Die vergangenen Hitzetage im Lavanttal haben in Wolfsberg und den umliegenden Gemeinden sichtbare Spuren hinterlassen: Neben Rekordwerten an der Luft sind auch die Wasserstände deutlich gesunken. Vor diesem Hintergrund hat der Wolfsberger Gemeinderat der Grünen, Michael Hirzbauer, verstärkte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gefordert und konkrete Vorschläge für die Kommunalpolitik vorgelegt.
Konkrete Werte und die Lage im Tal
Als aktuelles Beispiel nennt Hirzbauer die Messung in St. Andrä mit 38,9 °C. Zeitgleich führen die Gewässer deutlich weniger Wasser als üblich; die Lavant weist nach seinen Angaben rund 70 Prozent weniger Wasser auf. Diese Kombination aus Hitze und Trockenheit setze nicht nur Freizeit- und Erholungsräume unter Druck, sondern betreffe auch die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung.
| Ort / Messwert | Angabe |
|---|---|
| St. Andrä (Temperatur) | 38,9 °C |
| Lavant (Wasserstand) | ~70 % weniger Wasser |
Forderungen des Gemeinderates
Hirzbauer macht deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall handle, sondern um eine neue Realität: weitere Hitzeperioden seien zu erwarten und erforderten eine langfristige kommunale Strategie. Er fordert unter anderem:
- eine klare, kommunale Wasserstrategie für Umgang, Rückhalt und Speicherung von Wasser,
- mehr Grünflächen und weniger Versiegelung in der Stadtplanung,
- die Errichtung zusätzlicher Trinkbrunnen und die Reduktion stark aufgeheizter Betonflächen,
- an Tagen mit prognostizierten Temperaturen über 35 °C kostenlosen Eintritt in die Freibäder des Bezirks.
„38,9 Grad in St. Andrä, die Lavant führt rund 70 Prozent weniger Wasser als üblich … Wasser wird zur Schlüsselfrage. Deshalb brauchen wir eine klare Wasserstrategie und mehr Wasserrückhalt in der Landschaft,“
Auswirkungen für Landwirtschaft und Gesundheit
Hirzbauer betont, dass es längst nicht mehr nur um Komfort gehe: Die anhaltende Trockenheit mache den Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen, Ernteausfälle und Probleme bei der Versorgung von Nutztieren seien bereits spürbar. Auch die Schutzfrage für besonders hitzegefährdete Bevölkerungsgruppen — ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen — stehe im Raum. Vor diesem Hintergrund sieht er Maßnahmen zur Hitzeentlastung als Schutz der Gesundheit, nicht nur als Verbesserungen der Lebensqualität.
Debatte um kommunale Verantwortung
Die Vorschläge von Hirzbauer zielen auf städtische Planung und Investitionen: mehr Bäume, nachhaltigere Flächennutzung und Infrastruktur, die Wasser speichern kann. Ob und in welchem Umfang die Stadtgemeinde Wolfsberg diese Forderungen aufgreift, bleibt offen; sie erfordern Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft, Wasserversorgern und betroffenen Interessensgruppen, etwa der Landwirtschaft. Hirzbauer plädiert dafür, die Maßnahmen jetzt zu planen, um für kommende Hitzesommer besser gerüstet zu sein.
Die Klimakrise „macht keine Pause“, so sein Resümee. Für Wolfsberg bedeute das, kommunale Strategien und kurzfristige Entlastungsmaßnahmen gleichermaßen zu prüfen — von schattenspendender Bepflanzung bis zu pragmatischen Angeboten wie temporär kostenfreien Freibadeintritten an extrem heißen Tagen.