Ergebnis einer Gemeindebefragung: Bedarf an Prävention und Angeboten wächst
Die Stadtgemeinde Weiz hat gemeinsam mit Styria Vitalis eine Online-Umfrage zum Thema Gesundheit durchführen lassen. Die Befragung lief von Juni bis Mitte August und wurde über diverse Kanäle beworben; gezielt angesprochen wurden Seniorinnen und Senioren sowie Jugendliche, außerdem wurden Schulen kontaktiert. Insgesamt gingen 372 vollständig ausgefüllte Fragebögen ein.
Die Auswertung zeigt ein zweigeteiltes Bild: Einerseits schätzen viele Weizerinnen und Weizer ihren Gesundheitszustand positiv ein, andererseits signalisiert die Mehrheit konkreten Handlungsbedarf bei Angeboten vor Ort.
- Selbsteinschätzung: 31 Prozent bewerten ihren Gesundheitszustand als sehr gut, 48 Prozent als gut.
- Größter Bedarf: 95 Prozent sehen zusätzlichen Bedarf bei Bewegungsangeboten.
- Wichtiges zweites Thema: 91 Prozent nennen Pflege und Betreuung älterer Menschen als notwendig.
- Psychische Gesundheit: Stress und Umgang damit werden von 82 Prozent als wichtig erachtet (Anstieg gegenüber 2021: +15 Prozent), psychische Probleme insgesamt liegen bei 84 Prozent (Anstieg +13 Prozent).
„In Prävention zu investieren, ist ein wichtiger Punkt.“
Dieses Zitat stammt von Bettina Bauernhofer, Bürgermeisterin von Weiz, die gemeinsam mit einer Steuergruppe und Robert Gürtler von Styria Vitalis die Resultate präsentierte. Konkrete Maßnahmen wurden bei der Vorstellung noch nicht im Detail beschlossen; die Umfrageergebnisse sollen jedoch als Grundlage für weitere Planungen dienen.
Daten im Überblick
| Aspekt | Ergebnis |
|---|---|
| Sehr guter Gesundheitszustand | 31 % |
| Guter Gesundheitszustand | 48 % |
| Bewegungsangebote (Bedarf) | 95 % |
| Pflege/Betreuung Älterer (Bedarf) | 91 % |
| Stress/Umgang (Bedeutung, 2021 Vergleich) | 82 % (Anstieg +15 %) |
| Psychische Probleme (Bedeutung, 2021 Vergleich) | 84 % (Anstieg +13 %) |
Die hohen Werte für Bewegungsangebote und Pflege zeigen deutlich, welche Erwartungen die Bevölkerung an die kommunale Gesundheitsplanung stellt. Insbesondere die starke Zustimmung für mehr Bewegungsangebote unterstreicht, dass gesundheitsfördernde Infrastruktur — etwa Kurse, Sportstätten oder altersgerechte Bewegungsprogramme — in Weiz eine hohe Priorität hat.
Gleichzeitig weisen die Zuwächse bei Stress und psychischen Problemen auf eine veränderte Wahrnehmung hin: Laut Vergleich mit einer Befragung aus dem Jahr 2021 sind die Anliegen in diesen Bereichen deutlich stärker geworden. Das legt nahe, dass neben körperlichen Angeboten auch präventive Maßnahmen und niederschwellige psychosoziale Angebote verstärkt werden sollten.
Ausblick: Von der Befragung zu Maßnahmen
Die Stadtverwaltung hat die Umfrage als Arbeitsgrundlage deklariert. Konkrete Projekte wurden noch nicht final angekündigt, doch die präsentierten Zahlen dürften die politische Agenda der kommenden Monate beeinflussen. Mögliche Maßnahmen, die sich aus den Ergebnissen ableiten lassen, sind:
- Ausbau von Bewegungs- und Sportangeboten für alle Altersgruppen;
- Stärkung der lokalen Pflege- und Betreuungsangebote sowie Informations- und Beratungsstrukturen;
- Förderung von Präventionsprojekten, insbesondere zum Umgang mit Stress und zur Stärkung der psychischen Gesundheit.
Für Weiz bedeutet die Umfrage eine konkrete Handlungsaufforderung: Die Bevölkerung fühlt sich zwar überwiegend gesund, erwartet aber mehr Unterstützung, um diesen Zustand langfristig zu sichern — sowohl durch Infrastruktur als auch durch präventive Angebote. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie rasch die Stadt diese Erwartungen in konkrete Programme umsetzt.