ENGEN – Ein Schulverbund in Engen (Kreis Konstanz) ist am Donnerstagmorgen nach zwei anonymen Drohanrufen zweimal geräumt worden. Die Polizei suchte daraufhin die Gebäude und Geländebereiche systematisch ab, fand jedoch jeweils keine gefährlichen Gegenstände. Der Unterricht fiel für den Tag aus, die Ermittlungen zu Tätern und Motiv dauern an.
Chronologie der Ereignisse
Nach Angaben der Polizei ging der erste Drohanruf gegen 8.00 Uhr ein. Die Schulleitung leitete daraufhin umgehend eine Evakuierung ein; etwa 300 Schülerinnen und Schüler waren nach Polizeiangaben zunächst außerhalb der Gebäude. Nachdem die Einsatzkräfte die betroffenen Bereiche durchsucht und überprüft hatten, gaben sie die Räume nach rund eineinhalb Stunden wieder frei.
| Uhrzeit | Ereignis |
|---|---|
| ca. 08:00 | Erster Drohanruf, Räumung und Durchsuchung, Freigabe nach 1,5 Stunden |
| ca. 11:00 | Zweiter Drohanruf über angeblich deponierten Sprengstoff, erneute Räumung und Kontrolle, erneut nichts Gefährliches gefunden |
Reaktionen von Schule und Polizei
Eine Polizeisprecherin betonte, dass es in beiden Fällen «letztlich keine konkrete Gefährdung für Personen» gegeben habe. Die Behörden setzten die routinemäßigen Sicherheits- und Durchsuchungsmaßnahmen um, um jede potenzielle Gefahr auszuschließen.
„Eine konkrete Gefährdung für Personen bestand letztlich nicht“, teilte die Polizei mit.
Schulleiter Daniel Jedlicka erklärte, er und seine beiden Kollegen hätten die Eltern in einem Schreiben informiert und den Schulbetrieb eingestellt. Die Räumungen betrafen demnach das Gebäude der Hewenschule sowie den Rundbau des Anne-Frank-Schulverbundes. Wegen der laufenden Einschulungswoche habe ohnehin kein regulärer Nachmittagsunterricht stattgefunden.
Betroffene Gruppen und Organisation
Konkrete Personen- oder Sachschäden sind nach den bisherigen Erkenntnissen nicht festzustellen. Dennoch waren zahlreiche Kinder, Lehrkräfte und Eltern unmittelbar betroffen. Die wiederholte Drohung führte zu organisatorischem Aufwand bei Schule und Einsatzkräften und belastete das Vertrauen der Schulgemeinschaft in den Tagesablauf.
- Betroffene Einrichtungen: Hewenschule und Rundbau des Anne-Frank-Schulverbundes
- Anzahl der betroffenen Schülerinnen und Schüler: rund 300 vor Ort bei Eintreffen der Polizei
- Ergebnis der Durchsuchungen: keine Auffälligkeiten, Gebäude wieder freigegeben
Ermittlungsstand und offene Fragen
Die Polizei in Konstanz hat Ermittlungen zu den anonymen Anrufen eingeleitet. Zu möglichen Hintergründen, den Absendern der Drohungen oder einem möglichen Zusammenhang zwischen beiden Anrufen machte die Behörde keine konkreten Angaben. Solche Ermittlungen können Telefonrückverfolgungen, Auswertung von Anrufbeantworter-Mitschnitten und Spurenarbeit vor Ort umfassen; die Polizei sucht nach sachdienlichen Hinweisen aus der Bevölkerung.
Solche Fälle werfen darüber hinaus Fragen zur Prävention und Krisenkommunikation auf: Wie lassen sich Evakuierungsabläufe unter stressigen Bedingungen verbessern? Welche Informationswege sollten Schulen im Ernstfall nutzen, um Eltern schnell und verlässlich zu erreichen? Die Schulleitung habe nach eigenen Angaben zeitnah per Schreiben informiert; ob weitere Kommunikationskanäle genutzt wurden, ist nicht bekannt.
Konsequenzen für den Schulalltag
Der unmittelbare Unterrichtstag fiel aus. Langfristig können wiederholte Drohungen das Sicherheitsgefühl innerhalb der Schulgemeinschaft beeinträchtigen. Schulen in Baden-Württemberg arbeiten in solchen Fällen eng mit Polizei und Schulaufsicht zusammen, um Abläufe zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Eltern und Lehrkräfte sind aufgefordert, aufmerksam zu bleiben und verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden.
Die Ermittlungen laufen. Die Polizei bittet Personen, die zwischen den genannten Uhrzeiten verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder sachdienliche Hinweise zu anonymen Anrufen geben können, sich zu melden.
Wolfgang Maier, Korrespondent Baden-Württemberg