Im Regierungsgebäude in Liestal sind bei Zwischenuntersuchungen gravierende Bauschäden festgestellt worden. Die Ingenieure fanden nach Kantonsangaben verfaulten Holzbestand an Holzbalkenköpfen, unerwünschte Hohlräume in Bereichen der Balkonanschlüsse und in zwei Räumen den echten Hausschwamm. Als Folge bleibt der Landratssaal voraussichtlich bis nach den Sommerferien 2027 geschlossen. Das Kantonale Generalsekretariat kündigte an, parallel ein Sanierungskonzept zu erarbeiten; der Beginn der eigentlichen Arbeiten ist derzeit für November terminiert.
Schadenbild und Ursachen
Die Schäden betreffen den ältesten Teil des Gebäudes, der zwischen 1775 und 1779 erstellt und 1834 aufgestockt wurde. Betroffen sind unter anderem das Regierungszimmer und dessen Vorzimmer. Anlass für die vertieften Prüfungen war das unerwartete Lösen einer 2002 montierten Deckenverkleidung im Regierungszimmer; diese Konstruktion bildet zugleich den Boden des darüberliegenden Landratssaals. Die Ingenieure identifizierten zwei Hauptprobleme:
- Undichte Balkonanschlüsse und entstandene Hohlräume, durch die über längere Zeit Regenwasser eindringen konnte.
- Folgeschäden an Holzbalkenköpfen mit sichtbarer Fäulnis sowie ein nachgewiesener Pilzbefall in zwei Räumen.
„Über diese Schwachstellen konnte Regenwasser eindringen. Mehrere Holzbalkenköpfe sind laut Mitteilung verfault.“
Konsequenzen für Nutzung und Parlament
Der Landratssaal steht dem Parlament nicht zur Verfügung; die Schliessung gilt voraussichtlich bis Mitte oder Ende der Sommerferien 2027. Betroffen sind zudem das Regierungszimmer und sein Vorzimmer. Offen ist, ob weitere Bereiche des Hauses — namentlich Foyer, Cafeteria sowie drei Sitzungszimmer im zweiten und dritten Stock — früher wieder freigegeben werden können. Die laufenden Untersuchungen sollen in den kommenden Wochen das vollständige Ausmass an Deckenkonstruktion und Folgeschäden klären.
Zeitplan und weitere Schritte
Der Kanton hat einen gestaffelten Ablauf kommuniziert:
| Schritt | Stand/Datum |
|---|---|
| Zwischenbericht/Untersuchungen | Laufend, Abschluss bis Ende Herbstferien erwartet |
| Erarbeitung Sanierungskonzept | Parallel zu weiteren Untersuchungen |
| Geplanter Beginn Sanierungsarbeiten | November (Jahr 2026) |
| Voraussichtliche Wiederinbetriebnahme Landratssaal | Nach Sommerferien 2027 |
Lokaler Kontext und Bedeutung
Das Regierungsgebäude in Liestal ist nicht nur administrativer Sitz, sondern auch Schauplatz kantonaler Politik und Repräsentation. Eine mehrmonatige Sperre des Landratssaals betrifft die parlamentarische Arbeit: Plenarsitzungen, Besucheranlässe und repräsentative Veranstaltungen sind betroffen und müssen verlegt oder in Ausweichräumen stattfinden. Zudem hat der Befund wirtschaftliche und planerische Folgen: Die Sanierung historischer Holzkonstruktionen und der Umgang mit Hausschwamm erfordern spezialisiertes Fachpersonal, abgestimmte Arbeiten zum Denkmalschutz und verstärkte Koordination zwischen Kanton, Ingenieuren und Restaurationsfachleuten.
Der Kanton betonte, die bisherigen Untersuchungen würden in den kommenden Wochen vertieft, um das gesamte Schadensausmass an der Deckenkonstruktion genau zu bestimmen. Erst danach lasse sich das Sanierungskonzept abschliessend festlegen und die Dauer der Arbeiten präziser angeben.
Für Liestalerinnen und Liestaler bedeutet dies eine längere Phase der Einschränkungen im Regierungsgebäude und zusätzliche organisatorische Belastungen für das Kantonsparlament. Die kantonalen Behörden stehen nun in der Verantwortung, Schadenbegrenzung, Restaurationsanforderungen und Fortführung der parlamentarischen Arbeit praktikabel zu verbinden.