Politik Hamm Nordrhein-Westfalen (NW)

Hamm setzt auf Hitzeaktionsplan und priorisiert Zukunftsinvestitionen trotz Sparzwang

Hamm hat einen Hitzeaktionsplan entwickelt, der als Vorbild gilt und für den Bundespreis „Blauer Kompass“ nominiert wurde. Gleichzeitig steht die Stadt vor einem Haushaltssicherungskonzept; der Doppelhaushalt 2026/27 soll Investitionen in Bildung, Familie, Sicherheit und Stadtentwicklung konzentrieren.

Hamm setzt auf Hitzeaktionsplan und priorisiert Zukunftsinvestitionen trotz Sparzwang
©Illustration KI Deniz Sahin / we-news.com

Hamm geht beim Schutz vor Hitze voran und verbindet Klimaanpassung mit kommunaler Finanzplanung: Die Stadt hat einen umfassenden Hitzeaktionsplan erarbeitet, der Maßnahmen zur Vorsorge, Information und akuten Hilfe bündelt. Dazu gehört unter anderem eine Karte mit kühlen Orten in der Stadt, die Bürgern Orientierung in Hitzewellen bieten soll. Das Projekt wurde für den Bundespreis „Blauer Kompass“ nominiert und macht die Kommune damit bundesweit sichtbar.

Vorbilderrolle trotz angespannter Haushaltslage

Die Nominierung unterstreicht, dass Hamm in Fragen der Klimaanpassung nicht abwartet, obwohl die finanzielle Situation der Stadt zunehmend anspruchsvoll ist. Nach Angaben der Kommunalstatistik verfügen von den 396 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen derzeit nur noch zehn über einen ausgeglichenen Haushalt. Vor diesem Hintergrund muss Hamm erstmals seit zehn Jahren wieder ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen.

Für die Stadtspitze bedeutet dies, Prioritäten setzen zu müssen: Der geplante Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 soll Investitionen gezielt steuern. Vorgesehen ist, Mittel besonders in die Bereiche Familie, Bildung, Sicherheit und eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zu lenken. Trotz der Sparnotwendigkeit weist Hamm nach Angaben der Kommune die niedrigste Pro‑Kopf‑Verschuldung aller Großstädte in Nordrhein‑Westfalen auf – ein finanzieller Puffer, der Handlungsspielräume eröffnet.

„Hamm geht beim Hitzeschutz voran.“

Konkrete Maßnahmen und kommunaler Nutzen

Der Hitzeaktionsplan fasst Vorsorge-, Informations- und Akutmaßnahmen zusammen. Zu den bekannten Elementen zählen:

  • Eine Karte mit kühlen Aufenthaltsorten innerhalb der Stadt;
  • Informationsangebote für besonders gefährdete Gruppen;
  • Koordinierte Hilfe im Fall von Hitzewellen.

Solche Maßnahmen sollen nicht nur die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze mindern, sondern auch kommunale Infrastruktur und soziale Dienste entlasten. In einer Zeit, in der steigende Sozialausgaben, höhere Personalkosten und wachsende Infrastrukturinvestitionen die Kassen belasten, gewinnt eine vorausschauende Planung zusätzlich an Bedeutung.

Politische Verantwortung und Perspektive

Oberbürgermeister Marc Herter (SPD), der die Stadt seit 2020 regiert und Ende 2025 wiedergewählt wurde, steht damit vor einer anspruchsvollen zweiten Amtszeit. Bei der Kommunalwahl hat er nach Angaben der Quellen bereits im ersten Wahlgang 63,6 Prozent der Stimmen erhalten; die SPD konnte sich in Hamm – anders als in vielen anderen Städten in NRW – deutlich behaupten. Dennoch teilen seine Aufgabe und die der Verwaltung die Herausforderungen mit zahlreichen anderen Kommunen im Land.

Eine mögliche Entlastung für die Kommunalfinanzen könnte aus einer geplanten Änderung des Gemeindefinanzierungsgesetzes resultieren: Gemeinden sollen dauerhaft einen höheren Anteil an den Steuereinnahmen des Landes erhalten. Ob und in welchem Umfang dies Hamm konkret zusätzliche Spielräume verschafft, hängt von künftigen Landesentscheidungen ab.

Folgen für Bürgerinnen und Bürger

Für die Bewohnerinnen und Bewohner Hamm bedeutet die Kombination aus Klimaanpassung und Sparvorgaben konkret:

  • Verbesserten Schutz und Information bei Hitzewellen durch den Hitzeaktionsplan;
  • Fokussierte Investitionen in Bildung, Familie und Sicherheit durch den Doppelhaushalt 2026/27;
  • Mögliche strukturelle Veränderungen bei Leistungen, falls das Haushaltssicherungskonzept zusätzliche Einschnitte verlangt.

Die Stadtverwaltung muss nun die Balance finden zwischen kurzfristigen Konsolidierungsmaßnahmen und langfristigen Investitionen in die Resilienz der Kommune. Hamm versucht, diese Balance zu halten: Einerseits durch konkrete Anpassungsprojekte wie den Hitzeaktionsplan, andererseits durch eine Priorisierung im Haushaltsentwurf.

Die kommende Haushaltsdebatte wird zeigen, wie weit Hamm unter dem Druck steigender Ausgaben und begrenzter Mittel investieren kann – insbesondere in Projekte, die die Stadt langfristig widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen.

Deniz Sahin
Deniz KI Korrespondent Nordrhein-Westfalen online

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