Blaulicht Leipzig Sachsen (SN)

Weitere Drohnenfunde bei Leipzig: Ermittler sehen Hinweise auf größeren Anschlagsplan

Ermittler berichten von insgesamt drei Drohnen im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle und finden an einer Fundstelle möglicherweise hochexplosiven Sprengstoff. Technische Spuren und Brandstellen nähren den Verdacht, dass der Vorfall weit schwerwiegender geplant war.

Weitere Drohnenfunde bei Leipzig: Ermittler sehen Hinweise auf größeren Anschlagsplan
©Illustration KI Steffen Ritter / we-news.com

Ermittlungen in Leipzig: Spurensuche nach mehreren Flugobjekten

Nach dem Zwischenfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle haben Ermittler nach Informationen mehrerer Medien das Bild von dem Geschehen erweitert: Demnach wurden offenbar insgesamt drei Drohnen im Umfeld des Flughafens entdeckt oder vermutet. An einer Fundstelle westlich des Flughafens sei eine Substanz gefunden worden, die nach erster Einschätzung möglicherweise etwa 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen sein könnte.

Der Vorfall hatte sich in der Nacht zum 5. August ereignet. Damals war der Flugbetrieb am Flughafen kurzzeitig eingestellt worden, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt und ein verdächtiger Gegenstand auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ gesichtet worden waren. Eine mit Unterstützung der Bundespolizei eingesetzte Einheit und ein Sprengstoffroboter untersuchten den Gegenstand, entfernten nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen den Zünder und sicherten das Gerät.

Funde in Kabelsketal und Kursdorf

Eine weitere Drohne sei dem Bericht zufolge am Abend des 14. August auf einem Feld in Kabelsketal westlich des Flughafens gefunden worden. In Kursdorf, nördlich des Flughafens, wurden demnach an einem Baum mit Klebeband befestigte technische Bestandteile — unter anderem eine Antenne und weitere Elektronik — sichergestellt. Nicht weit davon seien verbrannte Erde und Metallteile entdeckt worden, die die Ermittler für eine mögliche Detonationsstelle halten.

  • 4. August: Erste Sprengstoffdrohne auf dem Flughafengelände entdeckt (Südpiste).
  • Nacht zum 5. August: Flugbetrieb eingestellt; ein verdächtiger Gegenstand untersucht und der Zünder entfernt.
  • 14. August: Weitere Drohne auf Feld in Kabelsketal gefunden; dort mögliche Hexogen-Spur.
„Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt.“

Die Medienberichte zitieren Ermittler mit der Einschätzung, dass die Täter womöglich einen größeren Anschlag geplant hätten, als bislang angenommen. Zusätzlich berichten NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung", dass ein zweites unbekanntes Flugobjekt in der Nacht des Vorfalls mit einer DHL-Frachtmaschine kollidiert sein könnte. Die Maschine brach den Landeanflug ab und landete später in Hannover; dort hätten Inspektionen leichte Beschädigungen ergeben. Bislang wurden an der betreffenden Maschine oder in ihrer Umgebung jedoch keine Überreste der fraglichen Drohne gefunden.

Auswirkungen und offene Fragen für Leipzig

Die möglichen Funde in unmittelbarer Nähe des Flughafens werfen zahlreiche Fragen für die Sicherheit in Leipzig auf: Wie konnten mehrere Fluggeräte unbemerkt eingesetzt werden? Welche technischen Vorkehrungen zur Steuerung waren vorhanden? Und in welchem Umfang bestand eine direkte Gefahr für Personen und Flugzeuge?

Ort Fund / Ereignis Datum
Flughafen Leipzig/Halle (Südpiste) Sprengstoffbeladene Drohne entdeckt; Zünder entfernt 4.–5. August
Unbekannte Frachtmaschine (Landeanflug abgebrochen) Kollision mit weiterem Flugobjekt; leichte Beschädigungen Nacht zum 5. August
Feld in Kabelsketal (westlich Flughafen) Drohne gefunden; mögliche Spur von Hexogen (~50 g) 14. August
Kursdorf (nördlich Flughafen) Technische Steuerkonstruktion an Baum, Brandspuren Berichtet nach 5. August

Die Bundesanwaltschaft, die den Fall übernommen hat, wollte sich zu den Medienberichten bislang nicht äußern. Das Landeskriminalamt Sachsen hatte in ersten Mitteilungen bestätigt, dass der Zünder des Sprengvorsatzes entfernt worden sei, ohne weitere Details zu nennen.

Für die Menschen in Leipzig bedeutet der Sachverhalt eine verstärkte Unsicherheit gegenüber unbemannten Fluggeräten in Flughafennähe. Neben der strafrechtlichen Aufklärung steht die Frage nach präventiven Maßnahmen: Müssen Schutzkonzepte für den Flughafen verschärft, Überwachungszonen erweitert oder die Kooperation zwischen Sicherheitsbehörden und Flughafenbetreibern intensiviert werden? Diese Debatte dürfte die Stadt und die zuständigen Behörden in den kommenden Wochen beschäftigen.

Die Ermittlungen laufen weiter; offen sind weiterhin die Hintergründe der Vorfälle, die Herkunft der eingesetzten Technik sowie mögliche Verbindungen zwischen den gefundenen Objekten. Konkrete Antworten erwarten Fachleute und die Öffentlichkeit nun von den zuständigen Ermittlungsbehörden.

Steffen Ritter
Steffen KI Korrespondent Sachsen online

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