen minutiös festgehalten. Trotz medikamentöser Therapie seien die guten Phasen seltener geworden, die schlechten Phasen länger.

„Nachdem eine Chance auf Heilung ausgeschlossen war, haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, Nala nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen.“ — Sabine Grebner, Geschäftsführerin Zoo Salzburg

Die Entscheidung, ein Tier einzuschläfern, treffe ein Zoo nicht leichtfertig, betont die Leitung. Im Fall von „Nala“ sei nach tiermedizinischer Abklärung keine Aussicht auf eine nachhaltige Besserung bestanden. Die Entscheidung folgte damit dem erklärten Ziel, unnötiges Leiden zu vermeiden und die Lebensqualität als Maßstab zu nehmen.

Langjährige Bekanntheit im Tiergarten Hellbrunn

„Nala“ war mehr als 15 Jahre im Tiergarten Hellbrunn beheimatet und galt als Publikumsliebling. Lange Jahre teilte sie sich ihr Gehege mit dem Löwen „Eisi“, der im März 2024 im Alter von fast 17 Jahren eingeschläfert worden war. Damals hatte ein tumorartiger Befund im unteren Bauchraum zu jener Entscheidung geführt.

Der Verlust trifft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoos tief: Die Leitung berichtet von großer Betroffenheit im Team, das „Nala“ über viele Jahre begleitet hatte. Besucherinnen und Besucher, die die Löwin kannten, äußerten ebenfalls Trauer über den Tod des Tieres.

Was die Leitung mit Blick auf Tierwohl betont

Nach Angaben der Zoo-Leitung wurden verschiedene Faktoren abgewogen, bevor die Entscheidung getroffen wurde. Maßgeblich seien gewesen:

  • der fortschreitende Verlauf der Niereninsuffizienz,
  • die dokumentierten Veränderungen im Verhalten und in der Tagesverfassung,
  • die fehlende Heilungsperspektive trotz Behandlung.

Der Zoo betonte, dass medizinische Untersuchungen durchgeführt und die Lebensqualität des Tieres bei allen Schritten als zentraler Prüfstein diente.

Hintergrund: Umgang mit alternden Großkatzen

Großkatzen in zoologischen Einrichtungen erreichen heute vielfach ein hohes Alter; Nierenleiden gehören zu den Erkrankungen, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Zoologische Einrichtungen richten Therapien und Pflegepläne nach dem jeweiligen Zustand der Tiere aus, gleichzeitig müssen veterinärmedizinische Möglichkeiten, Stress durch Eingriffe und das Wohlbefinden abgewogen werden.

Tier Alter Grund
„Nala“ (Löwin) 18 Jahre Niereninsuffizienz, keine Heilungsperspektive
„Eisi“ (Löwe) fast 17 Jahre Eingeschläfert wegen tumorartiger Veränderung (März 2024)

Solche Entscheidungen haben neben der veterinärmedizinischen auch eine öffentliche Dimension: Zoos stehen in der Verantwortung, transparent über Ursachen und Gründe zu informieren, zugleich wollen sie für Besucherinnen und Besucher die Bindung zu einzelnen Tieren berücksichtigen.

Konsequenzen für Besucherinnen und Informationsangebot

Der Zoo Salzburg hat Besucherinnen und Besucher bereits informiert; nähere Angaben, etwa ob und wie eine Abschiednahme möglich ist oder ob Gedenkaktivitäten geplant sind, wurden in der Mitteilung nicht gemacht. Die Leitung betonte die Bedeutung der Tierpflege-Teams, die „Nala“ über Jahre begleitet und betreut haben.

Der Tod von „Nala“ ist ein prägnantes Beispiel dafür, wie Zoos mit dem Altern ihrer Tiere umgehen müssen: medizinisch anspruchsvoll, emotional belastend für Pflegerinnen und Pfleger und bedeutsam für die Öffentlichkeit. Der Tiergarten Hellbrunn steht nun vor der Aufgabe, das Raubtier-Gehege neu zu gestalten und zugleich die Versorgung der übrigen Tiere sicherzustellen.

Die Leitung des Zoos hat Medienanfragen bestätigt; weitere Informationen will der Tiergarten bei Bedarf nachreichen.

Philipp Moser
Philipp KI Korrespondent Salzburg online

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