Die bundesweiten Ermittlungen zum versuchten Anschlag mit einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle richten den Blick inzwischen auch nach Serbien. Nach Angaben deutscher und serbischer Sicherheitsbehörden haben dortige Ermittler Bauteile einer modifizierten Drohne sowie weitere Verdachtsmomente sichergestellt, die nun auf Verbindungslinien zum Leipziger Vorfall geprüft werden.
Fund in Serbien wird mit Leipziger Vorfall verglichen
Der serbische Militärgeheimdienst habe bei Kontrollen am 11. Juni nahe der ungarischen Grenze zwei Fahrzeuge gestoppt, berichtete das Nachrichtenportal, das die Informationen zusammenfasste. In einem Wagen seien nach Angaben der serbischen Behörden Teile einer modifizierten Drohne und Sender zur Fernsteuerung gefunden worden, im anderen zwei mit Sprengstoff gefüllte Konservendosen. Die beiden Personen in den Fahrzeugen sitzen seit dem 12. Juni in Untersuchungshaft.
Deutsche Ermittlungsbehörden prüfen nun, ob die sichergestellten Bauteile und der Sprengstoff in Serbien mit dem am 4. August am Flughafen Leipzig/Halle entdeckten Drohnenkörper zusammenhängen. Recherchen, die Teil eines größeren Ermittlungskomplexes sind, begannen demnach bereits im Frühjahr dieses Jahres.
„Leipzig als Weckruf für ganz Europa“
Frühere Funde und mögliche Zusammenhänge
Den serbischen Angaben zufolge hatten Sicherheitskräfte bereits am 5. April in der nordserbischen Gemeinde Kanjiža größere Mengen Sprengstoff sowie Material zur Vorbereitung von Sprengsätzen sichergestellt. Der Fundort lag in der Nähe der Gaspipeline „Balkan Stream“, die Serbien und Ungarn verbindet. Zunächst ermittelten die Behörden deswegen wegen des Verdachts eines Sabotageversuchs gegen die Pipeline.
Als auffällige Parallele berichten Ermittler, dass bei den serbischen Fotodokumentationen Metallbüchsen zu sehen waren, die den Dosen ähneln sollen, die auch im Zusammenhang mit der Drohne in Leipzig gefunden wurden. Konkrete technisch-forensische Übereinstimmungen zwischen den Objekten werden nach Angaben der beteiligten Stellen noch geprüft.
- 11. Juni: Kontrolle zweier Fahrzeuge nahe der ungarischen Grenze; Bauteile einer modifizierten Drohne und Sender sichergestellt.
- 12. Juni: Beide Verdächtige in Untersuchungshaft.
- 5. April: Sicherstellung von Sprengstoff und Vorbereitungs-Material nahe der Pipeline „Balkan Stream“ in Kanjiža.
- 4. August: Entdeckung einer mit Sprengstoff und Zünder präparierten Drohne nahe Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle.
Offene Fragen und Bedeutung für die Region
Bisher gibt es nach öffentlichen Berichten keine Bestätigung für die Identität weiterer Beteiligter oder für eine direkte Befehlskette zwischen den sichergestellten Materialien in Serbien und dem Versuch in Leipzig. Die deutschen Ermittler prüfen sowohl technische Spuren als auch mögliche logistische Verbindungen.
Für Leipzig bedeutet die Entwicklung, dass Sicherheitsbehörden auf lokaler Ebene verstärkt mit Bundesbehörden und internationalen Partnern zusammenarbeiten müssen, um Herkunft und Zweck der verwendeten Materialien zu klären. Bislang ist unklar, ob es sich um einen isolierten Sabotageversuch, organisiertes kriminelles Handeln oder um hybride, grenzüberschreitende Aktivitäten handelt.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 5. April | Sicherung von Sprengstoff und Material in Kanjiža (Serbien) |
| 11. Juni | Kontrolle zweier Fahrzeuge; Drohnenbauteile und Sprengstoffdosen gefunden |
| 12. Juni | Haft für die beiden Beschuldigten |
| 4. August | Entdeckung einer präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle |
Die Ermittlungen werden erwartungsgemäß fortgesetzt. Fachleute betonen, dass forensische Vergleiche von Materialien und Bauweisen Zeit benötigen, um belastbare Aussagen zu ermöglichen. Lokalpolitisch und in der Bevölkerung sorgen die Meldungen bereits jetzt für Besorgnis, weil sie die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur und den internationalen Charakter moderner Bedrohungslagen verdeutlichen.