In einem Waldstück zwischen Sehnde und Lehrte, nahe Ilten, sind am Dienstagabend, dem 15. September, 47 Meerschweinchen entdeckt worden. Die Tiere lagen zusammen in zwei Kartons und wurden offenbar ausgesetzt. Laut Angaben der Region Hannover handelt es sich um 28 Männchen und 19 Weibchen. Einige Tiere wiesen gesundheitliche Probleme auf.
„Die Tiere waren teilweise in einem schlechten Pflegezustand“, so die Region Hannover.
Fundort, Zustand und Versorgung
Die Fundstelle liegt in einem bewaldeten Bereich östlich von Hannover. Weil die Tiere in Kartons zurückgelassen wurden, war unklar, wie lange sie bereits dort waren oder unter welchen Bedingungen sie transportiert wurden. Ein Tier soll einen größeren Abszess am Hals gehabt haben, andere zeigten allgemein Anzeichen unzureichender Pflege.
Nach Angaben der Behörden wurden die Meerschweinchen kurzfristig in ein Tierheim gebracht, wo sie untersucht und medizinisch versorgt werden. Die Einrichtung übernimmt auch die weitere Unterbringung und Pflege. Die Verantwortlichen betonen, dass die Tiere nicht sich selbst überlassen bleiben.
Mögliche Folgen: Trächtigkeit und weitere Tiere
Weil die Tiere offenbar nicht entsprechend nach Geschlechtern getrennt worden waren, besteht das Risiko, dass einige der Weibchen trächtig sind. Das könnte in den nächsten Wochen oder Monaten zu weiteren Jungtieren führen und den Versorgungsaufwand deutlich erhöhen. Für das Tierheim sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bedeutet das zusätzlichen Pflege- und Platzbedarf.
Suche nach Hinweisen und rechtliche Fragen
Die Region Hannover hat Ermittlungen zur Herkunft der Meerschweinchen eingeleitet und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Wer am Dienstagabend Beobachtungen im Bereich des Waldstücks gemacht hat oder Angaben zu den Tieren oder deren früherer Haltung geben kann, wird gebeten, sich beim Tierschutz der Region Hannover zu melden.
- Hinweise per E‑Mail: tierschutz@region-hannover.de
Ob und in welchem Umfang strafrechtliche Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen werden, hängt von den Ergebnissen der Spurensuche und der Beurteilung durch Veterinärbehörden ab.
Hintergrund: Aussetzen von Haustieren in Niedersachsen
Das Aussetzen von Haustieren ist in Deutschland kein seltenes, aber rechtlich und ethisch problematisches Phänomen. Neben strafrechtlichen Folgen für die verantwortliche Person führen solche Fälle zu erheblichem Aufwand für Tierschutzorganisationen. Tierheime müssen häufig erhöhte Kosten für tierärztliche Behandlungen und die langfristige Unterbringung tragen. Zudem besteht bei unkontrollierter Vermehrung das Risiko, dass Populationen entstehen, die schwer zu betreuen sind.
| Datum des Fundes | 15. September (Dienstagabend) |
|---|---|
| Fundort | Waldstück bei Ilten (zwischen Sehnde und Lehrte), Region Hannover |
| Anzahl Tiere | 47 Meerschweinchen (28 Männchen, 19 Weibchen) |
| Versorgung | Untergebracht und versorgt in einem Tierheim |
Was Bürgerinnen und Bürger beachten sollten
Die Behörden rufen dazu auf, Fundorte von Tieren nicht eigenmächtig zu verlassen und stattdessen fachkundige Stellen zu informieren. Beobachtungen in der betreffenden Nacht oder verdächtige Wahrnehmungen in der Umgebung könnten für die Aufklärung hilfreich sein. Wer selbst Tiere hält, sollte überlegen, welche Alternativen es beim Abgeben von Tieren gibt — etwa die Vermittlung über anerkannte Tierschutzvereine oder direkte Übergaben an Tierheime, statt sie auszusetzen.
Für die Region Hannover steht nun im Vordergrund, die Versorgung der gefundenen Tiere sicherzustellen und die Verantwortlichen zu ermitteln. Hinweise aus der Bevölkerung können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Für Meldungen und Informationen zum Fall: tierschutz@region-hannover.de.