U23 der TSV Burgdorf dreht Spiel nach Fünf-Tore-Rückstand
Die U23 der TSV Burgdorf sicherte sich in der 3. Liga beim Aufstiegsaspiranten MTV Braunschweig einen verdienten, wenn auch etwas bittersüssen, Auswärtspunkt. Nach einem Halbzeitrückstand von 15:20 erspielten sich die jungen Burgdorfer ein 37:37 und verhinderten damit eine Niederlage gegen einen starken Gastgeber.
Die Partie nahm in der ersten Halbzeit einen ungünstigen Verlauf für Burgdorf: Zu viele Fehlwürfe im Angriff und kaum Durchschlagskraft in der Abwehr ermöglichten Braunschweig, eine beruhigende Führung herauszuspielen. In die Pause ging die TSV mit einem Rückstand von fünf Toren.
| Halbzeit | MTV Braunschweig | TSV Burgdorf |
|---|---|---|
| 1. Halbzeit | 20 | 15 |
| Endstand | 37 | 37 |
In der Kabine sprach Trainer Koray Ayar offenbar klare Worte. Den Angaben zufolge wurden Fehler angesprochen, und die Mannschaft reagierte in der zweiten Hälfte mit einer geschlossenen Leistung. Burgdorf begann deutlich entschlossener, das Spiel zu gestalten und nutzte ein leeres Braunschweiger Tor gleich mehrfach für schnelle Treffer.
- Nach drei Treffern in das verwaiste Tor verkürzte Burgdorf auf 18:20.
- Bis zur 38. Minute stellte Braunschweig den Fünf-Tore-Abstand kurzzeitig wieder her.
- Schlüsselspieler wie Fabrice Wolf, Levi Fielitz und Torhüter Luc Redlin prägten die Aufholjagd.
Wesentliche Momente der zweiten Halbzeit: Nach einem erneuten Zurückfallen auf 19:24 trafen Julius Pöthke und Moritz Diener ins leere Tor und brachten die TSV wieder näher. Eine Parade von Nils Waterstrat und eine Rettungsaktion von Kjell Kothe ermöglichten es, das Momentum zu kippen. Fabrice Wolf gelang ein überraschender Wurf mit der linken Hand zum 24:26, ehe er mit zwei weiteren Treffern den 26:26-Ausgleich markierte.
In der 45. Minute ging Burgdorf durch ein Tor von Levi Fielitz erstmals in Führung (27:26). Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch; beide Teams legten vor, der jeweils andere glich aus. In der Schlussphase blieb es dramatisch: Drei Minuten vor Schluss führte Braunschweig erneut mit 35:34. Nach einer Auszeit erzielte Clemens Bertram den Ausgleich, erhielt kurz darauf jedoch eine Zeitstrafe. Im Anschluss parierte TSV-Keeper Luc Redlin den folgenden Siebenmeter – ein Wendepunkt.
„Wir sind überglücklich über diesen nicht unbedingt erwartbaren Punkt, allerdings auch etwas traurig, dass es nicht beide geworden sind“,
so Trainer Koray Ayar nach Spielende, der damit die Mischung aus Zufriedenheit und verpasster Chance treffend zusammenfasste. Trotz Unterzahl trafen die Burgdorfer erneut: Fielitz zum 36:35, gefolgt von einem letzten Führungstreffer durch Wolf fünf Sekunden vor Schluss zum 37:36. Im abschliessenden Sieben-gegen-fünf-Überzahlspiel gelang Braunschweig noch der Ausgleich zum Endstand.
Der Punktgewinn dokumentiert die Fähigkeit der U23, Rückstände nicht nur zu verkürzen, sondern im Spielverlauf aktiv zu gestalten. Zugleich bleiben Fragen offen: Die Vielzahl an Fehlwürfen und die anfängliche Defensive Schwäche zeigen, woran die Mannschaft arbeiten muss, will sie dauerhaft gegen Topteams bestehen.
Für Burgdorfer Zuschauer und Verantwortliche ist das Resultat trotzdem ermutigend. Die U23 bewies Moral, Teamgeist und die Qualität einzelner Akteure – Elemente, die für den weiteren Saisonverlauf von Bedeutung sind. Ob sich die positive Entwicklung in den kommenden Spielen fortsetzt, wird auch von der Stabilität in Abwehr und Abschluss abhängen.
Die Punkteteilung in Braunschweig ist ein Ereignis, das lokal die Aufmerksamkeit auf die Nachwuchsarbeit der TSV Burgdorf lenkt. Dass die junge Mannschaft in einem intensiven Spielstadium gegen einen Aufstiegsaspiranten bestehen konnte, spricht für die Trainingsarbeit in der Reckenschmiede und gibt Anlass zur Zuversicht bei Spielern, Trainern und Fans.