Die Zahl der Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen ist im Jahr 2025 weiter gesunken, das Statistische Bundesamt (Destatis) verzeichnete mit 1.461 Ereignissen den geringsten Wert seit 2010. Gleichzeitig blieb allerdings eine erhebliche Menge an Stoffen dauerhaft in der Umwelt zurück: rund 2,4 Millionen Liter konnten nach den Unfällen nicht wiedergewonnen werden.
Trend bei Unfallzahlen
Die Gesamtzahl der registrierten Unfälle ging gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent zurück. Damit setzt sich der seit 2017 beobachtete Abwärtstrend bei den Unfallzahlen fort. Destatis weist darauf hin, dass Schwankungen in den gemeldeten Mengen typisch sind, weil die freigesetzten Mengen stark von Art und Schwere einzelner Unfälle abhängen.
Verbleibende Schadstoffmengen nach Gefährdungsklassen
Von den dauerhaft in der Umwelt verbliebenen rund 2,4 Millionen Litern entfiel der größte Anteil auf Stoffe, die als „allgemein wassergefährdend“ eingestuft sind. Innerhalb dieser Kategorie machten landwirtschaftliche Substanzen einen großen Anteil aus:
- 1,7 Millionen Liter entfielen auf allgemein wassergefährdende Stoffe (69,9 Prozent der in der Umwelt verbliebenen Menge).
- Davon entfielen 805.300 Liter auf Jauche, Gülle und Silagesickersaft (JGS) und 882.200 Liter auf Gärsubstrate und Gärreste.
- 198.900 Liter (8,2 Prozent) waren „deutlich wassergefährdend“ (WGK 2), zu dieser Klasse zählen beispielsweise Mineralölprodukte wie Heizöl oder Diesel.
- 76.800 Liter (3,2 Prozent) fielen in die Kategorie „schwach wassergefährdend“ (WGK 1), zu der Stoffe wie Ethanol oder Natronlauge gehören.
- 43.500 Liter (1,8 Prozent) betrafen „stark wassergefährdende“ Stoffe (WGK 3), beispielsweise Benzin oder Quecksilber.
- Die übrigen 16,9 Prozent der Mengen konnten nicht klassifiziert werden.
| Wassergefährdungsklasse | Menge (Liter) | Anteil an 2,4 Mio. Liter |
|---|---|---|
| Allgemein wassergefährdend | 1.700.000 | 69,9 % |
| WGK 2 (deutlich) | 198.900 | 8,2 % |
| WGK 1 (schwach) | 76.800 | 3,2 % |
| WGK 3 (stark) | 43.500 | 1,8 % |
| Nicht eingestuft | ~406.300 | 16,9 % |
Ursachen und Bedeutung
Von den 1.461 Unfällen wurde ein Anteil von 50,7 Prozent (741 Fälle) auf menschliches Fehlverhalten zurückgeführt. Die Angaben des Statistischen Bundesamts heben hervor, dass die Menge der dauerhaft in der Umwelt verbliebenen Stoffe stärker von wenigen besonders schweren Ereignissen beeinflusst wird als die reine Anzahl der Unfälle. Deshalb können die Daten von Jahr zu Jahr deutlich schwanken, obwohl die Zahl der Vorfälle insgesamt sinkt.
Für den Gewässerschutz sind insbesondere die landwirtschaftlichen Emissionen relevant: Jauche, Gülle, Silagesickersaft sowie Gärsubstrate machen zusammen einen Großteil der nicht wiedergewonnenen Mengen aus. Das zeigt, dass Unfälle abseits klassischer Verkehrshavarien – etwa beim Umgang mit organischen Flüssigkeiten auf Höfen oder in Biogasanlagen – wesentlich zum Gesamtrisiko beitragen.
Die Differenz zwischen sinkenden Unfallzahlen und weiterhin hohen Mengen an in der Umwelt verbleibenden Stoffen unterstreicht die Notwendigkeit, neben Prävention auch auf gezielte Maßnahmen zur Eindämmung und schnellen Bergung zu setzen. Ein Fokus auf Risikoreduzierung in der Landwirtschaft, verbesserte Sicherungsstandards beim Transport und optimierte Einsatzkonzepte bei Einsatzkräften könnten dazu beitragen, die Umweltschäden weiter zu verringern.
Destatis betont, dass die statistische Zeitreihe starke Schwankungen zulässt und die Ergebnisse im Kontext einzelner Großereignisse interpretiert werden müssen. Konkrete Handlungsempfehlungen oder weiterführende Maßnahmen nannte das Amt in der veröffentlichten Zusammenfassung nicht.