Unmittelbare Gefahr für Anrainer:innen und Kinder
Bei Abrissarbeiten an einem gemeindeeigenen Gebäude in Gniebing (Gemeinde Feldbach) kam es am Montag zu einem kritischen Umgang mit asbesthaltigem Baumaterial. Das teilte der Landtagsklub der KPÖ Steiermark mit. Nach Angaben der Partei bestehen sowohl Dach- als auch Außenverkleidung des vor 1990 errichteten Hauses aus asbesthaltigen Eternit-Schindeln, die besonderen Sicherungs- und Entsorgungsauflagen unterliegen.
Ein unmittelbar angrenzender Anrainer hatte die Gemeinde im Vorfeld auf seine Bedenken hingewiesen. Dennoch seien die Schindeln beim Arbeitsbeginn weder genässt noch einzeln verpackt oder in „Big Bags“ gesammelt worden, sondern abgeschlagen und liegen gelassen worden. Erst durch das Einschreiten der Polizei sei eine Unterbrechung der Arbeiten erreicht worden.
„Es ist dreist, wenn die Gemeinde sich nicht darum kümmert, dass die kritische Entsorgung von Asbest ordnungsgemäß durchgeführt wird, selbst nachdem sie von besorgten Anrainer:innen darauf aufmerksam gemacht wurde.“
Die KPÖ weist auf die Nähe zu Wohnhäusern und einen Kindergarten hin, der nach ihren Angaben etwa 100 Meter entfernt liegt. Vor allem bei asbesthaltigem Material sei eine konsequente Einhaltung der Schutzvorschriften erforderlich, so die Partei.
Offene Fragen zu Verantwortung und Kontrolle
Die Partei fordert vom zuständigen Landesrat Amesbauer eine klare Strategie für den Umgang mit Asbest in der Steiermark. Laut KPÖ müsse das Land dort für Kontrolle, Aufklärung und konsequenten Schutz sorgen, wo Gefahren für Anrainer:innen bestehen. Die KPÖ-Bezirksorganisation bringt damit zwei Ebenen in Stellung: kommunale Verantwortung für konkrete Abläufe beim Abriss sowie staatliche Aufsicht und Prävention.
- Ort: Gniebing, Gemeinde Feldbach
- Material: Eternit-Schindeln (asbesthaltig), Gebäude vor 1990
- Problem: Keine Nassbehandlung, keine Einzelverpackung/Big Bags
- Maßnahme: Unterbrechung der Arbeiten nach Polizeieinsatz
Konsequenzen für lokale Praxis und Aufsicht
Der Vorfall verdeutlicht die Spannbreite praktischer Probleme beim Umgang mit Altbausubstanz, die Asbest enthält: von mangelhafter Vorprüfung über fehlerhafte Arbeitsweisen bis hin zu unzureichender Kommunikation mit Nachbar:innen. Für Feldbach stellt sich die Frage, wie die Gemeinde künftig sicherstellt, dass Abrissfirmen und Verantwortliche die gesetzlichen Vorgaben einhalten und Anrainer:innen rechtzeitig informiert und geschützt werden.
| Aspekt | Bekannte Information |
|---|---|
| Gebäudealter | Vor 1990 errichtet |
| Material | Asbesthaltige Eternit-Schindeln |
| Abstand Kindergarten | Ca. 100 Meter |
| Intervention | Polizeieinsatz, Arbeit unterbrochen |
Rechtlich sind Abbruch und Entsorgung asbesthaltiger Materialien klar geregelt. Gefordert sind fachkundige Firmen, Schutzmaßnahmen für Arbeiter:innen und Umwelt sowie bestimmte Verpackungs- und Transportvorschriften. Ob bei diesem Einsatz Ausnahmen vorlagen oder Vorschriften verletzt wurden, ist derzeit nicht abschließend öffentlich dokumentiert.
Die KPÖ fordert darüber hinaus eine landesweite Strategie zur Asbestproblematik: Die Partei betont, Asbest sei kein rein historisches Thema, sondern auch heute noch in vielen Gebäuden vorhanden und könne bei unsachgemäßer Entfernung Menschen und Umwelt belasten. Für die Anrainer:innen in Gniebing bedeutet das zunächst eine Phase der Unsicherheit und die Erwartung, dass Gemeinde und Land schnell und transparent handeln.
Für Feldbach bleibt zu beobachten, ob die Gemeinde in den kommenden Tagen Auskünfte zum genauen Ablauf, zu eingesetzten Firmen und zu weitergehenden Schutzmaßnahmen liefert und ob das Land zusätzliche Kontrollen oder Vorgaben ankündigt.