Im Audi-Werk in Ingolstadt hat die Serienproduktion des neuen Kompakt-Elektroautos A2 e-tron begonnen. Der Hersteller hebt die Geschwindigkeit und Effizienz des Projekts hervor: Von der Entwicklung bis zur Serienreife seien 21 Monate vergangen, deutlich weniger als bei früheren Fahrzeugprojekten.
Weniger Komplexität, engere Abstimmung
Audi beschreibt mehrere Maßnahmen, die die Abläufe im Werk vereinfachen sollen. So wurde die Zahl produktionsrelevanter Teilenummern reduziert, wodurch weniger logistische Supermärkte nötig seien. Karosserien des A2 e-tron werden gemeinsam mit denen des A3 gefertigt. Durch diese Standardisierung sollen Prozesse und Materialwirtschaft schlanker werden.
„Perlenkette“
Neu in Ingolstadt ist demnach das Produktionsprinzip der „Perlenkette“: Die Reihenfolge der Kundenaufträge wird sechs Tage vor Montagebeginn festgelegt. Audi erwartet durch die feste Sequenz eine geringere Komplexität, eine direkt in der richtigen Reihenfolge produzierte und verpackte Lieferung vom Zulieferer sowie Einsparungen bei Lager- und Sequenzierflächen.
Automatisierung und Wiederverwendung von Komponenten
Laut Mitteilung nutzt der Produktionsstart vorhandene Ressourcen: Mehr als 1.200 Fertigungskomponenten werden eingesetzt, darunter Roboter-Schweißzangen. Rund 250 Roboter, die bereits bei anderen Audi-Modellen verwendet wurden, kommen weiter zum Einsatz. Beim Radanbau ersetzen vollautomatische Roboter-Stationen bisher halbautomatisierte Schraubstationen. Ergänzend erkennt und greift ein Bin Picking-System Bauteile mittels Bildverarbeitung und kamerageführter Robotersteuerung.
- Entwicklungszeit: 21 Monate von Entwicklung bis Serienreife
- Fertigungskomponenten: mehr als 1.200
- Wiederverwendete Roboter: rund 250
- Neue Produktionslogik: „Perlenkette“ mit fester Reihenfolge sechs Tage vor Montage
Digitale Vernetzung und KI-Unterstützung
Die Montage des A2 e-tron wird digital stärker vernetzt. Die Industrie-Cloud „Edge Cloud 4 Production“ soll die Montageprozesse unterstützen; Prüf- und Werkerführungssysteme werden zentral aus der Cloud gesteuert. Audi gibt an, dadurch in der Montage mehr als 450 Industrie-PCs einzusparen. Parallel kommen KI-basierte Wissensassistenten zum Einsatz, die Beschäftigte bei der Suche nach Fachwissen und Dokumentationen sowie Instandhaltungsteams bei Fehleranalyse und Lösungsfindung unterstützen.
Vorbereitung der Beschäftigten
Für die Umstellung und den Start der Produktion nennt Audi praxisnahe Schulungen und virtuelle Qualifizierungen als Teil der Vorbereitung der Belegschaft. Das Konzept kombiniere praktische Bausteine an der Montagelinie mit digitalen Angeboten, heißt es.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Entwicklungsdauer | 21 Monate |
| Fertigungskomponenten | mehr als 1.200 |
| Wiederverwendete Roboter | rund 250 |
| Industrie-PCs eingespart | mehr als 450 |
Für Ingolstadt hat der Produktionsstart mehrere lokale Bedeutungen: Er bestätigt die Rolle des Standortes als wichtiges Zentrum der Audi-Produktion und signalisiert Investitionen in moderne Fertigungsverfahren. Welche Auswirkungen sich kurzfristig auf Beschäftigung, Zulieferer und regionale Logistik ergeben, bleibt abzuwarten; Audi nennt in der Mitteilung keine konkreten Zahlen zu zusätzlichen Stellen oder zu einer Veränderung des Personalbedarfs.
Der A2 e-tron ist ein kompaktes Elektrofahrzeug; Audi betont, dass durch die Kombination aus Wiederverwendung bewährter Komponenten und neuen digitalen Produktionsprinzipien die Wettbewerbsfähigkeit des Modells gestärkt werden soll. Die tatsächliche Wirkung auf Qualität, Kosten und Lieferfähigkeit wird sich in den kommenden Monaten an den Produktionszahlen und Auslieferungen zeigen.