Das traditionsreiche Biwak der Volksbank auf dem Neusser Münsterplatz fand in diesem Jahr unter ungewohnten Vorzeichen statt: Zum 45. Mal lud die Bank ein, doch an der Spitze des Hauses stehen nach dem Zusammengehen mit einer Krefelder Bank nun vier Vorstände, die zuvor noch nie am Neusser Schützenfest teilgenommen hatten. Die Kombination aus langjährigem Brauchtum und laufender Fusion prägte den Abend und war Gegenstand vieler Gespräche auf dem Platz.
Fusion und Tradition treffen aufeinander
Die Fusion der Volksbank Düsseldorf Neuss mit dem Krefelder Institut ist in den letzten Zügen. Mit dem Zusammenschluss hat die Bankführung eine neue Besetzung erhalten: vier Vorstände, alle aus Krefeld, führten dieses Jahr die Gastgeberrolle beim Biwak aus. Für viele Neusser ist das Biwak seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Schützenfestes; die Veranstaltung auf dem Münsterplatz besteht seit 45 Jahren.
Die neue Führungsriege war sichtbar bemüht, sich in das Neusser Brauchtum einzufinden. Zwei Vorstände berichteten, sie seien am Morgen angereist und hätten für den Abend „sich mal nichts vorgenommen“ — ein Hinweis darauf, dass sie den Ablauf und das Tempo des Festes erst kennenlernen wollten. Ein anderer Vorstand nutzte die Tage bereits aktiv: Christoph Gommans, seit Ende 2025 in der Leitung für Düsseldorf-Neuss, nahm am traditionellen Böllern teil und verfolgte die Parade vom Rathausbalkon.
„Mich hat vor allem die schiere Größe beeindruckt“, sagte Gommans und bezog sich dabei auf das Regiment.
Was das für Neuss bedeutet
Die Anwesenheit der neuen Vorstände bei einem so sichtbaren Ereignis wie dem Volksbank-Biwak hat Signalwirkung: Die Leitung demonstriert öffentliches Interesse an lokalen Traditionen, zugleich stehen Fragen zur zukünftigen Ausrichtung des Sponsorings im Raum. In einem Interview äußerte Gommans Optimismus, dass das Unternehmen nach der Fusion an dem Format festhalte; zugleich verwies er auf die Kosten, die mit der Bewirtung vieler Schützen verbunden seien. Konkrete Zusagen dazu liegen bislang nicht vor.
- 45 Jahre Volksbank-Biwak auf dem Münsterplatz
- Neue Führung: 4 Vorstände aus Krefeld übernehmen nach Fusion
- Regiment in Neuss: die Größe des Aufmarsches beeindruckte die neuen Gastgeber
| Fakt | Wert |
|---|---|
| Jahre des Biwaks | 45 |
| Anzahl neuer Vorstände | 4 |
| Regimentsstärke (genannte Größenordnung) | knapp 8000 Mann (von Gommans erwähnt) |
Für viele Besucher war es weniger die Frage nach finanziellen Details als das Zusammenspiel aus Feierlaune und Identität, das zählte. Das Biwak bietet seit Jahrzehnten einen Rahmen, in dem lokale Vereine, Bürgerinnen und Bürger und institutionelle Sponsoren zusammenkommen. Dass die neue Vorstandsriege nun erstmals Gastgeber war, erzeugte ein zusätzliches Interesse an Gesprächen über Kontinuität und Wandel.
Die Stimmung auf dem Münsterplatz blieb trotz der Aufmerksamkeit gelassen: Musik, Gespräche und das gemeinsame Feiern dominierten den Abend. Für die Verantwortlichen in Neuss wird es nun darum gehen, in den kommenden Monaten zu beobachten, wie die veränderte Führungsstruktur der Bank die Unterstützung lokaler Veranstaltungen beeinflusst. Eine klare Entscheidung, ob das Biwak in gewohnter Form fortgeführt wird, wurde auf dem Platz nicht verkündet; die Aussagen der Vorstände lassen jedoch Spielraum für den Erhalt der Tradition.
Die Kombination aus wirtschaftlichem Wandel und gelebtem Brauchtum stellt für Neuss eine konkrete Herausforderung dar: Es geht nicht nur um Sponsoringbudgets, sondern um die Frage, wie sich lokale Identität in Zeiten organisatorischer Umbrüche bewahrt. Das Biwak hat in diesem Jahr gezeigt, dass das Fest weiterhin ein Treffpunkt für Austausch bleibt — und dass neue Akteure bereit sind, sich auf die Tradition einzulassen.