Kiel. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 deutlich nach oben korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatzanstieg von rund 10 bis 12 Prozent, nachdem bislang lediglich 2 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Treiber des Wachstums sind nach Unternehmensangaben insbesondere das Geschäft mit Überwasserschiffen und die Elektroniktochter Atlas Electronics.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres wuchs der Umsatz bereits um knapp 19 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte zu: von 98 auf 110 Millionen Euro. Zugleich blieb die Marge allerdings unter dem Ziel, unter anderem belastet durch gestiegene Verwaltungskosten.
„Alle haben Geld, aber keine Zeit mehr“, sagte TKMS-Chef Oliver Burkhard und verwies damit auf die starke Nachfrage, die nun vor allem abgearbeitet werden müsse.
Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen eine bereinigte Ebit-Marge von bis zu 6,5 Prozent an; zuvor war ein Wert von etwas über 6 Prozent kommuniziert worden. Konzernfinanzchef Paul Glaser bezeichnete die vorliegenden Zahlen als „wirklich sehr gute und sehr starke Zahl“.
Auftragseingang und Auftragsbestand
Dem gestiegenen Umsatz steht jedoch ein deutlich geringerer Auftragseingang gegenüber: In den ersten neun Monaten sank dieser von 8,6 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen erläutert, dass der Vorjahreswert durch zwei Großaufträge ungewöhnlich hoch gewesen sei.
Trotz des Rückgangs liegt der Auftragsbestand nach wie vor bei rund 20 Milliarden Euro, was dem Konzern eine gewisse Planbarkeit und Auslastungsperspektive sichere.
Regionale Bedeutung und internationale Nachfrage
TKMS, als Tochter eines Thyssenkrupp-Konzerns in Kiel, spielt eine zentrale Rolle für die maritime Industrie in Schleswig-Holstein. Neben dem klassischen Neubaugeschäft sorgt vor allem die Nachfrage nach Minenräumungskapazitäten von Staaten am Persischen Golf laut Unternehmensangaben für neue Impulse.
- Umsatz (erste 9 Monate): +19 Prozent (~1,9 Mrd. Euro)
- Bereinigtes Ebit: 98 → 110 Mio. Euro
- Auftragseingang: 8,6 → 3,6 Mrd. Euro
- Auftragsbestand: ~20 Mrd. Euro
Auswirkungen für Arbeitsplätze und Lieferketten
Die positive Umsatzentwicklung dürfte die Beschäftigungssituation und die Auslastung von Zulieferern in der Region stützen. Gleichzeitig erfordert die stärkere Nachfrage nach schnellen Lieferzeiten eine Anpassung der Produktions- und Projektplanung. Das Management betont, dass es nun vor allem darum gehe, die Bestellungen termingerecht abzuarbeiten.
Wie sich die veränderten Margenziele langfristig auswirken, hängt nach Unternehmensangaben von der weiteren Entwicklung der Verwaltungskosten, von Projektabschlüssen und von möglichen weiteren Großaufträgen ab.
Die Zahlen stammen aus einer Unternehmensmitteilung von TKMS vom 12. August 2026 und wurden ergänzt durch Statements der Konzernführung. Konkrete Personalzahlen oder weitere operative Details nannte das Unternehmen in der Mitteilung nicht.