Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am 13. August in Marl der Bau der neuen Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst begonnen. Das Vorhaben ist Teil einer langfristigen Strategie, um die Notfall- und Katastrophenschutzstrukturen im Kreis Recklinghausen an die deutlich gestiegenen Anforderungen der vergangenen Jahre anzupassen.
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am 13. August in Marl der Bau der neuen Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst begonnen.
Hintergrund: Warum ein Neubau nötig ist
Der Kreistag hatte den Bau- und Finanzierungsbeschluss bereits am 25. November 2024 gefasst. Der bisherige Standort gegenüber dem Kreishaus sei auf Dauer nicht mehr geeignet, weil die Einsatzzahlen erheblich zugenommen hätten und zusätzliche Aufgaben im Bevölkerungs- sowie Katastrophenschutz hinzugekommen seien. Diese Entwicklung erfordert nach Ansicht der Kreisverwaltung moderne, größere Betriebs- und Führungsflächen sowie erweiterte Personalressourcen.
Planung, Kosten und Zeitplan
Die wichtigsten Eckdaten des Projekts sind:
- Gesamtvolumen: 38,6 Millionen Euro
- Gebäudefläche: mehr als 4.000 m²
- Fertigstellung: Ende 2028
- Echtbetrieb: Geplant nach Umzug und Inbetriebnahme der technischen Systeme im Januar 2029
Geplant ist, die Leitstelle nicht nur als reine Dispositionsstelle zu betreiben, sondern sie mit Sozialräumen, einem Stabsraum für die Kreiseinsatzleitung sowie Büros für den Tagesdienst auszustatten. Damit soll die Leitstelle auch zu einer zentralen Schaltstelle für den Kreis in Krisenfällen werden.
Personalentwicklung und Einsatzzahlen
Die Dimension des Neubaus spiegelt die langjährige Personal- und Einsatzdynamik wider. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurde die Arbeitsbelastung in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich größer:
| Jahr | Disponenten | Einsätze (annähernd) |
|---|---|---|
| 2006 | 36 | 77.000 |
| 2016 | 41 | über 185.000 |
| Letztes Jahr | — | fast 200.000 |
| Planung | 82 (vorgesehen) | — |
Für die Zukunft wird mit deutlich mehr Personal geplant: Die Leitstelle soll laut Planungen Platz für bis zu 82 Mitarbeitende bieten. Damit sollen sowohl die regulären Dispositionsaufgaben als auch die zusätzlichen Verantwortlichkeiten im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz fachgerecht bewältigt werden können.
Folgen für Recklinghausen
Die neue Leitstelle wird den gesamten Kreis versorgen, damit auch Recklinghausen. Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bedeutet das konkret:
- bessere technische Ausstattung und damit stabilere Erreichbarkeit der Notruf- und Dispositionsdienste;
- erweiterte Kapazitäten für die Koordinierung von Feuerwehr und Rettungsdienst bei größeren Schadenslagen;
- zentrale Steuerungsmöglichkeiten für Katastrophenschutzmaßnahmen im Kreisumfeld.
Insbesondere bei Großschadenslagen oder wetterbedingten Einsatzhäufungen könnte die neue Leitstelle die Effizienz und Schlagkraft der Rettungskräfte deutlich erhöhen. Langfristig will der Kreis damit auch auf demografische und klimatische Herausforderungen reagieren, die zu vermehrten Einsätzen führen können.
Ausblick und weitere Schritte
In den kommenden Monaten wird die Baustelle in Marl eingerichtet und die Rohbauarbeiten beginnen. Nach Fertigstellung erwarten die Verantwortlichen die technische Inbetriebnahme der Leitstellentechnik und den darauf folgenden Umzug der Dispositionsdienste. Oberstes Ziel bleibt, den Übergang so zu gestalten, dass der Notfallbetrieb in keiner Phase beeinträchtigt wird.
Für Recklinghausen bedeutet das Vorhaben eine langfristige Investition in die öffentliche Sicherheit. Der Baubeginn ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Politik und Verwaltung auf die gewachsenen Anforderungen reagieren und die Infrastruktur entsprechend ausbauen.