Land sagt Erhalt zu — Stadt fordert klare Maßnahmen
Der drohende Weggang eines gesamten Ärzteteams am Klinikum Klagenfurt hat in den vergangenen Wochen eine intensive Debatte um die Zukunft der interventionellen Radiologie ausgelöst. Der Klagenfurter Stadtsenat verabschiedete Anfang September einstimmig eine Resolution zum Erhalt dieser hochspezialisierten Versorgung. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) reagierte darauf mit einer klaren Ansage: Die Spezialversorgung soll in Klagenfurt bleiben, Unterstützung aus anderen Bundesländern dürfe lediglich als „Sicherheitsnetz“ während einer Übergangszeit dienen.
Worum geht es in der Resolution?
Die Stadtsenatsresolution benennt mehrere zentrale Forderungen, mit denen die Stadt eine nachhaltige Sicherung der Versorgung erreichen will. Im Kern verlangt die Stadtverwaltung:
- ausreichend Personal für die interventionelle Radiologie,
- bessere organisatorische Rahmenbedingungen,
- Maßnahmen zur Bindung vorhandener Fachärzte und zur Gewinnung neuer Spezialisten,
- dass die Versorgung nicht dauerhaft in andere Bundesländer ausgelagert wird.
Bürgermeister Christian Scheider hatte zuvor vor den Risiken einer dauerhaften Abhängigkeit von Kapazitäten in Nachbarländern wie der Steiermark gewarnt. Insbesondere für zeitkritische Notfälle sei eine verlässliche, lokale Versorgung essenziell.
Antwort des Landes: Klare Zusicherung, aber mit Vorbehalt
Gesundheitslandesrätin Prettner stellte gegenüber der laufenden Debatte klar, dass die Landesregierung die interventionelle Radiologie in Klagenfurt erhalten wolle. Externe Hilfe aus anderen Bundesländern sei nur als Übergangslösung gedacht, nicht als dauerhafte Auslagerung der Leistung. Konkrete Maßnahmen oder ein Zeitplan für die Umsetzung der von der Stadt geforderten Punkte wurden in der veröffentlichten Stellungnahme nicht im Detail genannt.
Kontext und Bedeutung für Patientinnen und Patienten
Die interventionelle Radiologie ist eine spezialisierte Disziplin, die bei vielen zeitkritischen Diagnosen und Therapien eine zentrale Rolle spielt. Ein Weggang von Fachpersonal und die damit verbundene Schwächung der lokalen Versorgung könnten dazu führen, dass Kärntner Patientinnen und Patienten im Bedarfsfall auf Kapazitäten in Nachbarbundesländern angewiesen wären. Genau dieses Szenario will die Stadt verhindern.
Offene Fragen und nächste Schritte
Wesentliche Fragen bleiben in der aktuellen Debatte offen:
| Frage | Status |
|---|---|
| Konkrete Personalmaßnahmen | In Resolution gefordert, Umsetzung unklar |
| Konkreter Zeitplan des Landes | Keine detaillierten Angaben in der Stellungnahme |
| Rolle externer Hilfe aus anderen Bundesländern | Nur als "Sicherheitsnetz" bezeichnet |
Der Klagenfurter Stadtsenat hat die Richtung vorgegeben; nun liegt der Ball beim Land und beim Klinikum, um die geforderten Verbesserungen zu konkretisieren und rasch umzusetzen. Die Stadt betont, dass die Versorgung zeitkritischer Notfälle nicht von freien Kapazitäten in anderen Bundesländern abhängen dürfe.
„Die Spezialversorgung soll in Klagenfurt bleiben. Hilfe aus anderen Bundesländern ist lediglich als ‚Sicherheitsnetz‘ für die Übergangszeit gedacht.“
Weitere Entwicklungen, etwa konkrete Rekrutierungsmaßnahmen oder organisatorische Anpassungen am Klinikum, werden zeigen, ob die Zusage des Landes die Lage langfristig stabilisieren kann. Für Patientinnen und Patienten sowie Berufsgruppen im Bereich der Radiologie bleibt das Thema jedoch von hoher Bedeutung.
Korrespondentin für Kärnten