Die rund 75 Kilometer lange Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen wird derzeit umfassend ausgebaut und elektrifiziert. Auf der Strecke laufen Grossarbeiten: Gleise und Perrons werden umgebaut, mehrere neue Haltestellen entstehen, und es werden insgesamt 130 Kilometer Fahrdraht installiert. Betroffen sind unter anderem die Abschnitte bei Waldshut, wo der Rückbau bestehender Anlagen sichtbar ist.
Konkrete Arbeiten und Standorte
Seit diesem Frühling gilt die Strecke praktisch als Grossbaustelle. Beim Bahnhof in Waldshut sind Gleise und Perrons bereits zurückgebaut worden. Ronald Heil, Projektleiter bei der Deutschen Bahn, fasst den Umfang zusammen: «Wir haben im Prinzip alles abgeräumt auf dem Bahnhof. Die Gleise und die Bahnsteige wurden rückgebaut.»
Die Massnahmen umfassen:
- Um- und Neubau zahlreicher Perrons;
- Bau mehrerer neuer Haltestellen;
- Installation von rund 130 Kilometern Fahrdraht zur Elektrifizierung.
Vorteile für Schaffhausen
Für den Kanton Schaffhausen sind die Eingriffe von hoher Bedeutung. René Meyer, Leiter der kantonalen Koordinationsstelle öffentlicher Verkehr, betont, dass die bisherige Verbindung zwar schnell sei, aber an Zuverlässigkeit fehle. «Die Bahnstrecke gibt es, sie ist auch schnell, aber sie ist unzuverlässig», sagt Meyer und nennt Pünktlichkeit als zentrales Kriterium für funktionierenden Öffentlichen Verkehr.
Der Kanton hat seit rund zwanzig Jahren den Ausbau gefordert. Den Abschnitt auf Schaffhauser Gebiet hatte er bereits vor mehr als zehn Jahren elektrifiziert. Nun profitieren die Fahrgäste von einer abgeschlossenen Elektrifizierungsachse über die Landesgrenze hinweg.
Neuer Hochrhein‑Bodensee‑Express
Der Ausbau macht zudem den neuen Hochrhein‑Bodensee‑Express möglich, der ab Ende 2027 verkehren soll. Geplant ist eine direkte Relation von Basel über Schaffhausen und Konstanz nach St. Gallen und weiter bis Herisau – ohne Umweg über Zürich. Damit rücke Schaffhausen auf dieser Achse «ins Zentrum», so Meyer. Der Express bringt eine komfortablere Verbindung Richtung Basel und eine direkte, durchgehende Verbindung in östlicher Richtung.
In den Hauptverkehrszeiten ist vorgesehen, dass der zusätzliche Zug auf Teilen der Strecke einen Halbstundentakt ermöglicht. Dies dürfte den Pendlerverkehr insbesondere auf den stark frequentierten Abschnitten entlasten und die Attraktivität des Öffentlichen Verkehrs steigern.
Wirkung auf den regionalen Verkehr
Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn ist auch aus Perspektive der Betriebsqualität relevant: Wegfall der Dieselloks bedeutet nicht nur geringere Emissionen, sondern zumeist auch bessere Beschleunigungswerte und damit pünktlichere Fahrpläne. Für Schaffhausen bedeutet das konkret:
- Bessere Anschlussverbindungen nach Basel und Ostschweiz;
- Höhere Zuverlässigkeit und damit attraktivere Angebote für Pendlerinnen und Pendler;
- Möglichkeit zu dichteren Taktzeiten in Stosszeiten.
Zeithorizont und Ausblick
Die Bauarbeiten laufen bereits; der Hochrhein‑Bodensee‑Express ist ab Ende 2027 geplant. Konkrete Etappen, Kostenaufstellungen oder detaillierte Fahrpläne nennt die Deutsche Bahn in den vorliegenden Angaben nicht. Lokale Stellen wie die kantonale Koordinationsstelle öffentlicher Verkehr sehen in der Massnahme aber einen langfristigen Gewinn für die regionale Vernetzung.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Streckenlänge | Rund 75 km (Basel–Schaffhausen) |
| Fahrdraht | 130 km installiert |
| Geplanter Start HREX | Ab Ende 2027 |
Auswirkungen für Fahrgäste
Für Pendelnde im Kanton Schaffhausen dürften die Arbeiten kurzfristig zu Bau‑ und Fahrplanänderungen führen. Langfristig erwarten Behörden und Verkehrsexperten pünktlichere Verbindungen, eine durchgehende Relation nach St. Gallen und Herisau sowie häufigere Angebote in den Hauptverkehrszeiten.
Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn zeigt, wie grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte die regionale Mobilität verändern können. Für Schaffhausen bedeutet dies eine Stärkung seiner Rolle im regionalen Schienenverkehr und eine Verbesserung der Alltagsverbindungen für die Bevölkerung.