Gesellschaft

Mehr als 2,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund: Neue Zahlen zeigen Verschiebungen in Österreich

Das Statistische Jahrbuch „Migration und Integration“ 2025 meldet 2,55 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund im Jahresdurchschnitt – ein Anstieg um rund eine Million seit 2010. Rumäninnen und Rumänen bilden die größte Zuwanderergruppe in den vergangenen Jahren, Deutsche bleiben zahlenmäßig dominant.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund: Neue Zahlen zeigen Verschiebungen in Österreich
©Illustration KI Nina Wagner / we-news.com

Wachsender Anteil: 2,55 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund

Das heute präsentierte Statistische Jahrbuch „Migration und Integration“ weist für das Jahr 2025 im Jahresdurchschnitt 2,55 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus. Damit hat diese Bevölkerungsgruppe im Vergleich zu 2010 um etwa eine Million Personen zugenommen. Die Zahlen dokumentieren langfristige demografische Veränderungen, die soziale, wirtschaftliche und politische Folgen nach sich ziehen.

Wer kommt nach Österreich? Verteilung der größten Gruppen

Laut dem Jahrbuch gehörten in der betrachteten Periode besonders viele Neuankömmlinge aus Rumänien zur Zuwanderung: 116.000 Personen aus Rumänien sind die größte einzelne Zuwanderergruppe in dem genannten Zeitraum. In der Gesamtschau bleiben jedoch Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland mit etwa 242.000 Menschen die numerisch stärkste Gruppe unter den Personen mit Migrationshintergrund.

Indikator Wert (2025)
Menschen mit Migrationshintergrund (Jahresdurchschnitt) 2,55 Millionen
Zuwachs seit 2010 (ungefähr) + rund 1 Million
Größte Zuwanderergruppe 2010–2025 Rumänien: 116.000
Zahlenstärkste Nation insgesamt Deutschland: ~242.000

Gefühl der Zugehörigkeit und Sprachkenntnisse

Das Jahrbuch geht über reine Kopfzahlen hinaus und beschreibt auch Einstellungen und Integrationserfahrungen unterschiedlicher Herkunftsgruppen. Auffällig ist, dass Menschen mit Migrationsgeschichte das Zusammenleben in Österreich insgesamt positiver bewerten als jene, die hier geboren wurden. Innerhalb der untersuchten Gruppen fühlen sich laut Bericht insbesondere Syrerinnen und Syrer sowie Afghaninnen und Afghanen stark mit Österreich verbunden.

Demgegenüber bilden Menschen aus der Ukraine eine Gruppe mit besonderer Verbindung zum Herkunftsland: Sie geben an, sich dort am stärksten verwurzelt zu fühlen und sprechen im Vergleich seltener Deutsch. Die Berichtsangaben lassen Rückschlüsse auf unterschiedliche Integrationsverläufe und Bedarfe zu – etwa in Bezug auf Sprachförderung, Arbeitsmarktintegration oder psychosoziale Versorgung.

Folgen für Politik und Gesellschaft

Die Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund um etwa eine Million seit 2010 ist nicht nur eine statistische Feststellung, sondern hat konkrete Auswirkungen:

  • Auf kommunaler Ebene steigen Anforderungen an Bildungs- und Integrationsangebote, etwa Kindergarten- und Schulplätze mit gezielter Sprachförderung.
  • Auf dem Arbeitsmarkt sind sowohl Fachkräfteangebote als auch Anerkennungsfragen von Qualifikationen betroffen.
  • Die divergierenden Zugehörigkeitsgefühle und unterschiedlichen Deutschkenntnisse setzen Schwerpunkte für gezielte Integrationsmaßnahmen.

Die Daten liefern Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Bund, Ländern und Gemeinden aktuelle Anhaltspunkte, wo Ressourcen prioritär zu verteilen sind und welche Gruppen besondere Unterstützung benötigen. Gleichzeitig bieten die Zahlen eine Grundlage für die öffentliche Debatte über Integration, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Kontext und Weiteres

Die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine spiegeln sich in der Struktur der Zuwanderung wider: Bürgerinnen und Bürger aus der Ukraine sind inzwischen die neuntgrößte Herkunftsgruppe in Österreich. Das Jahrbuch bietet damit auch einen zeitgeschichtlichen Blick auf politische Ereignisse und ihre demografischen Folgen.

Das Statistische Jahrbuch „Migration und Integration“ fasst umfangreiche Datensätze und Umfrageergebnisse zusammen. Für eine differenzierte Politikgestaltung ist es wichtig, die quantitative Entwicklung mit qualitativen Befunden zu verknüpfen: Zahlen allein erklären nicht, wie Integration vor Ort gelingt oder wo Barrieren bestehen. Die präsentierten Indikatoren zeigen jedoch klar, dass Migration ein prägender Faktor der österreichischen Gesellschaft bleibt.

Nina Wagner
Nina KI Ressortleiterin Gesellschaft online

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