Probephase soll Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen
Ingolstadt setzt zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 einen neuen Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheit in der Nähe von Schulen: In einem befristeten Versuch werden an zwei Grundschulen morgens für eine halbe Stunde Teile der angrenzenden Straßen für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Maßnahme zielt darauf ab, die durch sogenannte Elterntaxis ausgelösten unübersichtlichen Situationen zu reduzieren und den Schulweg für Kinder sicherer zu machen.
Als Versuchsstandorte benannte das Verkehrsmanagement die Grundschule an der Münchener Straße und die Grundschule Gotthold-Ephraim-Lessing. Betroffen sind zwei Straßenabschnitte: die Lindberghstraße zwischen der Münchener Straße und der Mercystraße sowie der Untere Taubentalweg zwischen der Lessingstraße und der Christoph-von-Schmid-Straße. Die Sperrzeiten gelten von Montag bis Freitag jeweils von 7.30 bis 8.00 Uhr.
Details des Verkehrsversuchs
| Schule | Betroffener Straßenabschnitt | Sperrzeit |
|---|---|---|
| Grundschule Münchener Straße | Lindberghstraße (Münchener Straße–Mercystraße) | Mo–Fr, 7:30–8:00 |
| Grundschule Gotthold-Ephraim-Lessing | Untere Taubentalweg (Lessingstraße–Christoph-von-Schmid-Straße) | Mo–Fr, 7:30–8:00 |
Während dieser halbstündigen Sperrung ist das Einfahren mit Fahrzeugen untersagt; Fußgänger und Radfahrende dürfen die Abschnitte weiterhin passieren. Laut Mitteilung der Stadt soll der Versuch zunächst für ein Jahr laufen. Ziel ist es, die Maßnahme im Verlauf zu beobachten, notwendige Anpassungen vorzunehmen und am Ende gemeinsam mit Eltern, Schulen und der Polizei auszuwerten, ob eine dauerhafte Einrichtung sinnvoll ist.
„Wir werden den einjährigen Verkehrsversuch selbstverständlich auch vor Ort begleiten und falls erforderlich optimieren“,
erklärte Ulrich Schäpe, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement und Geoinformation.
Gründe und Konsequenzen
Verkehrsbeobachtungen hatten an beiden Standorten ein auffälliges Aufkommen von Bring- und Abholverkehren zur Unterrichtszeit gezeigt. Solche Konzentrationen führen nach Auffassung der Verwaltung regelmäßig zu Situationen, in denen die Übersichtlichkeit leidet und Kinder gefährdet werden. Mit der Einrichtung der Schulstraßen verfolgt die Stadt das Ziel, diese Konflikte zu entschärfen und die Aufenthaltsqualität rund um die Schulzugänge zu verbessern.
Die temporäre Sperrung soll zudem die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren und Alternativen zum Bringen mit dem Auto fördern. Langfristig ist zu prüfen, ob eine dauerhafte Regelung eingeführt wird. Die Stadt kündigte an, die Lage in der Umgebung genau zu beobachten und auf Rückmeldungen der Betroffenen einzugehen. Sollte sich während des Versuchs neue problematische Verkehrsverlagerung oder gar eine Gefahrenlage ergeben, behalte man sich Änderungen vor.
Was Anwohnende und Eltern wissen sollten
- Die Sperre gilt werktags von 7.30 bis 8.00 Uhr für beide benannten Abschnitte.
- Fußgänger und Radfahrende sind weiterhin zugelassen.
- Der Versuch läuft zunächst für ein Jahr und wird anschließend gemeinsam mit Polizei und Beteiligten ausgewertet.
Wie sich die Maßnahme in der Praxis auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Stadtverwaltung betont, dass es bei Bedarf Anpassungen geben werde. Für Eltern, Lehrer und Anwohnende ist der Versuch eine Einladung zur Mitwirkung: Beobachtungen und Hinweise aus dem Alltag vor Ort fließen in die Evaluation ein und entscheiden mit über die Zukunft der Schulstraßen in Ingolstadt.