Zug – Der Kanton Zug bereitet die Einführung eines kantonalen Mammografie-Screeningprogramms vor. Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Andreas Hausheer informierte am 19. September am Eröffnungs- und Networkinganlass des PINK CUBE in Zug über das geplante Vorgehen. Bei optimalem Verlauf soll das Screening im Jahr 2030 starten.
Parlamentarischer Weg und politische Entscheidungen
Die Initiative geht auf eine überparteiliche Motion zurück, die im Januar 2025 im Zuger Kantonsrat eingereicht wurde. Darin forderten Mitglieder des Parlaments die Einführung kantonaler Früherkennungsprogramme für Brust- und Darmkrebs. Der Regierungsrat hatte zu Beginn nur das Darmkrebs-Screening unterstützt und wollte über ein Mammografie-Programm später entscheiden.
Der Kantonsrat stellte sich jedoch anders auf: Zuerst wurde die Motion mit 55 zu 23 Stimmen in ein Postulat umgewandelt. Später sprach sich das Parlament mit klarer Mehrheit für die volle Erheblichkeit der Forderung aus. Das definitive Votum lautete 66 zu 11 Stimmen zugunsten der Einführung sowohl eines Brustkrebs- als auch eines Darmkrebsscreenings.
| Etappe | Datum / Resultat |
|---|---|
| Einreichung Motion | Januar 2025 |
| Umwandlung in Postulat | 55 zu 23 Stimmen |
| Votum zur vollen Erheblichkeit | 66 zu 11 Stimmen |
| Angestrebter Programmstart | 2030 (bei optimalem Verlauf) |
Zielsetzung und erwarteter Nutzen
Trägerinnen der Initiative betonen, ein kantonales Mammografie-Programm schliesse bestehende Lücken in der Versorgung und mache qualitätsgesicherte Früherkennung breiter zugänglich. Susanne Thost, Lead des Projekts PINK CUBE Test Your Breast, kommentierte den Parlamentsentscheid wie folgt:
«Die Einführung eines Mammografie-Screeningprogramms im Kanton Zug schliesst eine Versorgungslücke und stärkt den chancengleichen Zugang zu einer qualitätsgesicherten Brustkrebsfrüherkennung. Wir freuen uns sehr über diesen Fortschritt.»
Die Mammografie gilt als die zentrale Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs, weil sie Veränderungen sichtbar machen kann, bevor Tumore tastbar werden oder Beschwerden verursachen. Damit steigen die Chancen auf schonendere Behandlungen und eine raschere Rückkehr in den Alltag.
Zahlen zur Erkrankung
Im Jahresdurchschnitt erkranken in der Schweiz rund 6’800 Frauen und etwa 60 Männer neu an Brustkrebs. Das Risiko nimmt mit dem Alter zu, insbesondere ab dem 50. Lebensjahr. Vor diesem Hintergrund zielt das Screening auf eine frühzeitige Erkennung bei der relevanten Altersgruppe.
Praxis: Wie geht es weiter?
Regierungsrat Hausheer sowie Verantwortliche des Gesundheitswesens müssen nun die Details ausarbeiten: Finanzierung, Ablauf, Einladungsstrategie, Qualitätskontrolle und die Einbindung von Radiologinnen und Radiologen sowie Spitälern und Praxispartnern. Das Zieljahr 2030 beschreibt einen Rahmen, der von der erfolgreichen Planung und Umsetzung abhängt.
- Finanzierung: Klärung durch den Regierungsrat und die zuständigen Departemente.
- Organisation: Aufbau eines einladungsbasierten Systems mit Qualitätsstandards.
- Informationsstrategie: Aufklärung der Bevölkerung über Nutzen und Grenzen der Mammografie.
Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Zug
Für den Kanton Zug hat ein flächendeckendes Früherkennungsangebot mehrere Effekte: Es verbessert die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, was die Lebensqualität und damit die Attraktivität des Standorts stärkt. Zudem kann eine zielgerichtete Früherkennung Behandlungskosten senken und die Arbeitsfähigkeit Betroffener früher erhalten.
Am Eröffnungsanlass des PINK CUBE in Zug nahmen mehr als 30 Gäste aus Medizin, Politik, Verwaltung und Wirtschaft teil. Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucherinnen das kostenlose Beratungs- und Untersuchungsangebot vor Ort, was auf ein aktuelles Interesse und ein Bedürfnis nach Zugang zu Früherkennungsangeboten hinweist.
Die nächsten Schritte werden von Regierungsrat und kantonalen Stellen definiert. Der geplante Start 2030 ist ein Zeithorizont, der Planungsspielraum lässt; Entscheidend ist, dass die notwendigen Strukturen rechtzeitig aufgebaut und finanziert werden.
Die Einführung eines Mammografie-Screenings im Kanton Zug markiert einen wichtigen Schritt in der lokalen Gesundheitsvorsorge. Wie rasch und umfassend das Angebot realisiert wird, entscheidet sich in den kommenden Jahren an der Ausgestaltung durch Verwaltung und Politik.