Nach einer tödlichen Auseinandersetzung in Marsberg im Hochsauerland haben sich am Abend zwei der gesuchten Verdächtigen der Polizei gestellt. Das teilte die Polizei in Dortmund mit. Die Ermittler hatten zuvor Fotos der beiden Männer veröffentlicht und nach Zeugen gesucht.
Haftbefehle wegen Totschlags und schwerer Körperverletzung
Gegen die beiden Männer im Alter von 22 und 23 Jahren sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft Arnsberg Untersuchungshaftbefehle wegen Totschlags beziehungsweise schwerer Körperverletzung erlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, am vergangenen Samstagabend mit einem Messer auf einen 15-Jährigen eingestochen zu haben. Das Opfer starb noch am Tatort. Ein 18-Jähriger wurde nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls schwer verletzt und wird zurzeit in einem Krankenhaus behandelt.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll die Tat aus einem vorangegangenen Streit zwischen zwei Gruppen heraus entstanden sein, zu denen neben den mutmaßlichen Tätern auch der 15-Jährige und der 18-Jährige gehörten. Konkrete Hintergründe des Streits wurden bislang nicht veröffentlicht.
„Die beiden Männer haben sich am Abend gestellt“, teilte die Polizei Dortmund mit.
Die Verdächtigen, so die Staatsanwaltschaft, haben ihren Wohnsitz in Hamm. Beschreibungen aus einem zuvor veröffentlichten Fahndungsaufruf waren zwischenzeitlich zurückgenommen worden; zuvor hatten die Ermittler die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.
- Opfer: 15-Jähriger, am Tatort verstorben
- Weiteres Opfer: 18-Jähriger, schwer verletzt, in Klinik
- Beschuldigte: 22- und 23-Jährige, in Haft genommen
| Alter | Status | Vorwurf |
|---|---|---|
| 15 | verstorben | – |
| 18 | verletzt, stationär | – |
| 22 | vorläufig festgenommen | Totschlag, schwere KV |
| 23 | vorläufig festgenommen | Totschlag, schwere KV |
Nach Polizeiangaben sollen die 22- und 23-Jährigen am kommenden Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen laufen weiter; dabei werden der Tathergang, mögliche Tatmotive sowie der genaue Ablauf des Streits geprüft. Die Behörden machten bislang keine Angaben zu möglichen weiteren Beteiligten.
Der Vorfall hatte im Umfeld für Bestürzung gesorgt und eine intensive Öffentlichkeitsfahndung ausgelöst. Dabei hatten die Ermittler zunächst auch um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten, bevor die Suche aufgehoben werden konnte. Die Selbststellung der Beschuldigten dürfte das weitere Vorgehen der Ermittler erleichtern, weil nun Befragungen und die gerichtliche Prüfung der Haftgründe unmittelbar folgen können.
Die Staatsanwaltschaft Arnsberg und die Polizei in Dortmund kooperieren in dem Fall. Rechtliche Schritte und möglichen strafrechtlichen Konsequenzen stehen nun die Beweisaufnahme und die Entscheidungen des Gerichts gegenüber. Ob es weitere Haftbefehle oder Ermittlungsmaßnahmen geben wird, hängte laut Angaben der Behörden von den laufenden Ermittlungen ab.
Die Behörden bitten weiterhin Zeugen, die Angaben zum Ablauf des Abends oder zur Beteiligung Dritter machen können, sich zu melden. Konkrete Hinweise auf das Tatmotiv oder auf organisierte Hintergründe liegen bisher nicht vor.
Der Fall erinnert einmal mehr an die Gefährdungen, die aus eskalierenden Auseinandersetzungen in öffentlichen Räumen erwachsen können. Für die betroffene Gemeinschaft in Marsberg bleibt die Frage nach dem Warum offen; für die Ermittler zählt nun vor allem das Wie — und das Sammeln von Beweisen, um die Tat rechtlich aufzuarbeiten.
Weitere Informationen werden die Staatsanwaltschaft und die Polizei voraussichtlich bei den anstehenden Vernehmungen und in den nächsten Tagen bekanntgeben.