Die fotografische Lebensarbeit von Bruno Sternegg gelangt konserviert in öffentliche Hände: Das Stadtarchiv Schaffhausen und das Staatsarchiv des Kantons übernehmen tausende Fotoabzüge, Glasplatten und Negative aus der über Jahrzehnte zusammengetragenen Sammlung. Damit soll die visuelle Erinnerung an die Stadt und die Region langfristig gesichert und schrittweise zugänglich gemacht werden.
Aufteilung nach Motiven und Orten
Die Übergabe erfolgt zweigeteilt: Motive mit Bezug zur Stadt Schaffhausen werden dem Stadtarchiv übergeben, Aufnahmen aus den übrigen Gemeinden des Kantons nimmt das Staatsarchiv in Obhut. Diese Aufteilung entspricht sowohl der geografischen Zuständigkeit der Institutionen als auch dem Wunsch, die Bilder dort zu bewahren, wo ihr Bezug am stärksten ist.
Die Sammlung umfasst demnach nicht nur Ortsansichten, sondern auch Familienfotos und diverse Dokumente, die Einblicke in Alltag, Architektur und gesellschaftliche Entwicklung der Region bieten. Die Bestände gelten als eine der wichtigsten fotografischen Sammlungen der Region.
Wesentliche Rolle des Sammlers
Für die Übernahme ist die Mithilfe von Bruno Sternegg zentral: Er teilt die Bilder in städtische und kantonale Motive auf, erfasst die wichtigsten Daten zu den einzelnen Objekten und übergibt die Teile den jeweiligen Archiven. Dadurch bleibe nicht nur das Bildmaterial erhalten, sondern auch das Wissen über den Aufbau und die Provenienz der Sammlung.
- Übernahme: Stadtarchiv Schaffhausen (städtische Motive) und Staatsarchiv (kantonale Motive)
- Bestand: Tausende Fotoabzüge, Glasplatten, Negative
- Aufgabe: Ordnung, Erschliessung und Umverpackung mit Unterstützung von Sternegg
- Zeithorizont: Abschluss der Erschliessung bis 2028
- Digitalisierung: Teilweise bereits in Planung in beiden Archiven
Geplanter Arbeitsumfang bis 2028
Beide Archive planen, die Sammlung gemeinsam mit dem Sammler bis Ende 2028 zu ordnen, zu erschliessen und in geeignete Archivverpackungen umzupacken. Die Massnahmen sollen die physischen Bestände stabilisieren und ihre langfristige Bewahrung sichern. Zudem ist die Digitalisierung eines Teils der Sammlung in beiden Archiven vorgesehen, um die Zugänglichkeit für Forschung und Öffentlichkeit zu erhöhen.
| Aspekt | Planung / Zustand |
|---|---|
| Bestandsumfang | Tausende Abzüge, Glasplatten, Negative |
| Verantwortliche Archive | Stadtarchiv Schaffhausen; Staatsarchiv des Kantons |
| Zeitrahmen Erschliessung | Bis 2028 |
| Digitalisierung | Teilweise in Planung |
Bedeutung für Forschung und Öffentlichkeit
Die Sammlung eignet sich sowohl für lokale Geschichtsforschung als auch für Ausstellungen und Publikationen. Ortsansichten dokumentieren Veränderungen im Stadtbild und in der Architektur, Familienaufnahmen liefern Einblicke in Alltagskultur und soziale Netzwerke. Indem die Archive die Bestände übernehmen und erschliessen, schaffen sie eine wichtige Grundlage für künftige Forschungsfragen und Vermittlungsprojekte.
Die geplante Digitalisierung erleichtert künftig die Recherche und ermöglicht eine breitere Zugänglichkeit, auch über lokale Grenzen hinaus. Zugleich bleibt das Originalmaterial durch systematische Umverpackung und konservatorische Massnahmen besser geschützt.
Praktische Hinweise für Interessierte
Wer sich für die Bestände interessiert, sollte künftig die Kataloge des Stadt- und Staatsarchivs konsultieren. Konkrete Zugangs- oder Nutzungsregelungen für die fotografischen Bestände werden die Archive im Rahmen der Erschliessung festlegen. Forschende, Schulen oder Museen, die kooperative Projekte planen, können frühzeitig Kontakt mit den jeweiligen Archiven aufnehmen.
Die Übernahme der Sammlung ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen privater Sammelleidenschaft und institutioneller Sicherung des Kulturerbes. Sie zeigt, wie lokales Gedächtnis bewahrt werden kann, wenn Sammler und Archive koordinieren.
Die Archive geben an, die Arbeit gemeinsam mit dem Sammler durchzuführen, damit nicht nur die Bilder, sondern auch das Kontextwissen erhalten bleibt. Dies erhöht den Wert der Sammlung für die Öffentlichkeit und kommende Generationen.