Friedliche Versammlung, dann Zusammenstoß am Rande
Auf dem Marktplatz in Göttingen ist es am Samstagabend nach einer zunächst friedlich verlaufenen Versammlung zu einer Auseinandersetzung mit einem spontanen Gegenprotest gekommen. Die Kundgebung mit dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ verlief laut Polizei bis zu ihrem Ende ohne Störungen. Im Anschluss eskalierte die Lage, als die Teilnehmenden die Versammlung verließen.
Polizeikette und Reizstoffeinsatz
Nach Angaben der Einsatzleitung bildeten Beamte eine feste Kette, um ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppen zu verhindern. Als Personen aus dem Gegenprotest versuchten, die Polizeikette zu durchbrechen, setzten die Einsatzkräfte unmittelbaren Zwang ein und gebrauchten nach eigenen Angaben auch Pfefferspray, um die Situation zu beruhigen.
Die Polizei gab an, dass die Lage angespannt war und ein direktes Aufeinandertreffen verhindert werden musste.
Bei den Maßnahmen erlitten mehrere Polizistinnen und Polizisten Reizstoffverletzungen; nach einer Mitteilung von Behördenhand waren dies zwölf Einsatzkräfte. Ob es Verletzte unter den Demonstrierenden gab, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet und prüft mögliche Straftaten in Zusammenhang mit den Vorfällen.
Spontaner Gegenprotest und Einsatzumfang
Die Polizei bezeichnete den Gegenprotest als spontan entstanden. Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rosenkranzes laut Bericht rund 20 Personen umfassten, störten Gegenprotestierende bereits während der Versammlung durch Zwischenrufe und laute Musik. Beim Abmarsch kam es schließlich zu konkreten Angriffen auf die Teilnehmenden der Kundgebung, woraufhin die Einsatzkräfte einschritten.
- Versammlung: „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“, ca. 20 Teilnehmende
- Gegenprotest: spontan formiert, störte bereits während der Kundgebung
- Polizeiliche Maßnahmen: Bildung einer Kette, Einsatz von Pfefferspray, unmittelbarer Zwang
| Fakt | Zahl/Angabe |
|---|---|
| Teilnehmende Rosenkranz | rund 20 |
| Verletzte Polizeikräfte | 12 durch Reizstoff |
| Angaben zu Zwangsanwendungen | Polizei berichtet von zahlreichen unmittelbaren Zwangsmaßnahmen |
Konsequenzen und Ermittlungen
Die Göttinger Polizei untersucht den Vorfall und will den genauen Ablauf rekonstruieren. Dabei wird geprüft, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorlag, etwa weil Personen versucht hätten, die Polizeikette zu durchbrechen oder Gewalttätigkeiten gegenüber Teilnehmenden ausgeübt worden seien. Aussagen zur Anzahl von Verletzten unter den Demonstrierenden konnten die Behörden bislang nicht bestätigen.
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher des Marktplatzes bleibt die Polizei eine zentrale Informationsquelle. Solche Zwischenfälle verdeutlichen die Herausforderung für Einsatzkräfte, Versammlungsfreiheit und öffentlichen Schutz gleichermaßen zu bewahren — insbesondere wenn im öffentlichen Raum gegensätzliche Ansichten aufeinandertreffen.
Die Ermittlungen dauern an; die Polizei kündigte an, mögliche Straftaten konsequent zu verfolgen und weiteres Bildmaterial sowie Zeugenaussagen auszuwerten.
Kontakt: Bei Beobachtungen oder sachdienlichen Hinweisen zum Ablauf bittet die Polizei Göttingen um Meldungen über die üblichen Dienststellen.