Bei einem Hubschrauberabsturz in einem Waldgebiet bei Neudorf, einem Ortsteil von Sehmatal im Erzgebirge, ist am Freitagmorgen der Pilot ums Leben gekommen. Das teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Der Hubschrauber war nach ersten Erkenntnissen im Rahmen von Forstarbeiten unterwegs, um den Waldboden zu kalken.
Rettungskräfte stufen Lage als Großbrand ein
Nach dem Aufprall geriet die Maschine in Brand. Die Feuerwehr konnte das Feuer zwar rasch löschen und ein Ausbreiten verhindern, dennoch erlag der Pilot noch am Unglücksort seinen Verletzungen, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Angaben zur Identität des Verunglückten wurden von der Polizei zunächst nicht gemacht.
Kreisbrandmeister Falko Auerswald berichtete, dass mehr als 85 Einsatzkräfte ausgerückt seien, weil der Brand zunächst als Großschadenslage eingestuft worden sei. Vor Ort blieben später noch Kräfte mit einem Löschfahrzeug für Absicherungs- und Nachlöscharbeiten.
Polizei und Spezialbehörde übernehmen Ermittlungen
Die Ermittlungen zur Absturzursache laufen. Zuständig sind nach Angaben der Polizeidirektion die Kriminalpolizei sowie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Die Polizei erhielt um 9.55 Uhr Kenntnis von dem Unfall.
Obgleich der Hubschrauber bei Forstarbeiten eingesetzt war, handelt es sich nach Angaben von Sachsenforst nicht um ein Fluggerät des staatlichen Unternehmens. Für Kalkungsmaßnahmen würden häufig externe Firmen beauftragt. Ob der verunglückte Pilot zu einem solchen Dienstleister gehörte, wurde bislang nicht bestätigt.
Warum wird im Wald gekalkt?
Das Kalken von Waldböden dient dazu, Versauerungsschäden auszugleichen, die durch Umwelteinflüsse wie sauren Regen oder Stickstoffeinträge entstehen können. Durch gezielte Kalkgaben soll die Bodenchemie stabilisiert und die Vitalität der Bestände gefördert werden. Einsatzflüge zu solchen Maßnahmen sind besonders in unzugänglichem, steilem Gelände üblich.
Für die Bevölkerung ergeben sich daraus vor allem Fragen zur Sicherheit solcher Einsätze und zur Transparenz der beteiligten Unternehmen und Auftraggeber. Die Polizei kündigte an, alle relevanten Umstände zu prüfen, darunter Flugroute, Wartungszustand des Hubschraubers und mögliche Umweltfaktoren.
Das Einsatzgeschehen im Überblick
| Datum | Freitag (laut Mitteilung) |
|---|---|
| Ort | Neudorf (Sehmatal), Erzgebirge |
| Betroffene | Ein getöteter Pilot |
| Einsatzkräfte | Mehr als 85 Feuerwehrleute; Polizei und BFU verantwortlich für Ermittlungen |
| Ursache | Unbekannt; Ermittlungen laufen |
Reaktionen und Folgefragen
Die schnelle Brandbekämpfung verhinderte nach Angaben der Einsatzleitung ein größeres Waldfeuer. Dennoch bleiben Fragen zum Ablauf des Einsatzfluges offen. Von Interesse für die weitere Aufklärung werden sein:
- Die Zuständigkeit und mögliche vertragliche Beziehungen zwischen Sachsenforst und externen Luftfahrtdienstleistern.
- Technische Daten des Hubschraubers sowie Hinweise auf Wartungs- oder Betriebsdefizite.
- Wetter- und Sichtbedingungen zum Zeitpunkt des Absturzes.
Die BFU wird in der Regel Flugdatensicherung, technische Untersuchung und Befragungen durchführen; ihre vorläufigen Befunde können aber mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Informationen für Anwohner und Waldbesucher
Anwohner im Bereich Sehmatal/Neudorf wurden gebeten, Sperrungen und Absperrmaßnahmen der Einsatzkräfte zu respektieren. Personen in der Umgebung sollten sich von den Einsatzstellen fernhalten, um die Arbeit der Rettungskräfte nicht zu behindern.
Die Polizeidirektion Chemnitz hat angekündigt, sobald weitere überprüfbare Fakten vorlägen, über die Ergebnisse der Ermittlungen und mögliche Gefährdungsursachen zu informieren.
Der tödliche Absturz erinnert daran, dass Forsteinsätze aus der Luft trotz routinierter Abläufe mit erheblichen Risiken verbunden sind. Die Behörden stehen nun vor der Aufgabe, Ursache und Ablauf des Unfalls lückenlos zu dokumentieren und daraus gegebenenfalls Sicherheitsmaßnahmen abzuleiten.