Ein Bild als Beginn einer Forschungsepoche
Ein Schwarz-Weiß-Foto aus dem August 1969 markiert den Auftakt der umfangreichen archäologischen Untersuchungen im Krefelder Stadtteil Gellep-Stratum, dem historischen Fundplatz des antiken Gelduba. Die Aufnahme stammt aus dem Nachlass des Pressefotografen Karl Heinz Lengwenings und dokumentiert, wie dort systematisch gegraben und beprobt wurde.
Wer führte die Grabungen
Die archäologischen Arbeiten wurden in enger Verbindung mit dem Museum Burg Linn durchgeführt. Unter der Leitung der Archäologin Renate Pirling konzentrierten sich die Untersuchungen auf das großflächige römisch-fränkische Gräberfeld sowie auf angrenzende Spuren einer germanischen Siedlung.
- Ort: Gellep-Stratum (antikes Gelduba)
- Jahr: 1969 (Beginn dokumentiert durch Pressefoto vom August)
- Leitung: Renate Pirling in Verbindung mit Museum Burg Linn
Der Fotograf und sein Archiv
Karl Heinz Lengwenings, Jahrgang 1927, arbeitete viele Jahre als Pressefotograf in Krefeld. Seine berufliche Stationen umfassen Tätigkeiten bei der „Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung (NRZ)” und der Westdeutschen Zeitung (WZ), bevor er 1970 zur Stadt Krefeld wechselte und dort die Stadtbildstelle leitete. Sein umfangreiches fotografisches Werk dokumentiert zahlreiche Aspekte des städtischen Lebens und der regionalen Geschichte.
„Das Pressefoto vom August 1969 zeigt den Beginn der umfangreichen Ausgrabungen.”
Bedeutung für die Krefelder Stadtgeschichte
Die dokumentierten Ausgrabungen gehören zu den systematischen Forschungsbemühungen, die das Verständnis der römisch-fränkischen Besiedlung und der Übergänge zur germanischen Kultur in der Region vertieft haben. Die Fotografien von Lengwenings sind dabei mehr als reine Illustrierung: Sie bilden einen visuellen Nachweis für Arbeitsweisen, Fundzusammenhänge und den damaligen Stand der Forschung.
Archiv, Bewahrung und Zugänglichkeit
Lengwenings legte ein umfangreiches privates Archiv an; die Bestände aus den Jahren 1954 bis 1970 umfassen mehrere hunderttausend SW-Negative. Späterer fotografischer Nachlass wurde in das offizielle Archiv der Stadt Krefeld übernommen. Die entstandenen Bilddokumente sind heute Grundlage für historische Recherchen, Ausstellungen und Publikationen zur Stadtgeschichte.
| Jahr | Ereignis / Rolle |
|---|---|
| 1954–1965 | Tätigkeit bei Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung (NRZ) |
| 1965–1970 | Bildjournalist für Westdeutsche Zeitung (WZ) |
| 1970–1989 | Leitung der Stadtbildstelle / Presseamt Krefeld |
Die historische Aufnahme und die damit verbundenen Akten erlauben einen Blick auf die frühe Phase wissenschaftlicher Bodendenkmalpflege in Krefeld. Für die Stadtgesellschaft bedeutet das Erhalt und die Zugänglichmachung solcher Quellen eine wichtige Grundlage zur Auseinandersetzung mit lokalen Wurzeln und zur Vermittlung regionaler Archäologie in Schulen und Museen.
Die Veröffentlichung der Pressefotos und der Hinweis auf das verfügbare Archiv bieten Forschenden und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Chance, Funde und Forschungsgeschichte vor Ort nachzuvollziehen. Die Bestände werden sowohl als kulturhistorisches Erbe als auch als Instrument kollektiver Erinnerung bewertet.
Die Dokumentation aus dem Nachlass Lengwenings wurde zudem in Zusammenarbeit mit Familienangehörigen und städtischen Stellen wissenschaftlich erschlossen und veröffentlicht, wodurch das Bildmaterial einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.