Die anhaltende Trockenheit hat im Kanton Basel-Landschaft sichtbare und unmittelbare Folgen für die Waldbewirtschaftung. Revierförster Fredi Hügi spricht von einem ausserordentlichen Einschlagvolumen: Wegen zahlreicher abgestorbener Buchen und Eschen rechnet er mit der doppelten bis dreifachen Holzmenge gegenüber normalen Jahren. Ziel der Massnahmen sei in erster Linie die Sicherheit der Waldbesucherinnen und Waldbesucher.
Gestiegene Gefahren durch tote Bäume
Der trockene Sommer hat vor allem das Laubgehölz in den Auwäldern stark geschädigt. Dort berichten Förster, dass viele Buchen und Eschen abgestorben seien; die Gefahr von Ast- und Baumbrüchen habe deutlich zugenommen. Hügi betont, dass tote Bäume für Personen im Wald ein erhebliches Risiko darstellen. Um dem zu begegnen, müssten deutlich mehr Bäume geschlagen und entfernt werden als üblich.
«Für die Waldbesucher sind die toten Bäume ein grosses Risiko»,
Der Förster nennt die Lage drastisch: Man habe zeitweise erwogen, Teile des Waldes für Jahre komplett zu sperren, um Gefährdungen zu vermeiden. Eine solche Sperrung hätte allerdings weitreichende soziale und politische Folgen, weshalb man sich für intensive Aufräum- und Sicherungsmassnahmen entschieden habe.
Ökologische und wirtschaftliche Folgen
Neben der Gefahr für Spaziergänger und Hundebesitzer ist auch die wirtschaftliche Seite betroffen. Das Holz vieler abgestorbener Bäume weist eine schlechte Qualität auf und lasse sich kaum noch zu marktüblichen Preisen verkaufen. Laut Hügi kommt es vor, dass Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer für das geschlagene Holz draufzahlen müssen. Damit belasten die Folgen der Trockenheit nicht nur die Waldökologie, sondern auch private und kommunale Finanzen.
In den vergangenen Wochen fielen zudem in lokalem Umfeld vermehrt Fällungen auf. Ein Anwohner aus Münchenstein bemerkte, dass im Münchensteiner/Reinacher Wald in kurzer Zeit auffällig viele Bäume entfernt worden seien. In sozialen Medien beschrieb er den Eindruck, dass der Wald «halbiert» wirke und kritisierte, dass auch scheinbar gesunde Bäume gefällt worden seien. Förster weisen darauf hin, dass man nicht immer äusserlich erkennen könne, ob ein Baum eine Gefahr darstelle.
- Betroffene Baumarten: Vor allem Buchen und Eschen.
- Ausmass der Holzmenge: Revierförster schätzt das Zweifache bis Dreifache gegenüber normalen Jahren.
- Wirtschaftliche Lage: Verminderte Holzqualität, teilweise negative Erlöse für Waldbesitzer.
Behördliche Hinweise und Nutzung des Waldes
Der Kanton Basel-Landschaft hat bereits vor einem Waldbesuch gewarnt. Die Kombination aus toten Bäumen und bevorstehendem stürmischen Wetter erhöhe das Risiko weiter. Die Massnahmen der Försterinnen und Förster zielen darauf ab, Hauptwege, Erholungszonen und frequentierte Bereiche zu sichern. Dennoch bleiben Sperrungen einzelner Waldstücke oder temporäre Zugangsbeschränkungen möglich, falls die Gefährdungslage dies erfordert.
Für Waldbesucherinnen und Waldbesucher empfiehlt sich Vorsicht: Vermeiden Sie dichtes Waldgebiet bei starkem Wind, halten Sie sich auf markierten Wegen und respektieren Sie allfällige Sperrungen oder Hinweistafeln. Konkrete Umsiedlungen von Spazierwegen oder Parkplätzen seien bislang nicht angekündigt, schreiben die zuständigen Stellen; die Situation werde jedoch laufend evaluiert.
| Aspekt | Situation |
|---|---|
| Baumarten | Buchen, Eschen besonders betroffen |
| Holzmenge | 2-3faches Volumen gegenüber Normaljahren |
| Holzqualität | Deutlich reduziert, teils Verlust für Waldbesitzer |
| Öffentliche Sicherheit | Hohes Risiko; mögliche Sperrungen geprüft |
Die aktuelle Situation zeigt exemplarisch, wie Wetterextreme unmittelbare Folgen für Landschaft, Wirtschaft und Erholung haben. Försterinnen und Förster stehen nun vor der Aufgabe, kurzfristig Gefahren zu minimieren und gleichzeitig langfristige Waldfunktionen – etwa Schutzwaldwirkung und Biodiversität – im Blick zu behalten.
Die Behörden und Forstbetriebe betonen, dass die angeordneten Eingriffe nicht leichtfertig erfolgen. Vielmehr handle es sich um eine Abwägung zwischen öffentlicher Sicherheit und dem Wunsch, den Wald als Erholungsraum zu erhalten. Wie lange erhöhte Einschlagsraten anhalten werden, hänge von weiteren Witterungsbedingungen und der Erholung einzelner Baumarten ab.
Für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dürften die kommenden Monate finanziell belastend bleiben: Geringere Holzpreise und Mehrarbeit durch Aufräumarbeiten erhöhen den Druck auf private und kommunale Forstbetriebe. Ob Bund oder Kanton Unterstützungsmassnahmen in Aussicht stellen, ist derzeit nicht bekannt. Förster Hügi und seine Kolleginnen und Kollegen setzen vorerst auf verstärkte Waldpflege und Sicherungsarbeiten, um die unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung zu reduzieren.