Das Parlament der Gemeinde Köniz befasste sich an seiner Sitzung vom 24. August 2026 mit einer Reihe von Vorlagen, die die Entwicklung der Gemeinde in den kommenden Jahren prägen sollen. Im Zentrum standen das neue Leitbild und der Legislaturplan 2026–2029, Fragen der Kulturförderung sowie Entscheide zu Strassen- und Energieinfrastruktur.
Leitbild und Legislaturplan: «Vielfalt leben und Zukunft gestalten»
Der Gemeinderat hat dem Parlament einen Legislaturplan vorgelegt, der zusammen mit dem neuen Leitbild die strategischen Prioritäten für die Legislaturperiode 2026–2029 formuliert. Unter dem Motto «Vielfalt leben und Zukunft gestalten» will die Gemeinde Impulse für eine nachhaltige und soziale Entwicklung setzen.
Konkrete Schwerpunkte im Leitbild sind unter anderem:
- Die Aufwertung von Quartierstrassen und Begegnungszonen;
- Die schrittweise Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips zur besseren Regenwasserbewirtschaftung;
- Die Weiterentwicklung der Schulraum- und Energieinfrastruktur.
Diese Punkte zielen auf eine Kombination von Lebensqualität, Klimaanpassung und langfristiger Infrastrukturplanung.
Kulturverträge: Rahmenbedingungen für professionelles Kulturschaffen
Das Parlament genehmigte zudem die Vernehmlassungsantwort an die Regionalkonferenz Bern-Mittelland zu den Kulturverträgen 2028–2031. Mit dieser Stellungnahme schafft Köniz Voraussetzungen für verlässliche Rahmenbedingungen und faire Entschädigungen für das professionelle Kulturschaffen in der Region.
Barrierefreiheit und Lärmschutz: Haltestelle Mösliweg und Landorfstrasse
Wie angekündigt hat das Parlament einen Kredit für die Umgestaltung der Haltestelle Mösliweg sowie eine gleichzeitige Lärmsanierung an der Landorfstrasse genehmigt. Die geplanten Massnahmen verfolgen zwei Ziele: die stufenlose Zugangsmöglichkeit zum öffentlichen Verkehr und eine Reduktion der Lärmbelastung im Quartier.
Die Massnahmen dienen sowohl der stufenlosen Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr als auch dem Lärmschutz im Quartier.
Gasstrategie: Schrittweiser Ausstieg und Ausbau alternativer Netze
Das Parlament nahm die Gasstrategie der Gemeinde zur Kenntnis. Sie sieht einen geordneten und schrittweisen Ausstieg aus der fossilen Gasversorgung vor. Parallel sollen Fernwärme- und Nahwärmenetze gezielt ausgebaut werden. Diese Strategie zielt darauf ab, Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern Planungssicherheit zu geben und Heizalternativen für die Zukunft zu ermöglichen.
Die Gasstrategie ist als langfristiger Rahmen zu verstehen: Sie unterstützt die Transformation der Wärmeversorgung, ohne heute bereits einzelne Eigentümerinnen oder Betreiber verbindlich zu ersetzen.
Entscheide im Überblick
| Vorlage | Wesentliche Wirkung |
|---|---|
| Leitbild / Legislaturplan 2026–2029 | Strategische Ausrichtung: Quartieraufwertung, Schwammstadt, Schul- und Energieplanung |
| Kulturverträge 2028–2031 (Vernehmlassungsantwort) | Rahmenbedingungen und Entschädigungsfragen für regionale Kultur |
| Umbau Haltestelle Mösliweg & Lärmsanierung Landorfstrasse | Stufenlose Zugänglichkeit und Lärmminderung |
| Gasstrategie | Geordneter Ausstieg aus fossilem Gas, Ausbau Fern-/Nahwärme |
Die Beschlüsse bilden einen Rahmen für die nächsten Jahre. Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Köniz bedeuten sie konkret: sichtbare Veränderungen im Strassenraum, Anpassungen bei der Wärmeversorgung und eine verstärkte politische Rahmensetzung für Kulturinstitutionen. Der Gemeinderat liefert damit Vorgaben, die in den kommenden Monaten und Jahren in konkrete Projekte und Ausführungsarbeiten münden werden.
Für weitere Detailfragen, etwa zu Ausführungsterminen, Kosten und betroffenen Liegenschaften, bleibt es Sache der nachgeordneten Planungs- und Ausführungsentscheide. Die heute verabschiedeten Leitlinien setzen jedoch klare Prioritäten für die Ausrichtung der Gemeindepolitik bis 2029.