Die ARD will die neuen Folgen der Krimireihe „Tatort” künftig bereits vor der Sonntagsausstrahlung in der eigenen Mediathek bereitstellen. Damit müssen Fans nicht mehr bis zum klassischen Sendeplatz am Sonntag um 20.15 Uhr warten: Die Produktionen werden in Zukunft exklusiv einige Tage früher online zugänglich sein. Auch die Reihe „Polizeiruf 110” soll nach Angaben des Senders vor der linearen Ausstrahlung im Netz gezeigt werden.
Start mit Charlotte Lindholm
Den Auftakt der neuen Saison macht die Kommissarin Charlotte Lindholm, gespielt von Maria Furtwängler. Die Folge mit dem Titel „König in Gelb” wird registrierten Nutzern der ARD-Mediathek bereits am 11. September zur Verfügung stehen und wie geplant am 13. September um 20.15 Uhr im Ersten gesendet.
Warum die Änderung Bedeutung hat
Der Schritt markiert eine Anpassung an veränderte Sehgewohnheiten: Streaming und On-Demand haben lineares Fernsehen in den letzten Jahren stark verändert. Indem die ARD neue Folgen vorab online stellt, reagiert sie auf das Nutzungsverhalten jüngerer Zuschauerinnen und Zuschauer und bietet gleichzeitig registrierten Nutzern einen exklusiven Vorabzugang. Für das Programm des Ersten bleibt der traditionelle Termin am Sonntagabend jedoch bestehen.
- Erster Vorabstart: „König in Gelb” ab 11. September in der Mediathek, TV-Ausstrahlung am 13. September.
- Betroffene Formate: „Tatort” und „Polizeiruf 110”.
- Registrierung: Vorabzugang in der ARD-Mediathek für registrierte Nutzer.
Weitere Ermittlerteams und Fälle
In den folgenden Wochen werden weitere Teams in ihren jeweiligen Städten ihre neuen Fälle aufnehmen. Erwähnt wurden unter anderem:
- Lena Odenthal (gespielt von Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) in Ludwigshafen; ihr Fall dreht sich um eine tödliche Geldautomatensprengung.
- In München beginnen die Schauspieler Carlo Ljubek (Rolle: Nikola Buvak) und Ferdinand Hofer (Rolle: Kalli Hammermann) als neues Ermittlerduo ihren ersten gemeinsamen Einsatz.
Tatort als Publikumsmagnet
Der „Tatort” ist seit 1970 ein fester Bestandteil des sonntäglichen Programms der ARD und gilt als eine der populärsten Fernsehserien in Deutschland. Rund 20 verschiedene Ermittlerteams sind regelmäßig in Städten in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz im Einsatz. Die Umstellung auf Vorabveröffentlichungen in der Mediathek könnte die Wahrnehmung einzelner Folgen verändern, etwa hinsichtlich Einschaltquoten am Sonntag oder der Diskussion in sozialen Medien bereits vor der linearen Ausstrahlung.
| Format | Vorab in Mediathek | Lineare Ausstrahlung |
|---|---|---|
| „Tatort” | Freitag vor der Sendewoche (beispielsweise 11. Sept.) | Sonntag, 20.15 Uhr (beispielsweise 13. Sept.) |
| „Polizeiruf 110” | Vorab in der Mediathek | Lineare Ausstrahlung im Anschluss |
Welche Auswirkungen die neue Vorgehensweise auf Einschaltquoten, Diskussionsverlauf und Nutzungszahlen der Mediathek haben wird, bleibt abzuwarten. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet die Änderung jedenfalls eine zusätzliche Wahlmöglichkeit: Sie können entscheiden, ob sie frühzeitig und on demand sehen oder an der traditionellen Sonntagabend-Premiere teilnehmen.
Als Zuschauer- und Programminstrument ist der Schritt ein weiteres Beispiel dafür, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk digitale Angebote und lineares Fernsehen verzahnt, um verschiedene Nutzergruppen anzusprechen. Ob der frühe Zugriff zu einer stärkeren Fragmentierung des Publikums oder vielmehr zu ergänzenden Sehgewohnheiten führt, wird die kommende Saison zeigen.