Rostock — Eine Eisenbahnfähre im Rostocker Hafen ist am Mittwochnachmittag nach dem Austritt eines Gefahrstoffs evakuiert worden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rostock wurde bei der Beladung bemerkt, dass aus einem Wagen ein unbekannter toxischer Stoff entwichen war. Rettungskräfte sicherten die Einsatzstelle, mehrere Personen wurden zur Untersuchung gebracht, Abfahrten wurden annulliert.
Großeinsatz von Feuerwehr und Wasserschutzpolizei
Die Reederei und die Einsatzkräfte reagierten zügig: Die Fähre „Mecklenburg‑Vorpommern“ war laut Polizei mit insgesamt 209 Personen an Bord — darunter 164 Passagiere und 51 Besatzungsmitglieder. Feuerwehr, Wasserschutzpolizei sowie Spezialeinheiten in Chemikalienschutzanzügen übernahmen die Gefahrenabwehr und sperrten den Gefahrenbereich großräumig ab.
- Die Evakuierung der Fähre erfolgte beim Liegeplatz im Rostocker Hafen.
- Vier Besatzungsmitglieder wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.
- Nach ersten Erkenntnissen könnten bis zu drei Personen leicht verletzt sein.
„Um welchen Stoff es sich handele, sei unklar“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock.
Ein Sprecher der Reederei Stena Line teilte mit, der Austritt einer giftigen Flüssigkeit sei beim Beladen festgestellt worden. Danach wurden Passagiere zurück zum Terminal gebracht; vom ursprünglichen Schiffspersonal blieben der Kapitän und einige weitere Mitarbeiter an Bord. Für sie bestehe allerdings keine Gefahr, hieß es.
Auswirkungen auf den Fährverkehr
Als unmittelbare Folge des Vorfalls fielen geplante Abfahrten aus: Die für etwa 15.00 Uhr angesetzte Überfahrt nach Trelleborg wurde abgesagt, ebenso die für 22.00 Uhr geplante Rückfahrt aus der schwedischen Hafenstadt. Die Reederei gab an, dass vier Crewmitglieder aus Vorsichtsgründen in ein Krankenhaus gebracht worden seien.
| Angaben | Zahlen |
|---|---|
| Personen an Bord | 209 |
| Passagiere | 164 |
| Besatzungsmitglieder | 51 |
| Hospitalisierte Crew | 4 (vorsorglich) |
| Leichtverletzte (erste Angaben) | Bis zu 3 |
Die genaue Identität des freigesetzten Stoffes blieb zunächst offen. Ermittler und Feuerwehr testeten Proben und sicherten den betroffenen Waggon. Spezialkräfte in Schutzanzügen führten Messungen durch, um Gefährdungspotenziale für Passagiere, Mannschaft und Hafenbetrieb auszuschließen.
Konsequenzen und offene Fragen
Der Vorfall wirft mehrere Fragen auf: Wie konnte es beim Beladen zu einem Austritt kommen, welche Sicherheitsvorkehrungen bestanden im Umgang mit dem betreffenden Waggon, und welche Langzeitfolgen sind für die betroffenen Personen sowie für den Hafenbetrieb zu erwarten? Behörden und Reederei kündigten an, die Ursache zu klären und die Ergebnisse zu veröffentlichen, sobald Laborbefunde vorlägen.
Für die betroffenen Passagiere bedeutete der Einsatz vor allem Unsicherheit und Verzögerungen. Die schnelle Evakuierung und die umfangreiche Absperrung verhinderte nach Angaben der Einsatzkräfte jedoch ein größeres Schadensereignis.
Der Rostocker Hafen ist sowohl national als auch international ein wichtiger Umschlagplatz für Personen- und Güterverkehr. Störungen durch Gefahrstoffeinsätze können daher weitreichende logistische Folgen haben — insbesondere, wenn Verbindungen ins Ausland wie die Strecke nach Trelleborg betroffen sind.
Die Ermittlungen zu Art und Ursache des Gefahrstoffaustritts dauern an. Bis zur Klärung setzen die Behörden auf Vorsicht: abgesperrte Bereiche, weiterhin laufende Messungen und Untersuchungen sowie die Vermeidung weiterer Personenbewegungen in der unmittelbaren Umgebung.
Auch wenn die Lage aktuell als unter Kontrolle beschrieben wird, bleibt die Situation für Betroffene und Anwohner unangenehm — und für die zuständigen Stellen eine ernste Aufgabe. Ein kleiner, aber nicht unbedeutender Trost: Dank des raschen Zusammentreffens von Reederei- und Einsatzkräften konnte Schlimmeres verhindert werden.