Gettorf (Kreis Rendsburg‑Eckernförde) – Die Erntebilanz für Getreide in Schleswig‑Holstein fällt in diesem Jahr weniger üppig aus als 2025. Nach Angaben des Statistikamts Nord wird die Getreideernte ohne Körnermais auf knapp 2,2 Millionen Tonnen geschätzt, womit sie gegenüber dem Vorjahr um rund 9 Prozent zurückgeht. Die Anbaufläche für Getreide verringerte sich um knapp 3 Prozent auf 278.600 Hektar, was etwa 17,6 Prozent der Landesfläche entspricht.
Witterung prägt Ernteergebnis
Die Landwirtschaftsministerin des Landes, Cornelia Schmachtenberg (CDU), stellte die Zahlen bei einer Veranstaltung auf einem Hof in Gettorf vor. Sie machte deutlich, dass das Ergebnis stark von wechselhaften Witterungsbedingungen beeinflusst worden sei. Nässephasen sowie Trockenheit und Hitzeperioden hätten gleichermaßen zu Ertragsminderungen geführt; örtlich hätten zudem schwere Unwetter die Erträge zusätzlich belastet.
„Wie stark sich Wetterextreme auf die Landwirtschaft auswirken können.“
Mit dieser nüchternen Feststellung unterstrich Schmachtenberg die Vulnerabilität der Pflanzenproduktion gegenüber klimatischen Schwankungen. Die Ministerin verwies darauf, dass solche Extremereignisse regionale Unterschiede in der Erntehöhe verstärken – Felder in einem Landkreis können deutlich schlechter dastehen als in einem benachbarten.
Bedeutung des Bodens für künftige Erträge
Als zentrales Fazit nannte Schmachtenberg die Notwendigkeit, die Bodenqualität zu erhalten und zu verbessern. Ein gesunder, widerstandsfähiger Boden könne Wasser besser aufnehmen und speichern, wodurch die Pflanzen auch in trockeneren Phasen stabiler versorgt würden. Er sei damit ein entscheidender Faktor zur Sicherung langfristiger Erträge.
Die Mahnung zielt zugleich auf Praktiken in der Landwirtschaft und auf Förderpolitik: Maßnahmen zur Erhöhung der Bodengesundheit – etwa durch organische Substanzzufuhr, angepasste Fruchtfolgen oder erosionsschützende Bewirtschaftung – können nach Ansicht der Ministerin dazu beitragen, die Auswirkungen extremer Witterung abzumildern.
Konkrete Zahlen auf einen Blick
| Position | Wert |
|---|---|
| Getreideernte (ohne Körnermais) | knapp 2,2 Mio. Tonnen |
| Veränderung gegenüber 2025 | - ca. 9 % |
| Anbaufläche für Getreide | 278.600 Hektar (≈ 17,6 % der Landesfläche) |
| Flächenveränderung | - knapp 3 % |
Regionale Unterschiede und Folgen
Das Statistikamt Nord weist darauf hin, dass die Ernteerträge im Land nicht einheitlich gesunken sind. Regionale Bedingungen – etwa Bodenart, lokale Niederschlagsmuster und die Häufigkeit von Starkregenereignissen oder Trockenperioden – führten zu teils erheblichen Abweichungen zwischen Landkreisen und Betrieben. Für einzelne Landwirte kann der Rückgang deutliche wirtschaftliche Folgen haben, besonders dort, wo ohnehin enge Margen bestehen.
Auch die Verringerung der Anbaufläche um knapp 3 Prozent spielt in die Gesamtbilanz hinein: Sie kann Hinweise auf betriebliche Anpassungen oder Fruchtfolgen sein, die Landwirte angesichts der Witterungslage und der Marktbedingungen gewählt haben. Konkrete Gründe für die Flächenveränderung benennt das Statistikamt in der vorliegenden Zusammenfassung nicht im Detail.
Ausblick und politische Bedeutung
Die Zahlen der Ernte 2026 werden in der politischen Debatte zur landwirtschaftlichen Zukunft des Landes eine Rolle spielen. Maßnahmen zur Förderung von Bodenverbesserung, Wasserrückhalt und angepasster Betriebsführung können nun als Stellschrauben gesehen werden, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Gleichzeitig dürften Versicherungsfragen, Hilfsprogramme nach Unwetterschäden und Forschungsförderung zu resilienten Anbausystemen in den kommenden Monaten stärker thematisiert werden.
- Getreideernte (ohne Körnermais): knapp 2,2 Mio. Tonnen (-9 % gegenüber 2025)
- Anbaufläche: 278.600 Hektar (- knapp 3 %)
- Hauptursachen für Rückgang: Nässe, Trockenheit, Hitze und örtliche Unwetter
Das Statistikamt Nord lieferte die Zahlen, die Ministerin stellte die Schlussfolgerungen vor. Für Landwirte und Politik bleibt nun die Aufgabe, aus diesen Erkenntnissen konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Bodenresilienz und zur Anpassung an häufigere Wetterextreme abzuleiten.
Malte Boysen, WE NEWS, Korrespondent Schleswig‑Holstein