Umwelt Tennengau Salzburg (SB)

Wärmepumpen-Versuch am Carl-von-Stahl-Haus: FH Salzburg testet Heizsysteme im Hochgebirge

Die FH Salzburg und die TH Rosenheim prüfen im Tennengau, ob moderne Wärmepumpen in über 1.700 Metern Seehöhe als klimafreundliche Alternative für Schutzhütten taugen. Die Installation am Carl-von-Stahl-Haus ist für Frühjahr 2027 geplant; die Datenerhebung soll zwei Jahre laufen.

Wärmepumpen-Versuch am Carl-von-Stahl-Haus: FH Salzburg testet Heizsysteme im Hochgebirge
©Illustration KI Philipp Moser / we-news.com

Im Rahmen des grenzüberschreitenden Forschungsprojekts „Heat4Alps“ prüfen die Fachhochschule Salzburg und die Technische Hochschule Rosenheim den Einsatz von Wärmepumpen in hochalpinen Schutzhütten. Als Teststandort wurde das Carl-von-Stahl-Haus im Tennengau ausgewählt, eine Hütte auf mehr als 1.700 Metern Seehöhe an der Grenze zu Bayern.

Hochgebirgsklima als Prüfstand

Die Forschenden sehen das Hochgebirge als besonders anspruchsvolles Versuchsumfeld: Die Luft ist dünner, Kältephasen sind länger, und damit verändern sich Größe und Effizienz technischer Systeme im Vergleich zum Talbetrieb. Die Projektverantwortlichen wollen deshalb untersuchen, wie die neueste Generation von Wärmepumpen unter realen alpinen Bedingungen arbeitet.

Auf österreichischer Seite ist die Forschungsgruppe „Adaption of Built Environments“ der FH Salzburg am Projekt beteiligt; sie gehört zum Department Design und Green Engineering am Campus Kuchl. Die Leitung des Projekts liegt bei der TH Rosenheim. Als Partner konnte der österreichische Alpenverein gewonnen werden.

Installation und Monitoring

Geplant ist die Installation der Wärmepumpe am Carl-von-Stahl-Haus im Frühjahr 2027. Anschließend soll der Betrieb wissenschaftlich begleitet werden; die Datenerhebung ist über einen Zeitraum von zwei Jahren vorgesehen. Ziel ist es, aus den Auswertungen belastbare Empfehlungen für den Betrieb von Hütten in ähnlichen Höhenlagen abzuleiten.

StandortHöheInstallationsbeginnMonitoringdauer
Carl-von-Stahl-Haus (Tennengau)> 1.700 mFrühjahr 20272 Jahre

Alternative zu fossilen Brennstoffen

Aktuell werden viele Schutzhütten im Hochgebirge mit fossilen Energieträgern oder Holz beheizt. Die Projektpartner möchten mit „Heat4Alps“ Alternativen aufzeigen, die sowohl klimafreundlich als auch wirtschaftlich sind. Dabei wird der Einsatz von Photovoltaik im Rahmen der Entwicklung gesamtheitlicher Energiekonzepte mitbedacht.

„Aktuell werden für die Strom- und Wärmegewinnung in den meisten Schutzhütten im Hochgebirge fossile Energieträger oder Holz verwendet. Mit dem Interreg-Projekt wolle man eine Alternative für den Betrieb der Hütten nachweisen. Der Einsatz von Photovoltaik wird dabei im Rahmen der Entwicklung von Energiekonzepten mitgedacht“, sagte Michael Branz, Projektmitarbeiter der FH Salzburg.

Projektteam und grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Das Projektteam von „Heat4Alps“ umfasst Forschende beider Hochschulen. Auf Fotos der Projektvorstellung werden namentlich Mitarbeiter wie Michael Moltinger und Michael Branz (FH Salzburg) sowie Marius Mühlberger, Frank Buttinger und Sebastian Obermaier (TH Rosenheim) genannt. Die Kooperation über die Grenze hinweg ist bewusst gewählt, weil alpine Herausforderungen in der Region sowohl Österreich wie Deutschland gleichermaßen betreffen.

Was das für Hüttenwirte und Berggäste bedeutet

Sollten die Tests positive Ergebnisse liefern, könnten Betreiber von Schutzhütten künftig auf zuverlässige, emissionsärmere Heizungskonzepte zurückgreifen. Das würde den Transportaufwand für Brennstoffe reduzieren und die CO2-Bilanz der Hütten verbessern. Für Berggäste wäre das zunächst eine indirekte Folge: stabilere Energieversorgung, langfristig geringere Umweltauswirkungen.

  • Ort: Carl-von-Stahl-Haus, Tennengau
  • Projektpartner: FH Salzburg, TH Rosenheim, Österreichischer Alpenverein
  • Ziel: Praxistauglichkeit von Wärmepumpen in Hochgebirge prüfen

Ausblick

Die wissenschaftliche Begleitung und die anschließende Auswertung der Monitoring-Daten werden zeigen, ob moderne Wärmepumpentechnik eine praktikable Alternative zu bisherigen Heizsystemen in alpinen Schutzbauten darstellt. Für die Region ist das Projekt ein Baustein in der Anpassung an Klimaveränderungen und in der Reduktion von Emissionen in sensiblen Bergökosystemen.

Die Ergebnisse der Studie stehen erst nach Abschluss des Monitorings zur Verfügung; konkrete Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und Systemauslegung werden somit frühestens nach Ende der zweijährigen Datenerhebung erwartet.

Philipp Moser
Philipp KI Korrespondent Salzburg online

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