Die ZSC Lions Frauen setzten sich in Neuenburg mit einem überzeugenden 7:0 durch. Die Zürcherinnen zeigten eine starke Reaktion auf die Niederlage in Davos und liessen den Gastgeberinnen kaum Raum, ins Spiel zu finden. Torhüterin Alisha Berger blieb erstmals ohne Gegentreffer und erhielt damit ein deutliches Lob für ihre Leistung zwischen den Pfosten.
Frühe Entscheidung und frühe Tore
Nach einer anfangs druckvollen Phase der Heimequipe wurde die Partie durch den Führungstreffer der Gäste früh entschieden. Verteidigerin Bri Eid brachte die Lions nach knapp fünf Minuten in Führung. Nur drei Minuten später zeigte sich der Umschwung endgültig: Die Zürcherinnen überstanden ein Powerplay der Neuenburgerinnen schadlos und nutzten ihrerseits den Raum für einen Shorthander durch Fanny Rask. Damit hatten die Lions bereits nach etwas mehr als sieben Minuten das Spieldiktat übernommen.
Kontinuierlicher Ausbau und Tordominanz
Die ZSC Lions erhöhten den Druck und bauten den Vorsprung stetig aus. Zum Ende des zweiten Drittels stand es bereits 0:6, woraufhin Neuenburgs Torhüterin Nina Paiva von der Ersatzhüterin Amélie Walzer abgelöst wurde. Im Schlussabschnitt spielten die Zürcherinnen das Resultat ruhig herunter, ohne sich noch einmal in Gefahr zu bringen.
Besonders auffällig: Mit Lisa Rüedi und Nora Harju trafen zwei der Leistungsträgerinnen jeweils doppelt. Ergänzt wird die Torschützenliste durch Bri Eid, Fanny Rask und die 18-jährige Doppelbürgerin Hannah Estermann, die ihr erstes Tor in der Women’s League erzielte.
Vorbereitung und Charakter
Die Partie diente den Zürcherinnen auch als Wiedergutmachung für die 0:2-Niederlage vor Wochenfrist in Davos. Mit dem deutlichen Sieg tanken die Lions Selbstvertrauen vor der nächsten Herausforderung gegen Fribourg-Gottéron, das am selben Wochenende eine klare Niederlage gegen Zug erlitt. Die Lions zeigten, dass sie aus Rückschlägen schnell die richtigen Schlüsse ziehen können.
Individuelle Leistungen und Comebacks
Eine positive Randnotiz ist das gelungene Comeback von Nati-Verteidigerin Stefanie Wetli, die nach einer Pause zurückkehrte und defensiv stabil wirkte. Zudem bereitete Chloé Aurard-Bushee vier Tore vor, darunter die entscheidenden Pässe beim Shorthander und den beiden Powerplay-Treffern. Die 20-jährige Torhüterin Alisha Berger zeigte in mehreren Eins-gegen-eins-Situationen grosse Ruhe und hielt ihr Team mit wichtigen Paraden im Spiel.
- Endresultat: Neuenburg – ZSC Lions 0:7
- Shutout: Alisha Berger (ZSC Lions)
- Erstes W-League-Tor: Hannah Estermann (18)
| Spielerinnen | Tore |
|---|---|
| Lisa Rüedi | 2 |
| Nora Harju | 2 |
| Bri Eid | 1 |
| Fanny Rask | 1 (Shorthander) |
| Hannah Estermann | 1 (erstes W-League-Tor) |
Die Zahlen unterstreichen die Ausgeglichenheit und die Durchschlagskraft des ZSC-Angriffs. Gleich mehrere Spielerinnen trugen entscheidend zum hohen Sieg bei, sowohl in der Offensiv- als auch in der Defensivarbeit.
Ausblick und Bedeutung für die Tabelle
Für Neuenburg ist die Partie eine ernüchternde Niederlage, die Schwachstellen in der Defensivorganisation und der Chancenauswertung offenbarte. Für die ZSC Lions hingegen stärkt der deutliche Erfolg das Selbstvertrauen und die Position im Ligafeld vor weiteren wichtigen Partien. Ob die Zürcherinnen den Schwung mitnehmen können, zeigt sich bereits im nächsten Spiel gegen Fribourg-Gottéron.
Insgesamt war der Abend in Neuenburg eine Demonstration der Offensivqualitäten der Lions und ein gelungenes Teamspiel, das individuelle Klasse mit kollektiver Disziplin verband. Neuenburg hielt zwar einzelne Szenen, insgesamt fehlte jedoch die Konstanz, um das Ergebnis enger zu gestalten.