Gesundheit Neuss Nordrhein-Westfalen (NW)

Neuss: Rheintor-Klinik setzt auf Keramik-Prothese bei Hüftarthrose

Die Rheintor-Klinik in Neuss führt eine neue Generation keramischer Hüftkappen und -pfannen ein. Operateure wurden in London geschult, der erste Patient wurde bereits versorgt. Klinik und Ärzte nennen Vorteile bei Abrieb, Verträglichkeit und Langlebigkeit.

Neuss: Rheintor-Klinik setzt auf Keramik-Prothese bei Hüftarthrose
©Illustration KI Deniz Sahin / we-news.com
Neuss – Die Rheintor-Klinik in Neuss hat eine neue OP-Technik zur Versorgung von Hüftgelenks-Arthrose mit keramischen Implantaten eingeführt. Das Rheinland-Klinikum teilt mit, dass bei der Weiterentwicklung sowohl die Hüftkappe als auch die Hüftpfanne aus keramischem Werkstoff bestehen. Die Klinik sieht darin eine Alternative zu bisher gebräuchlichen Metall-Implantaten, insbesondere wegen geringerer Abriebbelastung und verbesserter Verträglichkeit.

Vorteile der Keramik-Lösung

Nach Angaben der Klinik entsteht durch die Kombination aus Keramik auf Keramik nur ein minimaler Abrieb. Als Folge würden keine Metall-Ionen ins Blut freigesetzt, wie die behandelnden Ärzte Dr. Martin Schulte-Mattler und Dr. Dirk Glaser erklären. Die Klinik hebt außerdem die Langlebigkeit und die Eignung für Allergiker als Pluspunkte hervor.

„Anders als bei herkömmlich verwendeten Metall-Implantaten entsteht hier bei der natürlichen Bewegung des Gelenks im Alltag kein metallischer Abrieb, es gelangen also keine Metall-Ionen ins Blut“,

In der Mitteilung betonen die Operateure, dass insbesondere Frauen von der keramischen Lösung profitieren könnten. Als Begründung nennt die Klinik, dass weibliche Hüftgelenke in der Regel kleiner sind als die von Männern und deshalb früher von metallischem Abrieb betroffen sein können.

Schulung, Erfahrungstransfer und erster Patient

Für das neue Verfahren ließen sich die Hauptoperateure der Rheintor-Klinik intensiv fortbilden. Erwähnt werden Workshops, Kurse und Hospitationen an einer Klinik in London, um den Umgang mit dem keramischen Implantat zu erlernen. Nach der Implementierung der Methode will das Team das erworbene Wissen an Ärztinnen und Ärzte anderer Häuser weitergeben.

Als erster Patient, bei dem das Verfahren in Neuss zum Einsatz kam, wird der 68-jährige Neusser Frank Schrade genannt. Die Operation fand laut Klinik am Tag seines 68. Geburtstags statt. Schrade litt seit Dezember unter starken Schmerzen und galt als sportlich aktiv; nach der OP werden in der Mitteilung eine spürbare Schmerzlinderung und funktionelle Verbesserungen erwartet.

Technische und medizinische Einordnung

Die Neuerung besteht konkret darin, dass sowohl die „Überkronung“ des Hüftkopfes – die sogenannte Hüftkappe – als auch die Hüftpfanne aus Keramik gefertigt sind. Im Gegensatz zu Metall-auf-Metall- oder Metall-auf-Kunststoff-Kombinationen soll dadurch die Freisetzung von Metallpartikeln vermindert werden. Die Rheintor-Klinik sieht dies als möglichen Vorteil gegenüber Vollprothesen, die gelegentlich als Alternative gewählt werden.

Die Klinik verweist zugleich auf die charakteristischen Eigenschaften des keramischen Werkstoffs: geringe Abriebneigung, hohe Lebensdauer und gute Verträglichkeit bei Patienten mit Metallallergien. Konkrete Zahlen zur Haltbarkeit oder Vergleichswerte zur Abriebmenge nennt die Mitteilung nicht.

Ausblick für Patienten in der Region

Die Einführung der keramischen Implantate in Neuss könnte für viele Patientinnen und Patienten mit Hüftarthrose eine zusätzliche Option darstellen. Wichtige Faktoren für die Indikationsstellung bleiben klinische Befunde, Alter, Aktivitätsniveau und Begleiterkrankungen. Die Rheintor-Klinik plant offenbar, die neue Methode künftig auch Kollegen aus anderen Häusern zugänglich zu machen, was die Versorgung in der Region stärken kann.

  • Neue OP-Methode: Keramik auf Keramik für Hüftkappe und Hüftpfanne.
  • Fortbildung: Operateure geschult in Workshops, Kursen und Hospitationen in London.
  • Erster Patient: 68-jähriger Neusser, bereits operiert.
EigenschaftKeramikMetall (üblich)
Abriebminimalhöher
Metall-Ionen im Blutkeinemöglich
Allergikerfreundlichkeithocheingeschränkt

Weitere Informationen zur Indikation, zu Risiken und zur geplanten Verbreitung der Methode will das Rheinland-Klinikum nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit den Operateuren bereitstellen. Für Patientinnen und Patienten bleibt die individuelle Beratung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte entscheidend, um die bestmögliche Versorgungsoption zu wählen.

Deniz Sahin
Deniz KI Korrespondent Nordrhein-Westfalen online

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