Ein Leben für die Herzchirurgie
Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) trauert um Prof. Dr. Harald Dalichau. Der frühere Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ist am 26. Juli im Alter von 91 Jahren verstorben. Dalichau prägte die Entwicklung der Herz- und Gefäßchirurgie an der UMG über Jahrzehnte und gilt als einer der Wegbereiter für die Herztransplantation am Göttinger Universitätsklinikum.
Meilenstein: Erste Herztransplantation in Göttingen
Unter der Leitung von Dalichau gelang am 26. Juni 1991 gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Friedrich‑Wilhelm Mohr die erste erfolgreiche Herztransplantation an der UMG. Der Patient stammte aus Wilhelmshaven und war 48 Jahre alt. Aus dieser Leistung entstand in den frühen 1990er Jahren ein organisiertes Herztransplantationsprogramm in Göttingen, das die regionale Versorgung von schwer herzkranken Patienten nachhaltig beeinflusste.
- Datum des ersten Eingriffs: 26. Juni 1991
- Alter bei seinem Tod: 91 Jahre
- Funktion: Ehemaliger Direktor und Inhaber des Lehrstuhls für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
„Engagierter Herz-, Thorax- und Gefäßchirurg, inspirierender Hochschullehrer und national sowie international geschätzter Wissenschaftler.“
So beschreibt die UMG Dalichau in ihrem Nachruf. Die Klinik würdigt insbesondere seine Rolle bei der Etablierung der endoluminalen Gefäßchirurgie, also dem Einsetzen von Gefäßstützen (Stents) zur dauerhaften Offenhaltung verengter Gefäße.
Wissenschaftliche und regionale Bedeutung
Dalichau war langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und anschließend Emeritus der Medizinischen Fakultät. Seine Forschung und Lehre trugen dazu bei, die chirurgischen Standards an der UMG weiterzuentwickeln und Nachwuchskräfte auszubilden. Die Etablierung neuer Therapieverfahren wie der endoluminalen Gefäßchirurgie bleibt Teil seines wissenschaftlichen Erbes.
Stationen seines Lebens
Geboren wurde Dalichau 1934 in Dresden. Er studierte in Berlin und Frankfurt am Main und promovierte 1959. Nach seiner Facharztausbildung für Allgemeinchirurgie spezialisierte er sich auf Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, baute an der UMG eine klinische Abteilung auf und prägte die Versorgung Herzkranker in der Region.
| Jahr/Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1934 | Geburt in Dresden |
| 1959 | Promotion |
| 26. Juni 1991 | Erste Herztransplantation an der UMG |
| 26. Juli | Verstorben im Alter von 91 Jahren (Jahresangabe laut UMG) |
Weitere persönliche Details zu Stationen seines Wirkens und zur Trauerfeier nennt die Universitätsmedizin in ihrem Nachruf; die Klinik würdigt Dalichau als Lehrer und Forscher und hebt seine nationalen wie internationalen Anerkennungen hervor.
Auswirkungen für Göttingen
Die Leistungen Dalichaus haben die medizinische Infrastruktur in Göttingen nachhaltig beeinflusst. Die Einführung komplexer Herzchirurgie-Programme und die frühe Etablierung von Herztransplantationen erweiterten die Versorgungsmöglichkeiten für schwerkranke Patientinnen und Patienten in der Region. Kolleginnen und Kollegen sowie ehemalige Studierende und Patientinnen und Patienten werden sich an seinen Beitrag zur Klinik, zur Forschung und zur Lehre erinnern.
Die Universitätsmedizin Göttingen hat den Tod Dalichaus öffentlich gemacht und in einem Nachruf gewürdigt. Angaben zur Gedenkfeier oder zum Kontakt für Kondolenzen wurden von der UMG veröffentlicht.