Nach dem Fund von Teilen einer Drohne in der Nähe des Bundeswehr-Fliegerhorstes Wunstorf untersucht die Bundesanwaltschaft, ob ein Zusammenhang mit dem Anfang-August bekannt gewordenen Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle bestehen könnte. Eine Sprecherin der Karlsruher Behörde erklärte, man prüfe den Sachverhalt:
„Wenn ein Zusammenhang bestehen könnte, schauen wir uns das an.“
Suche auf schwer zugänglichem Gelände läuft
Ermittler durchkämmen seit Anfang der Woche ein teils schwer zugängliches Gelände in der Region Hannover. Nach Angaben der Behörden gehen sie davon aus, dass eine Drohne dort abgestürzt und in mehrere Teile zerbrochen sei. Ziel des Polizeieinsatzes ist es, weitere Drohnenteile sowie mögliche Hinweise auf den Eigentümer oder den Piloten zu finden. Die Suche sollte nach früheren Angaben auch am Freitag fortgesetzt werden.
Das niedersächsische Landeskriminalamt führt in dem Fall einen sogenannten Gefahrenabwehrvorgang. Die Bundesanwaltschaft machte deutlich, dass der Generalbundesanwalt in dem konkreten Wunstorf-Vorgang derzeit nicht selbst ermittelt; dieser leitet Ermittlungen in dem Fall am Flughafen Leipzig/Halle.
Bilder und Bauteile werfen Fragen auf
Berichte, unter anderem des NDR, hatten zuvor auf Ähnlichkeiten in der Bauweise der bei Wunstorf gefundenen Drohnenteile mit denen des Leipziger Vorfalls hingewiesen. Demnach soll ein gefundener Teil aus einem 3D-Drucker stammen und damit nicht handelsüblich sein. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft verwies dazu auf ihre generelle Praxis, Berichte nicht kommentieren zu wollen.
- Fundort: Gebiet östlich des Steinhuder Meeres, unweit des Fliegerhorstes Wunstorf.
- Gefahreneinschätzung: Das niedersächsische LKA geht davon aus, dass für die Bevölkerung keine Gefährdung bestand.
- Ermittlungszuständigkeit: Gefahrenabwehrvorgang beim LKA Niedersachsen; separate Ermittlungen zum Leipziger Vorfall durch den Generalbundesanwalt.
Kontext: Der Vorfall in Leipzig
In Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden. Für diesen Vorfall ermittelt die Generalbundesanwaltschaft. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Angriff verantwortlich; Moskau bestreitet die Vorwürfe.
| Ereignis | Bekannte Angaben |
|---|---|
| Fund in Wunstorf | Anfang der Woche: Drohnenteile, mutmaßlicher Absturz |
| Vorfall Leipzig/Halle | Anfang August: mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen |
Der Fliegerhorst Wunstorf ist ein bedeutender Bundeswehrstandort; östlich des gefundenen Fundgebiets liegt der Stützpunkt, auf dem unter anderem die A400M-Transportflugzeuge stationiert sind. Genauere Angaben zu den entdeckten Bauteilen oder deren technischem Aufbau machten die Behörden bislang nicht öffentlich.
Für Leipzig sind mehrere Konsequenzen denkbar: Zum einen stehen Sicherheitsbehörden und Flughafenbetreiber weiterhin im Fokus, weil ein direkter technischer oder logistischer Zusammenhang die Einschätzung von Bedrohungslagen verändern würde. Zum anderen lässt der Fund Fragen zur Herkunft und Verfügbarkeit spezieller Drohnenteile offen, etwa wenn Teile aus 3D-Druckern gefertigt wurden und damit nicht leicht über reguläre Kanäle zurückzuverfolgen sind.
Die Ermittlungen in Niedersachsen und die Prüfung durch die Bundesanwaltschaft sollen klären, ob es tatsächlich Verbindungen zwischen den Fällen gibt und ob sich daraus neue Ermittlungsschwerpunkte ergeben. Bis zu konkreteren Ergebnissen halten die Behörden an unterschiedlichen Zuständigkeiten fest: Während das LKA Niedersachsen zunächst Gefahrabwehrmaßnahmen koordiniert, bleibt der Leipziger Vorgang in Karlsruhe in den Händen des Generalbundesanwalts.
Die Suche nach weiteren Teilen und Hinweisen dauert an; die Bundesanwaltschaft betonte erneut die Abwägung zwischen transparenter Information und dem Schutz laufender Verfahren in Karlsruhe.