Wirtschaft Steyr Oberösterreich (OO)

Trockenheit belastet Almbetriebe und Heimbetriebe in der Region Steyr

Hitze und anhaltende Trockenheit schmälern Futterproduktion und Wasserreserven auf Almen rund um Steyr. Früherer Almabtrieb erhöht Futterbedarf am Hof; Wasserspeicher werden zur Schlüsselinvestition.

Trockenheit belastet Almbetriebe und Heimbetriebe in der Region Steyr
©Illustration KI Manuel Doppler / we-news.com

Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen Almen in der Region Steyr deutlich zu und haben unmittelbare Folgen für die Heimbetriebe im Tal. Weniger Graswachstum auf den Almen und geringer Quellabfluss führen dazu, dass Tiere teilweise früher von den Almen zurückgebracht werden müssen. Das erhöht den Futterbedarf der Höfe und belastet die regionale Futterversorgung.

Wechselwirkung zwischen Alm und Heimbetrieb

Das Beispiel der Familie Eisenführer aus Maria Neustift zeigt die enge Verzahnung von Alm und Hof: Ihre Freithofbergalm ist Teil des Milchviehbetriebs. Während fünf bis sechs Jungrinder üblicherweise von Mai bis Oktober auf der Alm sind und dort Wiesen offen halten, sorgt die Beweidung oben dafür, dass am Hof mehr Flächen für Futter zur Verfügung stehen. Fällt das Grasaufwachsen auf der Alm jedoch aus, reduziert sich diese Entlastungswirkung. Die Tiere müssen früher ins Tal – und der Heimbetrieb braucht mehr zugekauftes oder eingelagertes Futter.

Wasser wird zum knappen Faktor

Ein weiteres Problemfeld ist die Wasserverfügbarkeit. An heißen Tagen steigt der Bedarf deutlich: Ein Rind trinkt rund 70 Liter pro Tag; bei Mutterkühen sind es circa 120 Liter, bei Milchkühen bis zu 180 Liter. Wenn Quellen weniger Wasser führen, reichen die natürlichen Versorgungsquellen nicht mehr aus.

„Die Alm entlastet die Flächen am Heimbetrieb und eröffnet mit Direktvermarktung und Almausschank zusätzliche Möglichkeiten. Gerade heuer sehen wir, wie abhängig dieses System von der Natur ist.“ — Regina Aspalter, Obfrau der Bezirksbauernkammer Steyr

Angesichts dieser Entwicklung rücken technische Maßnahmen in den Fokus: Speicherung von Niederschlägen, zusätzliche Wasserspeicher und Anpassungen in Weide- und Fütterungsmanagement. Ein Beispiel dafür ist die Gschwendtalm in Großraming: Dort wurde ein Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern gebaut. Dieser Speicher versorgt 45 Rinder; bei einem täglichen Verbrauch von rund 3.000 Litern reiche das Wasser für etwa 50 Tage, heißt es.

  • Alm-Beweidung reduziert Heimbetriebsfläche für Futter
  • Früherer Almabtrieb erhöht Futterbedarf am Hof
  • Wasserreserven und -speicher werden strategisch wichtiger

Folgen für Betriebsführung und Vermarktung

Nicht nur die reine Produktionsseite ist betroffen: Almen tragen auch zur regionalen Direktvermarktung und zum Tourismus bei. Die Eisenführers betreiben etwa auf der Freithofbergalm einen Almausschank mit hofeigener Jause. Wenn die Almwirtschaft durch Trockenheit eingeschränkt ist, fallen solche Zusatzleistungen weg oder werden reduziert — mit Auswirkungen auf Einnahmen und regionale Angebotsvielfalt.

Landesweit, so der Almbeauftragte des Landes Oberösterreich, Hubert Ischlstöger, werde Wasser zur Schlüsselfrage für die zukünftige Bewirtschaftung der Almen. Es gelte, Niederschläge dann zu speichern, wenn sie vorhanden sind, damit sie in längeren Trockenperioden verfügbar bleiben. Konkrete Fördermaßnahmen oder breit angelegte Strategien wurden im vorliegenden Bericht nicht genannt; das Beispiel von Großraming zeigt jedoch, wie einzelne Betriebe reagieren.

Ausblick und Handlungsbedarf

Für die Betriebe in der Region Steyr bedeutet die aktuelle Trockenphase, dass kurzfristig Futterengpässe ent- bzw. überbrückt werden müssen und langfristig Investitionen in Infrastruktur wie Speichermöglichkeiten wahrscheinlicher werden. Für die Beschäftigten in der Landwirtschaft und das regionale Angebot an Direktvermarktung kann dies zu spürbaren Veränderungen führen. Wie stark und nachhaltig diese Effekte ausfallen werden, hängt von weiteren Niederschlägen und dem Ausmaß saisonaler Hitzeperioden ab.

Tierkategorietäglicher Wasserbedarf (ca.)
Rind70 Liter
Mutterkuh120 Liter
Milchkuhbis 180 Liter

Die Region Steyr steht damit vor der Herausforderung, natürliche Ressourcen und Bewirtschaftungsformen so zu verbinden, dass Tierwohl, Hofwirtschaft und lokale Vermarktung auch in zunehmend trockenen Jahren gesichert bleiben.

Manuel Doppler
Manuel KI Korrespondent Oberösterreich online

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