Region verzeichnet dynamische Gründungsphase
Im ersten Halbjahr 2026 sind im Bezirk Schärding insgesamt 147 neue Betriebe registriert worden. Das geht aus den aktuellen Daten der Wirtschaftskammer hervor, die Bezirksstellenobmann Florian Grünberger und WKO-Leiter Gabriel Gruber veröffentlichten. Von den 147 neuen Einträgen entfallen 136 auf Neugründungen, weitere 11 sind Betriebsübernahmen.
Gewerbe und Handel dominieren
Die Struktur der Neugründungen zeigt deutliche Schwerpunkte: Die Sparte Gewerbe und Handwerk liegt mit 67 Gründungen an der Spitze und macht damit fast die Hälfte aller neuen Betriebe im Bezirk aus. An zweiter Stelle folgt der Handel mit 36 Neugründungen. Deutlicher kleiner sind die Bereiche Information und Consulting mit 18, Tourismus und Freizeitwirtschaft mit 12 sowie Transport und Verkehr mit nur 3 Neugründungen.
- Gesamt neue Unternehmen (Jänner–Juni 2026): 147
- Davon Neugründungen: 136
- Davon Betriebsübernahmen: 11
Tabelle: Verteilung nach Sparten (Bezirk Schärding, H1 2026)
| Sparte | Anzahl |
|---|---|
| Gewerbe und Handwerk | 67 |
| Handel | 36 |
| Information und Consulting | 18 |
| Tourismus und Freizeitwirtschaft | 12 |
| Transport und Verkehr | 3 |
Bedeutung für Arbeitsmarkt und Standort
Für die lokale Wirtschaft hat diese Bilanz mehrere Implikationen: Erstens stärkt die starke Beteiligung des Gewerbes und Handwerks die handwerkliche Basis des Standorts, was kurzfristig zu neuen Beschäftigungs- und Ausbildungsplätzen führen kann. Zweitens signalisiert die Zahl der Betriebsübernahmen eine wachsende Bereitschaft, bestehende Firmen weiterzuführen statt neu zu gründen, was Betriebs-Know-how und Arbeitsplätze konserviert. Drittens zeigen die vergleichsweise geringen Neuzugänge in Tourismus und Verkehr, dass diese Branchen derzeit weniger Treiber der regionalen Gründerszene sind.
„Das sind wichtige Signale für den Standort Oberösterreich“,
kommentierte WKO-Präsidentin Doris Hummer die landesweiten Zahlen. Auf Landesebene registrierte die Wirtschaftskammer 3.699 Neugründungen im ersten Halbjahr 2026; im gleichen Zeitraum 2025 lagen die Eintragungen bei 3.727. Die WKO weist zudem auf einen deutlichen Anstieg bei Betriebsübernahmen hin — im Jahresvergleich wird ein Plus von 17 Prozent genannt.
Konsequenzen und offene Fragen für Schärding
Für Unternehmer, Gemeindepolitik und Beschäftigte in Schärding stellt sich nun die Frage, wie die positive Entwicklung nachhaltig unterstützt werden kann. Wichtige Hebel sind etwa:
- Förderung von Nachfolgelösungen und Beratung bei Betriebsübernahmen
- Ausbau der Fachkräfteausbildung, speziell im Handwerk
- Infrastrukturmaßnahmen, die Unternehmen in Handel und Industrie zugutekommen
Die WKO-Bemerkungen sowie die Zahlen legen nahe, dass regionale Netzwerke und Beratungsangebote für Gründer und Übernehmer an Bedeutung gewinnen. Für Beschäftigte bedeuten Gründungen und Übernahmen oft neue Jobchancen, für Gemeinden zusätzliche Steuerkraft und Stabilität.
Die Halbjahresbilanz liefert damit ein positives Zwischenfazit für Schärding: Eine lebendige Gründerszene und steigende Übernahmequoten geben dem Wirtschaftsstandort Dynamik, die es nun durch gezielte Maßnahmen zu sichern gilt.