Für viele Menschen in der Grenzregion zu Österreich lohnt es sich aktuell, die Tankstellen jenseits der Grenze anzufahren. Ein Vergleich der Durchschnittspreise vom 3. September zeigt deutliche Unterschiede: Super-Benzin kostete in Baden-Württemberg im Mittel 2,23 Euro pro Liter, Diesel lag bei 2,26 Euro. In Österreich betrug der landesweite Durchschnittspreis für Benzin an diesem Tag 1,92 Euro, Diesel im Schnitt 2,14 Euro. Damit sind Ersparnisse von bis zu 30 Cent pro Liter möglich, wie der ADAC Württemberg in Stuttgart mitteilte.
Steuern und Preisbremsen als Hauptursache
Hauptgrund für das günstigere Tankverhalten in Österreich ist nach Angaben des Automobilclubs die unterschiedliche steuerliche Belastung: Die Belastung auf Kraftstoffe ist in Österreich geringer als die Energiesteuer in Deutschland. Zusätzlich wirkt derzeit eine staatliche Maßnahme in Österreich preisdämpfend: Die dortige Spritpreisbremse wurde zuletzt verlängert und beinhaltet unter anderem eine geringfügige Senkung der Mineralölsteuer um 1,9 Cent pro Liter.
Praktische Tipps für Grenzpendler
Neben den grundsätzlichen Steuerunterschieden gibt es auch taktische Erwägungen beim Zeitpunkt des Tankens. Nach ADAC-Angaben ist der günstigste Zeitpunkt in beiden Ländern gewöhnlich der Vormittag bis kurz vor 12:00 Uhr. In Österreich dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12:00 Uhr anheben; Preissenkungen sind jederzeit möglich. Dieses Modell hat Deutschland in diesem Jahr ebenfalls übernommen, was die Schwankungsbreite an Tagesrandzeiten erklärt.
- Sparpotenzial: Bis zu 30 Cent pro Liter bei Benzin.
- Bester Zeitpunkt: Vormittags bis kurz vor 12:00 Uhr.
- Steuern: Mineralölsteuer in Österreich niedriger als deutsche Energiesteuer.
Regionale Unterschiede und Preisverläufe
Innerhalb Österreichs ist das Preisniveau nicht einheitlich. In Vorarlberg, dem österreichischen Bundesland an der Grenze zum Bodensee, lagen die Preise laut ADAC ebenfalls in etwa auf dem genannten Durchschnittsniveau, während unmittelbar an der Grenze einzelne Tankstellen auch deutlich höhere Preise verlangen können. Das bedeutet: Nicht jeder Grenzort bietet automatisch die gleichen Vorteile.
| Datum | Baden-Württemberg (Ø) | Österreich (Ø) |
|---|---|---|
| 3. September | Super: 2,23 € Diesel: 2,26 € |
Super: 1,92 € Diesel: 2,14 € |
Rohölmarkt und geopolitische Einflüsse
Neben nationalen Steuerregelungen beeinflussen auch globale Ereignisse die Kraftstoffpreise. Nach Berichten war in den vergangenen Tagen ein Wiederaufflammen der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran zu beobachten; entsprechende militärische Aktionen hatten laut Berichten zu einem Anstieg der Rohölpreise geführt. Solche geopolitischen Spannungen können kurzfristig die Großhandelspreise für Öl erhöhen und damit mittelfristig auch die Tankstellenpreise beeinflussen.
Bedeutung für Verbraucher und Wirtschaft
Für Haushalte und Gewerbetreibende in der Grenzregion kann das Tanken in Österreich eine spürbare Entlastung darstellen, vor allem für Vielfahrer. Unternehmen mit Fuhrparks müssen jedoch die zusätzlichen Fahrzeiten und möglichen steuerrechtlichen Folgen bei grenzüberschreitenden Treibstoffkäufen gegenrechnen. Auch die lokale Wirtschaft in Baden-Württemberg kann durch ausbleibende Tankumsätze betroffen sein, wenn Anwohner häufiger über die Grenze zum Tanken ausweichen.
Ausblick
Ob die Preisdifferenz dauerhaft bleibt, hängt von mehreren Faktoren ab: politischen Entscheidungen zur Besteuerung und Subventionierung, Schwankungen am Rohölmarkt und dem Verhalten der Tankstellenbetreiber. Kurzfristig können Verbraucher durch Timing und Preisvergleiche sparen; langfristig wären steuer- und energiepolitische Maßnahmen erforderlich, um grundlegende Ungleichgewichte zu verändern.
Stuttgart, veröffentlicht für WE NEWS.