Die umfassende Erneuerung der Austrasse in Basel verzögert sich: Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) teilte am Freitag mit, dass die Arbeiten nun bis Ende 2027 dauern werden. Zwar hat das Appellationsgericht sämtliche Rekurse gegen die Umgestaltung im Mai 2026 abgewiesen und der Entscheid ist rechtskräftig, doch überschneiden sich die Ausbauarbeiten mit jenen am Steinenring, weshalb die Sanierung an der Austrasse zeitweise ausgesetzt werden muss.
Unterbruch und Umleitungen
Konkreter Zeitplan: Die Erneuerungsarbeiten an der Austrasse müssen von April bis Ende Juni 2027 pausieren. Parallel dazu werden bei der Haltestelle Zoo Bachletten Gleise erneuert; infolgedessen wird der Verkehr umgeleitet und die Tramlinie 6 fährt kurzzeitig wieder durch die Austrasse. Das teilt das BVD im Communiqué mit. Danach planen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB), das Tram 6 erneut bis Oktober 2027 über den Steinenring umzuleiten.
Die Überschneidung zweier grosser Sanierungsprojekte erfordert zusätzliche Arbeiten: Damit das Tram wieder vorübergehend durch die Austrasse fahren kann, werden die BVB die noch nicht ersetzten Tramgleise provisorisch instand setzen. Ein Verschieben der Steinenring-Arbeiten wurde geprüft, aber verworfen. In der Mitteilung heisst es, der vollständige Tramersatz mit Bussen sei seit rund einem Jahr geplant und disponiert; eine Verschiebung würde zu Konflikten mit weiteren Gleissanierungen führen.
- Betroffener Abschnitt: Austrasse zwischen Spalenring und Holbeinstrasse (Sanierung seit Frühling 2025).
- Pause: April bis Ende Juni 2027 wegen Arbeiten am Steinenring.
- Umleitung Tram 6: Kurzfristige Rückkehr in die Austrasse während der Pause; anschliessend Umleitung über Steinenring bis Oktober 2027.
- Weitere Arbeiten: IWB erneuert Energie- und Wasserleitungen; Haltestellen werden behindertengerecht ausgebaut.
Hintergrund und Folgewirkungen
Seit Frühling 2025 arbeiten das BVD, die BVB und die Industriellen Werke Basel (IWB) an der Erneuerung der Austrasse. Die IWB tauschen dabei Energie- und Wasserleitungen aus; zudem sind die Haltestellen Brausebad, Schützenmattstrasse und Holbeinstrasse Teil des Programms zur Herstellung von Barrierefreiheit. Nach Abschluss der Bauarbeiten ist auf der Austrasse Tempo 30 vorgesehen.
Die Entscheidung des Appellationsgerichts im Mai 2026 hatte zuvor mehrere Rekurse gegen die Umgestaltung abgewiesen. Damit war der Weg für die Bauarbeiten frei; die nun notwendige Koordination mit dem Steinenring-Projekt hat jedoch den Zeitplan verändert. Das BVD und die BVB geben an, dass eine Verschiebung des einen Projekts zu Konflikten mit weiteren geplanten Gleissanierungen – etwa in der Neubad- und Bundesstrasse, auf der Margarethenbrücke sowie bei der Kreuzung Markthalle – geführt hätte.
| Datum / Zeitraum | Massnahme |
|---|---|
| Frühling 2025 | Beginn Erneuerung Austrasse |
| Mai 2026 | Appellationsgericht weist Rekurse ab (rechtskräftig) |
| April – Ende Juni 2027 | Pause der Austrasse-Arbeiten; Gleiserneuerung Zoo Bachletten |
| Bis Oktober 2027 | Umleitung Tram 6 über Steinenring geplant |
| Ende 2027 | Voraussichtlicher Abschluss der Erneuerung Austrasse |
Was Basel erwarten muss
Für Pendlerinnen und Pendler sowie für Anwohnende bedeutet die überarbeitete Planung zusätzliche Umleitungen und temporäre Verkehrsführungen. Die provisorische Instandsetzung der bestehenden Gleise in der Austrasse soll einen reibungslosen Tramverkehr ermöglichen, bevor die definitive Gleiserneuerung erfolgen kann. Infrastruktur- und Versorgungsleitungen werden erneuert; nach Abschluss der Arbeiten soll die Strecke barrierefrei zugänglich sein und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 gelten.
«Der gesamte Tramersatz mit Bussen sei bereits seit einem Jahr aufgegleist und disponiert», heisst es in der Mitteilung des BVD.
Die Koordination mehrerer grosser Baustellen bleibt eine Herausforderung. Für die Stadt Basel ist es nun Aufgabe von BVD, BVB und IWB, die Bauphasen so zu planen, dass Verkehr und Versorgung möglichst wenig beeinträchtigt werden. Betroffene werden gebeten, die Mitteilungen der Verkehrsbetriebe zu beachten und sich auf veränderte Linienführungen einzustellen.