In Bottrop-Kirchhellen sind vergangenen Freitag 18 Schildkröten ausgesetzt worden. An der Fundstelle in der Nähe des Alten Postwegs konnten zunächst 17 Tiere geborgen und in eine Schildkrötenauffangstation gebracht werden. Nach mehrmaliger Suche wurde später eine weitere Griechische Landschildkröte aufgefunden und in Sicherheit gebracht.
Artzusammensetzung und Geschlechterverhältnis
Nach Angaben der Tierrechtsorganisation handelt es sich um insgesamt 18 Tiere, darunter überwiegend Griechische Landschildkröten. Konkret wurden festgestellt:
- 7 weibliche Griechische Landschildkröten
- 9 männliche Griechische Landschildkröten
- 1 Breitbandschildkröte (Spur-thighed)
- 1 weitere Griechische Landschildkröte, die nach einer wiederholten Suche gefunden wurde
| Art | Anzahl |
|---|---|
| Griechische Landschildkröte (weiblich) | 7 |
| Griechische Landschildkröte (männlich) | 9 |
| Breitbandschildkröte | 1 |
| weiteres Fundtier (später geborgen) | 1 |
Reaktionen und Forderungen
Die Tierrechtsorganisation PETA hat den Vorfall öffentlich gemacht und fordert in diesem Zusammenhang ein bundesweites Verbot von Handel und Haltung bestimmter Wildtiere in Privathaushalten. PETA wandte sich dabei an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und schlägt vor, bestehende Haltungen nur bis zum natürlichen Lebensende der Tiere weiterzuführen.
„Ohne die Helfer hätten die Schildkröten vermutlich nicht lange überlebt. Sie einfach sich selbst zu überlassen und ihren Tod in Kauf zu nehmen, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA.
Die Organisation kritisiert, dass der Handel mit anspruchsvollen Tieren oft unabhängig vom notwendigen Fachwissen erlaubt sei. In der Folge käme es regelmäßig zu Aussetzungen oder zu überforderten Haltern, die Tiere abgäben oder aussetzten. PETA verweist zudem auf die Belastung von Tierheimen und Auffangstationen durch Wildtiere, die besondere Haltungsbedingungen benötigen.
Belohnung und Hinweisaufruf
Zur Aufklärung des Falls bietet PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise an, die zur rechtskräftigen Verurteilung der verantwortlichen Person oder Personen führen. Personen, die Beobachtungen gemacht haben oder Informationen zum Geschehen geben können, werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden oder direkt Kontakt zu PETA aufzunehmen. Die Organisation nennt dafür die Telefonnummer 0711-8605910 sowie die Möglichkeit, per E-Mail Hinweise zu senden; Angaben können auch anonym erfolgen.
Lokale Bedeutung und Folgefragen
Für Bottrop hat der Fund mehrere lokale Implikationen: Zum einen betrifft er den Tierschutz im Stadtgebiet und die Kapazitäten lokaler Auffangstellen, zum anderen wirft der Fall Fragen nach kontrolliertem Handel und nach Informationsangeboten für potenzielle Halter auf. Ein mögliches Haltungsverbot, wie von PETA gefordert, würde bundesweit gültige Konsequenzen haben, bei dessen Umsetzung aber auch Übergangsregelungen für bestehende Tierhalter geklärt werden müssten.
Die Ermittlungen zur Herkunft der Tiere und zu den Umständen des Aussetzens laufen. Konkrete Hinweise zum Tathergang, zur verantwortlichen Person oder zu möglichen Zeugen sind derzeit nicht veröffentlicht worden. Die Polizei und PETA hoffen auf Unterstützung aus der Bevölkerung, um die Hintergründe aufzuklären und strafrechtliche Schritte zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum Verbleib der Tiere oder zu Maßnahmen der Stadt Bottrop liegen derzeit nicht vor. Wer sachdienliche Hinweise hat, wird gebeten, die genannten Stellen zu kontaktieren.