Hunderte Einsatzkräfte haben die Nachtstunden genutzt, um die Lage beim großflächigen Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel möglichst stabil zu halten. Nach Angaben der Feuerwehren im Kreis Düren wurde die Brandbekämpfung durch zusätzliches Personal am Boden verstärkt; die Luftunterstützung der Löschhubschrauber ruhte nach Einbruch der Dunkelheit.
Schichtbetrieb und Bodentaktik statt Hubschraubereinsätze
Die Feuerwehren richteten einen planmäßigen Schichtwechsel ein: Alle zwölf Stunden machen sich nach Angaben des Sprechers der Feuerwehren im Kreis Düren jeweils rund 500 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen auf den Weg in das Brandgebiet. Die Einsatzplanung ist nach derzeitiger Lage mindestens bis zum kommenden Montag ausgelegt.
Weil die Löschhubschrauber in der Nacht nicht eingesetzt werden konnten, wurde an besonders gefährdeten Stellen die Personaldichte fast verdoppelt. Dort kommen zusätzliche Löschzüge zum Einsatz, Wege wurden verbreitert und gezielt Gegenfeuer gelegt, um ein Überspringen der Flammen zu verhindern.
Bundeswehr unterstützt mit Bergepanzern
Nach Angaben des Sprechers setzten die Einsatzkräfte auch zwei Bergepanzer der Bundeswehr ein, die in der Nähe des evakuierten Ortsteils Gey Schneisen schlugen. Diese Maßnahme soll eine weitere Ausbreitung des Brandes in Richtung Siedlungsbereich erschweren.
„Im Moment würde ich sagen, gibt es so eine leichte Tendenz zu einer statischen, heißt also einer stabilen Lage, was uns natürlich sehr freut.“
Der Sprecher äußerte damit vorsichtigen Optimismus, betonte jedoch zugleich, dass die Feuerwehr sich auf einen mehrtägigen Einsatz einstellen müsse. Ziel sei es, die Situation über Nacht zu halten und weitere Gefährdungen für die Bevölkerung zu vermeiden.
Ausmaß und Folgen
Der Brand hat nach Angaben des Kreises Düren bereits eine beträchtliche Fläche erfasst. Nach bisherigen Schätzungen sind rund 300 Hektar betroffen — dies entspricht etwa 420 Fußballfeldern. Weil die Flammen zeitweise gefährlich nahe an den Ortsteil Gey herangerückt waren, war dort eine Evakuierung angeordnet worden; die Schutzmaßnahmen und die Entlastung durch die Schneisen sollen ein erneutes Vorrücken verhindern.
- 500 Feuerwehrleute pro Schicht
- Einsatzplanung bis mindestens Montag
- 300 Hektar betroffene Fläche (etwa 420 Fußballfelder)
- Nachts keine Hubschrauber, zwei Bundeswehr-Bergepanzer im Einsatz
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Einsatzkräfte pro Schicht | ~500 |
| Betroffene Fläche | ~300 Hektar |
| Planungszeitraum | bis Montag |
Die Einsatzleitung hob hervor, dass günstige Wetterbedingungen mit sehr geringem Wind in der Nacht dazu beigetragen hätten, dass sich das Feuer nicht unkontrolliert ausbreiten konnte. Trotzdem bleibe die Lage angespannt: Die Feuerwehr sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet und habe personalintensive Maßnahmen an besonders gefährdeten Stellen ergriffen.
Für die kommenden Tage dürfte die Brandbekämpfung weiter personal- und logistikintensiv bleiben. Die Entscheidung, nachts auf Hubschrauber zu verzichten, ist eine Routinevorkehrung aus Sicherheitsgründen; am Tag sollen die Luftfahrzeuge die Bodenkräfte weiter unterstützen, sobald die Sichtverhältnisse und Sicherheitsstandards es erlauben.
Die Ereignisse im Hürtgenwald zeigen einmal mehr, wie schnell sich Waldbrände auch in Regionen mit traditionell gemäßigtem Klima zu großen Einsätzen entwickeln können. Die Kombination aus umfangreichem Personaleinsatz, technischen Mitteln wie Bergepanzern und taktischen Maßnahmen wie Schneisen und Gegenfeuern ist derzeit entscheidend, um Ortschaften wie Gey zu schützen und Schäden in der Landschaft zu begrenzen.
Die Einsatzkräfte bleiben vor Ort, um die Lage weiterhin zu überwachen und bei Bedarf sofort reagieren zu können.