Schockanruf führt zu zwei Geldübergaben in Kettwig
In Essen‑Kettwig sind Unbekannte am Donnerstagnachmittag (10. September) mit einer klassischen Schockanruf‑Masche erfolgreich gewesen. Ein 83‑jähriger Mann erhielt gegen 13:00 Uhr einen Anruf über sein Festnetz, in dem ihm mitgeteilt wurde, seine Tochter habe einen tödlichen Autounfall verursacht. Nur durch die Zahlung einer hohen Kaution könne eine Haft vermieden werden. Der Senior folgte den Anweisungen der Täter und übergab in der Folge Goldmünzen sowie hohe Bargeldbeträge — insgesamt im sechsstelligen Bereich.
Die Täter organisierten zwei Übergabetermine: zunächst gegen 15:30 Uhr im Haus des Geschädigten in der Thiemannstraße, später am Nachmittag an einer Tankstelle in der Nähe des Landgerichts an der Hufelandstraße. Erst nach Rückkehr in seine Wohnung erkannte der 83‑Jährige, dass es sich um einen Betrug handelte, und informierte die Polizei.
Tatbeschreibung, Tätermerkmale und Fahndungsaufruf
Die Polizei Essen sucht nun nach Zeugen und bittet um Hinweise zu den beiden Boten. Der Geschädigte beschrieb die Männer wie folgt:
- Erster Mann: etwa 30–35 Jahre alt, schlank, blond, circa 178 cm groß.
- Zweiter Mann: etwas kräftiger, etwa 170 cm groß, dunkle Haare; er trug eine dunkle Hose und ein farbiges T‑Shirt.
| Datum | Uhrzeit | Ort | Ereignis |
|---|---|---|---|
| 10.09.2026 | ~13:00 | Thiemannstraße (Festnetz) | Schockanruf über angeblichen tödlichen Unfall der Tochter |
| 10.09.2026 | ~15:30 | Thiemannstraße (Wohnung) | Übergabe von Bargeld/Gold |
| 10.09.2026 | später am Nachmittag | Tankstelle, Hufelandstraße (bei Landgericht) | weitere Übergabe |
Die Polizei Essen weist ausdrücklich darauf hin: „Glauben Sie solchen Anrufen nicht. Geben Sie am Telefon keine Infos über Ihre Familie oder Ihr Geld weiter. Legen Sie auf und rufen Sie selbst zurück. Geben Sie niemals Geld an Fremde.“
Vorsichtsmaßnahmen und Prävention
Die Polizei nutzt den aktuellen Fall, um noch einmal grundlegende Sicherheitsregeln zu empfehlen. Opfer von Schockanrufen werden häufig so unter Druck gesetzt, dass sie schnell und ohne Rückfragen handeln. Die Essener Behörden raten daher:
- Seien Sie misstrauisch bei Anrufen unbekannter Nummern, insbesondere wenn persönliche Krisen geschildert werden.
- Geben Sie keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
- Legen Sie auf und rufen Sie die angeblich betroffene Person unter einer Ihnen bekannten Nummer zurück, um die Angaben zu prüfen.
- Übergeben Sie niemals Geld, Bankkarten oder Wertsachen an unbekannte Personen.
- Bei Verdacht: verständigen Sie umgehend die Polizei.
Wer Beobachtungen im Bereich der Thiemannstraße oder in der Nähe des Landgerichts / Hufelandstraße gemacht hat bzw. Angaben zu den beschriebenen Personen machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Essen zu melden. Hinweise nimmt die Wache telefonisch unter 0201/829‑0 oder per E‑Mail an hinweise.essen@polizei.nrw.de entgegen.
Kontext im Revier: Betrugsmaschen bleiben aktuell
Der Vorfall in Kettwig reiht sich in eine anhaltende Serie von Fällen ein, in denen vor allem ältere Menschen mit emotionaler Manipulation und erfundenen Notlagen zur Herausgabe von Wertsachen gedrängt werden. Für Angehörige und Nachbarn bedeutet das: aufmerksam bleiben, Gespräche suchen und digitale sowie analoge Sicherheitsmechanismen stärken — vom gemeinsamen Notfallplan über Telefonnummern bis hin zur Verständigung mit der Polizei. Gerade in belebten Bereichen wie rund um das Landgericht sind Zeugenhinweise oft entscheidend für die Aufklärung.
Die Polizei Essen betont, dass die Täter häufig gut organisiert auftreten und mit psychologischem Druck arbeiten. Deshalb ist die schnelle Meldung und das Teilen von Beobachtungen in der Nachbarschaft für die Ermittlungen von großer Bedeutung.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei prüft Spuren und ergänzt die Fahndung, solange Informationen verfügbar sind.