Die Fraktionen von SP, JUSO und Grünen im Grossen Stadtrat Schaffhausen verlangen vom Stadtrat ein umfassendes Konzept zur Weiterentwicklung der öffentlichen Spiel- und Freiräume. Ziel ist es, die bestehenden Spielplätze und Aussenräume über punktuelle Massnahmen hinaus strategisch zu gestalten und als multifunktionale, sichere und klimafeste Angebote für alle Generationen nutzbar zu machen.
Von Spielplatz zu «bespielbarer Stadt»
Der Vorstoss der Grossstadträtinnen Mirjam Senn (SP) und Daniela Furter (Grüne) setzt auf das städtebauliche Prinzip, öffentliche Räume als vernetzte, multifunktionale Bereiche zu denken. Solche Räume sollen nicht nur als Aufenthaltsort für Kinder dienen, sondern auch Begegnungszonen für Familien, Senioren und andere Nutzergruppen bieten. Die Initiantinnen betonen, dass die städtische Dienststelle Grün Schaffhausen bereits heute attraktive Spielplätze realisiere. Gleichwohl zeige die praktische Erfahrung Schwachstellen, die sich durch punktuelle Anpassungen nicht mehr befriedigend beheben liessen.
«Der öffentliche Raum soll wie ein ‚erweitertes Wohnzimmer‘ funktionieren, in dem sich Menschen aller Generationen wohl und sicher fühlen», so eine Formulierung, mit der der Vorstoss die Ambition umschreibt und die unter anderem auf Aussagen der ehemaligen Berner Tiefbaudirektorin Ursula Wyss Bezug nimmt.
Konzentration auf Klima, Rauchverbot und Inklusion
Ein zentrales Anliegen des geforderten Konzepts ist die Klimaanpassung der Spielplätze. Mit den steigenden Sommertemperaturen könnten ungeschützte Plätze schnell zu Hitzefallen werden. Der Vorstoss verlangt darum, dass künftig systematisch genügend Beschattung, Überdachungen und kühle Rückzugsorte geplant werden.
Weitere thematische Schwerpunkte sind:
- Rauchfreie Zonen: Konkrete Massnahmen für rauchfreie Spielplatzareale zur Förderung der Gesundheit von Kindern.
- Littering und Sauberkeit: Handhabbare Konzepte gegen Verschmutzung und verminderte Nutzung durch Abfall.
- Barrierefreiheit und Inklusion: Zugänglichkeit für Kinder und Eltern mit Beeinträchtigungen, inklusive benutzerfreundlicher WC-Anlagen.
Warum ein Gesamtansatz?
Die Initiantinnen argumentieren, viele Probleme liessen sich nicht mehr durch einzelne Anpassungen lösen. Stattdessen fordern sie eine strategische Gesamtschau, die Aspekte wie Spielwert, Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Hygiene, Klimaresilienz und Nutzungsvielfalt zusammenbringt. Ein Gesamtplan soll helfen, Prioritäten zu setzen, Investitionen zu koordinieren und langfristig tragfähige Lösungen zu schaffen.
Praktische Elemente des geforderten Konzepts
Der Vorstoss nennt keine detaillierten Massnahmenkataloge, benennt aber klare Zielbereiche, die das Konzept abdecken soll. Eine mögliche Struktur des Konzepts lässt sich aus dem Vorstoss folgendermassen zusammenfassen:
| Handlungsfeld | Beispielhafte Zielsetzung |
|---|---|
| Klimaanpassung | Systematische Beschattung, kühle Rückzugsorte |
| Gesundheit | Rauchfreie Spielplatzareale |
| Inklusion | Barrierefreie Zugänge, WC-Anlagen |
| Sauberkeit | Massnahmen gegen Littering |
Finanzierung und Zuständigkeiten
Der Vorstoss verlangt primär die Erarbeitung eines Konzepts; konkrete Finanzierungen oder Umsetzungspläne sind Gegenstand anschliessender politischer Diskussionen. Zuständig für die Ausarbeitung wäre der Stadtrat in Kooperation mit der Dienststelle Grün Schaffhausen und weiteren Fachstellen. Ob und in welchem Zeitrahmen das Konzept erarbeitet und dem Grossen Stadtrat vorgelegt wird, entscheidet der Stadtrat in der Regel nach Prüfung des Postulats.
Ausblick
Mit dem Vorstoss bringen SP, JUSO und Grüne ein Thema zurück auf die politische Agenda, das sowohl planerische als auch soziale und ökologische Fragen berührt. Sollte der Stadtrat dem Postulat folgen, dürfte in den kommenden Monaten eine vertiefte Auseinandersetzung mit Standards der Gestaltung, Finanzierung und Nutzungsregeln für öffentliche Spielräume beginnen. Die Debatte könnte zudem aufgestellte Prioritäten in der Landschafts- und Freiraumplanung der Stadt nachhaltig beeinflussen.
Die Initiative zeigt, wie lokale Politik alltägliche Fragen der städtischen Lebensqualität mit Fragen des Klimaschutzes und der sozialen Inklusion verbindet. Der Ausgang des Vorstosses wird auch für Eltern, ältere Bewohnerinnen und Bewohner sowie Organisationen, die sich für barrierefreie und sichere Aussenräume einsetzen, von Interesse sein.