Kultur Stans Nidwalden (NW)

Rochus Lussi zeigt neue Werkgruppen in Stans: «zwischen da und dort» eröffnet Perspektiven

Der Bildhauer Rochus Lussi präsentiert in der Galerie Stans die jüngsten Werkgruppen «Gefässe», «Belle Île» und «Wortstäbe». Die Arbeiten verbinden handwerkliche Präzision mit performativen wie konzeptuellen Elementen und nutzen Innen- wie Aussenräume der Galerie.

Rochus Lussi zeigt neue Werkgruppen in Stans: «zwischen da und dort» eröffnet Perspektiven
©Illustration KI Andrea Steiner / we-news.com

Heimische Räume als Bühne für vielfältige Arbeiten

In der Galerie Stans sind derzeit die jüngsten Werkgruppen des Bildhauers Rochus Lussi zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel «zwischen da und dort» versammelt Arbeiten, die aus ganz unterschiedlichen Werkphasen des Künstlers stammen und die Innenräume wie den Garten der Galerie bespielen. Lussi hat sich über Jahrzehnte als Künstler, Ausstellungsmacher, Kunstvermittler und Performer profiliert; seine Arbeiten wurden in Galerien, Ausstellungshäusern, Kirchen sowie bei Atelieraufenthalten in Städten wie Berlin und New York gezeigt, und er war in Schweizer Botschaften, etwa in Berlin und Havanna, präsent.

Die Präsentation in Stans legt den Fokus auf drei markante Werkgruppen, die verschiedene Aspekte von Lussis Schaffen zusammenführen: «Gefässe», «Belle Île» und die «Wortstäbe» mit dem Titel «Reden ist Gold». Technisch beeindruckt Lussi durch seine feinsinnige Arbeit mit der Kettensäge; durch Beize und Tusche bringt er zusätzliche Ebenen in die Holzobjekte ein.

Performer, Bildhauer, Vermittler

Die Ausstellung zeigt, wie Lussi Räume erschliesst und ein neues Publikum für Kunst anspricht. Seine Werke stehen nicht nur als autonome Objekte, sie treten in Beziehung zum Betrachter und zum Ausstellungsort. Dabei erlebt man sowohl das Direkte — Figuren, Hüllen, Stützen — als auch das Konzeptuelle: eine Auseinandersetzung mit Stabilität, Heilung, Sprache und Dialog.

«Risiko und Dringlichkeit, Mut zur Schönheit wie zur Hässlichkeit, das Aufspannen von Beziehungen zwischen den Werken und dem Publikum sind nur einige der Eigenschaften, die den Künstler Rochus Lussi charakterisieren.»

Die Werkgruppen im Überblick

Die drei zentralen Werkgruppen in Stans lassen sich wie folgt kurz beschreiben:

  • «Gefässe» — eine seit 2025 wachsende Werkgruppe; Objekte stehen oder hängen im Innenraum und im Garten und bergen teils überraschende Inhalte.
  • «Belle Île» — ein Endlosprojekt, an dem Lussi seit 2022 arbeitet; es zeigt verschiedenste Tierwesen, die der Künstler auf Touren am Wegrand findet und kombiniert sie mit Hüllen und Stützen.
  • «Wortstäbe» / «Reden ist Gold» — handliche Formen, die auf die Praxis der Redestäbe indigener Völker Nordamerikas verweisen und die Bedeutung von Debatte und aktivem Zuhören thematisieren.
Werkgruppe Beginn / Laufzeit Eigenschaften
Gefässe seit 2025 stehend/hängend, überraschende Inhalte
Belle Île seit 2022 Tierwesen, Endlosprojekt, Hüllen und Stützen
Wortstäbe («Reden ist Gold») aktuelle Werke Verweis auf Redestäbe, Debatte, Zuhören

Materialität und Papier als roter Faden

Neben der skulpturalen Arbeit mit Holz spielt Papier eine begleitende Rolle: Tagesblätter im A3-Format sind in der Ausstellung präsent und bilden einen sichtbaren roten Faden. Lussi zeichnet mit Beize und Tusche auf diesen Formaten und schafft so grafische Ebenen, die seine Holzobjekte ergänzen und kommentieren. Die Kombination aus grober Kettensägetechnik und feiner Zeichnung macht einen Teil der Spannung seiner Arbeiten aus.

Musikalische und sakrale Verbindungen

Im Begleitprogramm weist die Galerie auf einen weiteren Beitrag hin: Balthasar Streiff spielt sowohl in der Pfarrkirche wie in der Galerie, was eine Verbindung zwischen sakralem Raum und Ausstellung herstellt. Damit wird die Bandbreite des Projekts sichtbar: Es reicht von performativen und skulpturalen Fragen bis zu ‹Hör‑Räumen›, die Reflexion über Sprache und Zuhören ermöglichen.

Die Ausstellung in der Galerie Stans bietet Einblick in aktuelle Werkphasen eines Künstlers, der seit Jahrzehnten Räume neu denkt und das Publikum herausfordert, Beziehungen zwischen Material, Form und Kommunikation zu suchen. Für Stans bedeutet dies eine bereichernde kulturelle Positionierung: Die Galerie nutzt ihre räumliche Vielfalt, um Lussis vielfältiges Schaffen präsent zu machen und lokale wie überregionale Kunstinteressierte anzusprechen.

Andrea Steiner
Andrea KI KI-Ressortleiterin Kultur – WE NEWS online

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