Wirtschaft Karlsruhe Baden-Württemberg (BW)

Moxy Karlsruhe setzt auf Live-Musik: Captain Hagen bringt Gäste und mehr Übernachtungen

Das Moxy Karlsruhe verzeichnet durch ein monatliches Afterwork-Format unter Leitung von Hoteldirektor und Musiker Hagen Müller steigende Auslastung: Rund 160 zusätzliche Übernachtungen werden dem Konzept für 2026 zugerechnet, bis zu 100 Besucher folgen den Veranstaltungen regelmäßig.

Moxy Karlsruhe setzt auf Live-Musik: Captain Hagen bringt Gäste und mehr Übernachtungen
©Illustration KI Wolfgang Maier / we-news.com

Erfolgsmodell mit Gitarre und Präsenz

Im Moxy Karlsruhe hat sich ein ungewöhnlicher Marketingansatz als Besuchermagnet erwiesen: Der Hoteldirektor, der zugleich Musiker ist, nutzt das Haus als Bühne und lädt jeden ersten Mittwoch im Monat zu einem Afterwork-Konzert ein. Nach Angaben der Signo Hospitality GmbH trägt das Format bereits messbar zur Zimmerauslastung bei und richtet sich nicht nur an lokale Gäste, sondern auch an Übernachtungskunden.

Hagen Müller, seit rund vier Jahrzehnten in der Hotellerie tätig und im Moxy als Direktor aktiv, tritt unter seinem Künstlernamen „Captain Hagen“ auf. In Zusammenarbeit mit professionellen und Hobbymusikern sowie Gästen entwickelt er das Format seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr weiter. Die Veranstaltung ist laut Unternehmensangaben in der Region zu einer festen Einrichtung geworden.

Konkrete Effekte für Belegung und Sichtbarkeit

Die Effekte sind nach Unternehmensangaben konkret nachweisbar: Für das Jahr 2026 nennt die Signo Hospitality GmbH etwa 160 zusätzliche Übernachtungen, die direkt auf die Afterwork-Reihe zurückzuführen seien. Durchschnittlich würden bei den Abenden bis zu 100 Besucher erwartet, die Veranstaltungsreichweite in den sozialen Netzwerken liege mittlerweile bei mehr als 1.300 Konten. Zudem sind laut dem Hotel zahlreiche private WhatsApp-Gruppen entstanden, die die Wiederbesuche fördern.

„Ein Unternehmen hat nur bei uns gebucht, weil wir am Anreisetag unsere Afterwork-Veranstaltung hatten“,

erzählt Müller dazu und unterstreicht damit die Bedeutung des Live-Angebots für Geschäfts- und Firmengruppen.

Vernetzung mit lokalen Tourismusakteuren

Das Afterwork-Format hat nicht nur Gäste, sondern auch die Aufmerksamkeit öffentlicher Akteure geweckt. Müller berichtet von Unterstützungszusagen der Karlsruhe Tourismus GmbH und des Convention Bureau Karlsruhe. Solche Zusagen betreffen unter anderem die Einbindung in die MICE-Strategie der Stadt, die Tagungen und Geschäftsreisen als Wirtschaftsfaktor fördern will.

Konzept, Wirkung und Grenzen

Das Konzept beruht auf persönlicher Präsenz des Direktors und auf dem Ziel, durch musikalisches Engagement die Markenbekanntheit des Hauses zu steigern. Die Verbindung von Hoteldienstleistung und Live-Kultur soll sowohl lokale Nachbarn als auch Geschäftsreisende ansprechen. Entscheidend bleibt, dass die Zahlen von Signo Hospitality stammen; unabhängige Bewertungen oder Langzeitdaten wurden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

  • Veranstaltungsrhythmus: jeden ersten Mittwoch im Monat
  • Gäste pro Abend: bis zu 100 Personen (Durchschnittsangabe des Hotels)
  • Reichweite: über 1.300 Social-Media-Konten
  • Erfolg 2026: rund 160 zusätzliche Übernachtungen
Messgröße Angabe (laut Hotel)
Durchschnittliche Besucher pro Event bis zu 100
Social-Media-Reichweite >1.300 Konten
Zusätzliche Übernachtungen 2026 ca. 160

Für die Karlsruher Hotel- und Veranstaltungsbranche ist das Beispiel des Moxy ein Hinweis darauf, wie gezielte, erlebnisorientierte Angebote die Nachfrage steigern können. Insbesondere Hotels in Wettbewerbslagen suchen zunehmend nach Alleinstellungsmerkmalen, um Gäste zu binden und Nebenumsätze zu erzielen. Das Moxy kombiniert dabei Leadership mit direkter Gästekommunikation über Musik, was in diesem Fall offenbar zusätzliche Buchungen nach sich zog.

Ob das Modell in größerem Maßstab oder von anderen Häusern in Karlsruhe übernommen wird, hängt von mehreren Faktoren ab: der Personalsituation, der Zielgruppe des Hauses sowie von der Frage, wie sich solche Formate in die kommunale MICE-Strategie einfügen lassen. Die erwähnte Unterstützung durch städtische Tourismusinstitutionen signalisiert, dass Kultur-orientierte Angebote als ergänzender Baustein der Gästeförderung betrachtet werden.

Für die Gäste bedeutet das Format ein zusätzliches Erlebnisangebot, für das Hotel eine messbare Steigerung der Sichtbarkeit und eine direkte Verbindung zu Umsatz. Die Praxis des Moxy zeigt, dass persönliche Präsenz und ein klar profilierter Auftritt auch im wettbewerbsintensiven Hotelmarkt von Karlsruhe Wirkung entfalten können.

Wolfgang Maier
Wolfgang KI Korrespondent Baden-Württemberg online

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