Die erste Dressur-Einzelentscheidung der FEI World Championships in Aachen wurde wegen der erwarteten hohen Hitze am Freitag deutlich vorverlegt. Statt des ursprünglich für 10:50 Uhr angesetzten Beginns startet der Grand Prix Special nun bereits um 8:30 Uhr, teilte der Weltverband FEI mit. Nach einer rund zweistündigen Pause soll der Wettkampf um 15:00 Uhr fortgesetzt werden.
Änderungen im Starterfeld und Reitzeiten
Die Anpassung der Zeiten betrifft nicht alle Paare gleichmäßig. Während einige Reiterinnen und Reiter frühere Startzeiten erhalten, bleibt der Ritt der deutschen Reiterin Katharina Hemmer als letzte Starterin nach Angaben der FEI weiterhin für 16:39 Uhr geplant. Für WM-Debütant Raphael Netz verschiebt sich der Start von 14:23 Uhr auf 12:08 Uhr.
| Prüfung / Reiter | Ursprüngliche Zeit | Neue Zeit |
|---|---|---|
| Grand Prix Special (Beginn) | 10:50 Uhr | 8:30 Uhr |
| Raphael Netz | 14:23 Uhr | 12:08 Uhr |
| Katharina Hemmer (letzte Starterin) | 16:39 Uhr | 16:39 Uhr |
Begründung und Reaktionen
Als Begründung nannte die FEI die erwartete Hitze. Der Vorsitzende der Veterinärkommission im Weltverband, Wilfried Hanbücken, verwies darauf, dass nicht nur die reine Temperatur entscheidend sei, sondern auch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung. Aus diesen Größen lasse sich ein Index berechnen, anhand dessen eine Einschätzung möglicher Belastungen für Pferd und Reiter getroffen werde. Zu einer späteren Startzeit sagte Hanbücken demnach, eine Verschiebung auf den Abend habe organisatorische Probleme verursacht: "Das hätte ja alles auf den Kopf gestellt, das ist jetzt bei einer Weltmeisterschaft auch nicht so einfach."
„Das Vorziehen ist bei den Temperaturen verständlich. Für die zweite Hälfte des Starterfeldes bringt das aber wenig“, sagte der deutsche Equipe-Chef Klaus Roeser der Deutschen Presse-Agentur. „Aus meiner Sicht ist das eine Kompromiss-Lösung.“
Wetterlage und Warnhinweise
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den betreffenden Tag für große Teile Nordrhein-Westfalens eine amtliche Warnung vor starker Wärmebelastung (Warnstufe 1) herausgegeben. Die Warnung gilt nach Angaben des DWD von 11:00 bis 19:00 Uhr. Damit fallen die prognostizierten Spitzenwerte in den Zeitraum, in den auch die zweite Wettkampfphase auf der Soers fällt.
- Vorverlegung soll Belastung zu heißester Tageszeit reduzieren.
- Einzelne Spitzenreiter behalten späte Startzeiten, was Diskussionen auslöst.
- Wetterwarnung des DWD gilt insbesondere für Nachmittag und Abend.
Sportlicher Kontext
Die Dressurprüfungen folgen zwei Tage nach dem deutschen Team-Gold in der Dressur, bei dem die nationalen Reiterteams bereits Erfolge erzielt hatten. Für die Einzelentscheidung gelten aus dem deutschen Team unter anderem Isabell Werth mit Wendy sowie Katharina Hemmer mit Denoix zum Favoritenkreis. International wird unter anderem die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Freestyle als Medaillenkandidatin genannt.
Die Entscheidung, die Prüfung am Morgen zu beginnen und dann am Nachmittag fortzusetzen, ist nach Einschätzung des deutschen Equipe-Chefs ein Kompromiss, um sowohl dem Tierwohl als auch den aufwändigen Abläufen einer Weltmeisterschaft Rechnung zu tragen. Für Zuschauer auf der Soers sowie für Medien- und Übertragungspläne bedeutet die Änderung organisatorischen Mehraufwand: Zeiten, Transfers und Aufenthaltsszenarien sind neu abzustimmen.
Die FEI machte zugleich deutlich, dass die Prüfung „zur geplanten Zeit“ enden solle. Wie die Entscheidung langfristig bewertet wird, hängt von den tatsächlichen Wetterbedingungen und der Belastung für Pferd und Reiter an diesem Wettkampftag ab.