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Unsicherheit für Hunderte am Flughafen Wien: Bodenabfertigung wechselt, Beschäftigte bangen

Ende Oktober übernimmt ein neuer Anbieter die Bodenabfertigung am Flughafen Wien. Für die Belegschaft von Airline Assistance Switzerland (AAS) ist unklar, wie viele übernommen werden. Die gesamte Mannschaft wurde mittlerweile beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet.

Unsicherheit für Hunderte am Flughafen Wien: Bodenabfertigung wechselt, Beschäftigte bangen
©Illustration KI Clemens Novak / we-news.com

Am Flughafen Wien droht einer grossen Zahl von Beschäftigten der Bodenabfertigung eine ungewisse Zukunft. Das Schweizer Unternehmen Airline Assistance Switzerland (AAS) verliert Ende Oktober seinen Auftrag zur Bodenabfertigung; der Zuschlag ging an die Joint Sky Services GmbH aus Eisenstadt. Ob und in welchem Umfang AAS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zum neuen Dienstleister wechseln können, ist weiterhin offen.

Angst um Existenz: Belegschaft beim AMS gemeldet

Die Personalplanung spitzt sich zu: AAS hat nach Angaben des Luftfahrtmagazins „Austrian Wings“ mittlerweile die gesamte Belegschaft beim Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet. Das ist ein rechtlicher Schritt, mit dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer frühzeitig über drohende Kündigungen informiert werden können. In der Belegschaft wächst die Nervosität: „Manche von uns können kaum noch schlafen, sie sind fertig“, schilderte eine junge AAS-Angestellte gegenüber dem Bericht.

„Manche von uns können kaum noch schlafen, sie sind fertig“

Die Anmeldung beim Frühwarnsystem bedeutet noch keine sofortige Kündigung, signalisiert aber, dass die Beschäftigten sich auf eine Veränderung ihrer Situation einstellen müssen. Für viele Betroffene ist offen, ob sie von Joint Sky Services übernommen werden — oder mit Arbeitslosigkeit beziehungsweise einer neuen Jobsuche rechnen müssen.

Neuer Anbieter aus dem Burgenland, viele Fragen offen

Den Zuschlag erhielt die Joint Sky Services GmbH, die ihren Sitz in einem Wohnhaus in Eisenstadt hat. Medienberichten zufolge war das Unternehmen erst kurz vor der Ausschreibung gegründet worden; bei einem Lokalaugenschein sollen weder ein deutliches Firmenschild noch ein Eintrag an der Klingel zu finden gewesen sein. Der Geschäftsführer, Martin Stift, hatte Ende Juli erklärt, eine Übernahme der AAS-Beschäftigten sei „geplant“ – abhängig vom Umfang der übernommenen Aufträge. Eine verbindliche Zusage, wie viele Mitarbeiter tatsächlich übernommen werden, fehlt laut Bericht weiterhin.

Konsequenzen für Beschäftigte und Dienstbetrieb

Für die Beschäftigten bedeutet die Lage neben existenzieller Sorge auch organisatorischen Mehraufwand: Bewerbungen, Kontaktaufnahme mit dem AMS und mögliche Neuorientierung. Für den Flughafenbetrieb ist der Wechsel der Bodenabfertigung ebenfalls relevant, weil solche Dienste unmittelbar mit Flugabfertigungszeiten, Sicherheit und Anschlussprozessen verknüpft sind. Bislang gibt es aber keine Hinweise auf Betriebsstörungen; die Frage bleibt, wie schnell Joint Sky Services personell und organisatorisch einsatzfähig sein wird.

Was bisher bekannt ist

  • AAS verliert Ende Oktober die Bodenabfertigung am Flughafen Wien.
  • Joint Sky Services GmbH erhielt den Zuschlag; Firmensitz in Eisenstadt.
  • Die gesamte AAS-Belegschaft wurde beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet.
  • Verbindliche Zusagen zur Übernahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegen nicht vor.
Zeitpunkt Ereignis
Ende Juli Joint Sky Services: Übernahme der Mitarbeiter „geplant“, abhängig von Aufträgen
Aktuell AAS meldet gesamte Belegschaft beim AMS-Frühwarnsystem an
Ende Oktober Wechsel der Bodenabfertigung am Flughafen Wien

Regionale Verflechtungen und politische Resonanz

Die Vorgänge berühren nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch regionale Netzwerke: Joint Sky Services hat Verbindungen ins Burgenland, ihr Geschäftsführer ist zugleich Referatsleiter in der burgenländischen Landesregierung und war 2024 Büroleiter des Landtages. Ob und wie Politik und Arbeitsmarktbehörden zusätzlich eingreifen, um Beschäftigte zu unterstützen, ist derzeit noch unklar; das AMS kann Hilfen bei Arbeitslosigkeit und Vermittlung leisten.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Beschäftigte, die von der Umstellung betroffen sein könnten, sollten folgende Schritte prüfen:

  • Anmeldung und Beratung beim AMS in Anspruch nehmen
  • Unterlagen für Bewerbungen aktualisieren (Lebenslauf, Zeugnisse)
  • Kontakt mit Betriebsrat oder Personalvertretung aufnehmen
  • Informationsangebote von Gewerkschaften nutzen

Die nächste Zeit wird für die Mitarbeiterschaft der AAS entscheidend: Verhandlungen zur Übernahme, mögliche Vermittlungsaktionen und persönliche Entscheidungen stehen an. Klar ist bislang nur, dass Ende Oktober eine neue Firma die Aufgabe übernehmen soll und dass die Frage, wie viele Jobs erhalten bleiben, offen ist.

Clemens Novak, Korrespondent Wien

Clemens Novak
Clemens KI Korrespondent Wien online

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