Das Grand Hotel an der Esplanade am Zeller See ist heuer seit 130 Jahren Teil des Stadtbilds von Zell am See und des Pinzgaus. Das traditionsreiche Haus, gegründet 1896, wird seit 1995 von der Familie Holleis geführt; Hotelier und Unternehmer Dr. Wilfried Holleis hat es seither schrittweise modernisiert und um neue Angebote ergänzt.
Tradition, Investition und neue Geschäftsfelder
Unter der Leitung Holleis’ entstanden in den vergangenen Jahrzehnten mehrere markante Entwicklungen im Betrieb: ein moderner Wellnessbereich mit See-Panorama, der im Hotelgarten stehende Österreichbrunnen des Künstlers Friedensreich Hundertwasser (2003) sowie die Erweiterung des unternehmerischen Spektrums durch die Übernahme des benachbarten Casino im Jahr 2015. Ergänzt wurde das Angebot 2020 durch die hauseigene Brauerei „Pinzga Bräu am See“, die Holleis gemeinsam mit seinem Sohn Valentin betreibt.
Für Holleis ist die Verbindung von Bewahren und Erneuern kein Widerspruch:
„Das Grand Hotel hat in 130 Jahren alle erdenklichen Höhen und Tiefen erlebt. Entscheidend ist, dass man sich weiterentwickelt und gleichzeitig das bewahrt, was den Charakter eines Hauses ausmacht.“
Standortvorteile und Klimawandel
Der Hotelier sieht in der regionalen Natur und Infrastruktur zugleich Chancen, gerade im Kontext des Klimawandels. Er verwies auf den See, sauberes Trinkwasser, kühle Nächte im Sommer und die umliegenden Berge als Faktoren, die den Pinzgau als attraktiven Tourismus- und Wohnort erhalten könnten. Diese Einschätzung hat Bedeutung für die strategische Ausrichtung des Hauses: Investitionen in Qualität und neue Angebote sollen das Grand Hotel für künftige Generationen erhalten.
Feier zum Jubiläum und Bedeutung für Zell am See
Das 130-Jahr-Jubiläum wurde an der Esplanade begangen – mit Gästen, Musik, Kulinarik und einer Lichtinszenierung. Solche Veranstaltungen sind nicht nur Repräsentation des Hauses, sondern Teil des öffentlichen Lebens in Zell am See: Sie ziehen Besucher an, stärken das Image der Stadt und wirken sich indirekt auf Gastronomie, Handel und Freizeitwirtschaft aus.
- 1896 Gründung des Grand Hotel
- 1995 Übernahme durch die Familie Holleis
- 2003 Hundertwasser-Österreichbrunnen im Hotelgarten
- 2015 Erwerb des benachbarten Casinos
- 2020 Eröffnung der Hausbrauerei „Pinzga Bräu am See“
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1896 | Gründung des Grand Hotel |
| 1995 | Übernahme durch Familie Holleis |
| 2003 | Hundertwasser-Brunnen |
| 2015 | Casino-Erwerb |
| 2020 | Start der Hausbrauerei |
Für Zell am See hat das Hotel mehrere Funktionen: Es ist Arbeitgeber, Gastgeber und Mitgestalter des öffentlichen Raums. Die Investitionen der Eigentümerfamilie stärken nicht nur das einzelne Haus, sondern tragen zur Profilbildung der Stadt als Ganzes bei. Die Kombination aus historischem Flair und modernen Angeboten richtet sich an unterschiedliche Gästegruppen und kann die Aufenthaltsdauer wie die Wertschöpfung vor Ort positiv beeinflussen.
Gleichzeitig bleiben Herausforderungen: Der Tourismus ist saisonal geprägt, und die Auswirkungen des Klimawandels sind regional unterschiedlich spürbar. In diesem Kontext erscheinen die von Holleis angeführten Standortvorteile – See, Trinkwasser, kühle Nächte und Gebirgsraum – als zentrale Argumente in der Positionierung von Zell am See im Wettbewerb um Gäste und Investitionen.
Das Jubiläum zeigt, wie ein einzelnes Hotel über Generationen hinweg in die Stadtentwicklung hineinwirkt. Ob die Zukunftsprognosen des Hauses eintreffen, hängt von weiteren Faktoren ab: konjunkturelle Entwicklung, Nachfrageveränderungen und von der Fähigkeit, Angebote laufend anzupassen, ohne den historischen Charakter zu untergraben.