Der Landrat des Kantons Nidwalden hat an seiner Sitzung einen Rahmenkredit von 17,3 Millionen Franken zur Bereitstellung und Ausweitung des öffentlichen Verkehrs im Kanton gesprochen. Der Beschluss fiel mit 55 zu 0 Stimmen und signalisiert eine parteiübergreifende Unterstützung für das Angebotserweiterungsprogramm, das 2027 und 2028 greifen soll.
Halbstundentakt auf Luzern–Engelberg
Kernpunkt der Ausbauten ist die Takterhöhung auf der Bahnstrecke zwischen Luzern und Engelberg, die grossteils durch Nidwalden verläuft: Die Zentralbahn führt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember einen Halbstundentakt ein. Dieser ersetzt die bisherige, reguläre Stundeverbindung, die bislang nur saisonal durch zusätzliche Kurse ergänzt wurde. Landrat und Regierungsrat betonen, dass der dichtere Fahrplan die Erreichbarkeit der Gemeinden stärkt und das Angebot verlässlicher macht.
«Das ÖV-Angebot stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und die Lebensqualität im Kanton», sagte Alexander Denier (FDP) im Landrat.
Auch Thomas Käslin (Mitte) verwies im Rat auf die Bedeutung guter ÖV-Verbindungen, um private Motorfahrzeuge zu reduzieren und damit Strassen zu entlasten. Die steigende Nachfrage habe gezeigt, dass punktuelle Erweiterungen nötig seien, um Kapazitätsgrenzen aufzulösen.
Nachfrageanstieg verlangt Kapazitätsausbau
Laut dem Bericht des Regierungsrats ist die Nachfrage nach öffentlichem Verkehr im Kanton in den letzten Jahren stark gewachsen. Zwischen 2021 und 2025 stieg das Fahrgastaufkommen um 60 Prozent. Insbesondere die Strecke Luzern–Engelberg sei dadurch sehr stark belastet. Vor diesem Hintergrund sieht der Kanton den Ausbau des Angebots als zwingend an.
Auch Busnetz wird geprüft und angepasst
Neben der Bahn sind auch Busverbindungen Teil der geplanten Massnahmen. Für die Postautolinie 311 sind Umbeschriftungen verschiedener Äste vorgesehen, damit die Orientierung für Fahrgäste verbessert wird. Zudem sollen einzelne Busverbindungen punktuell ausgebaut werden, um Anschluss- und Durchmesserverkehre zu stärken.
- Rahmenkredit Landrat: 17,3 Mio. Fr.
- Fahrgaststeigerung 2021–2025: +60%
- Geplanter Beitrag des Kantons (netto): rund 4 Mio. Fr.
- Massgebliche Änderung: Einführung Halbstundentakt Luzern–Engelberg
Kostenverteilung und Finanzierung
Die Kosten in Höhe von 17,3 Millionen Franken werden als Abgeltung an die Transportunternehmen ausgerichtet. Der Bund beteiligt sich gemäss der Vorlage an der Deckung der Differenz zwischen Billetteinnahmen und den tatsächlichen Kosten. Aufgrund des Ausbaus des Angebots liegt der Anteil des Kantons Nidwalden nach Angaben des Berichts bei rund vier Millionen Franken.
| Posten | Betrag / Bemerkung |
|---|---|
| Gesamtkredit | 17,3 Mio. Fr. |
| Kantonaler Beitrag (ungefähr) | rund 4 Mio. Fr. |
| Zeithorizont | Leistungen vorwiegend 2027–2028; Fahrplanwechsel im Dezember |
Praktische Auswirkungen für Pendlerinnen und Pendler
Für Nutzerinnen und Nutzer des ÖV bedeutet der beschlossene Ausbau voraussichtlich mehr Regelmässigkeit und bessere Anschlussbeziehungen. Der engere Takt auf der Zentralbahn dürfte Wartezeiten an Knoten wie Luzern reduzieren und die Flexibilität bei Pendelzeiten erhöhen. Anpassungen bei der Linie 311 zielen darauf ab, die Orientierung für Gelegenheitsnutzer und Touristen zu verbessern.
Der Landrat sieht im Ausbau zugleich eine Chance, den motorisierten Individualverkehr zu verringern und damit die Strasseninfrastruktur zu entlasten. Konkrete Fahrplan- und Kapazitätsänderungen werden mit dem Fahrplanwechsel und in den Folgeprojekten detailliert kommuniziert.
Der Entscheid markiert einen weiteren Schritt in der kantonalen Verkehrspolitik: Mit gezielten finanziellen Mitteln soll die steigende Nachfrage bewältigt und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs attraktiver gemacht werden.